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26. 05. 2012
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Landesarbeitsminister will bessere Bedingungen in Pflegeberufen


13.10.2011 09:35 von:

Schlagwörter: NRW,Guntram Schneider,2011,Oktober,Fachtagung,Essen,Pflegeberufe,Arbeitsbedingun

Am gestrigen Dienstag fand in Essen eine Fachtagung zu psychischen Belastungen in Pflegeberufen statt. Auch Landesarbeitsminister Guntram Schneider stattete der Veranstaltung einen Besuch ab. Durch die Reformen der vergangenen Jahre ist die Arbeitsbelastung nicht geringer geworden. Insbesondere die Dokumentationspflichten führten dazu, dass die ohnehin schon enormen psychischen Belastungen kommen noch zeitliche Belastungen bei der Erfüllung der notwendigen Dokumentationspflichten hinzu. Das Problem ist unter den insgesamt rund 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in diesem Berufsfeld keineswegs ein Einzelfall. Psychische Erkrankungen spielen daher bei diesem Berufsfeld eine deutlich größere Rolle als in anderen Berufen. Liegt der Durchschnitt aller Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen bei 1,3 Krankheitstagen aufgrund psychischer Krankheiten pro Beschäftigten und Jahr, sind es in den Pflegeberufen 2,1 Tage. Das führt zu einer überdurchschnittlich hohen Fluktuation, durchschnittlich arbeiten die Bediensteten dieser Branche sechs Jahre in ihrem erlernten Beruf. Ein Ausweg aus diesem Dilemma könnten bessere Arbeitsbedingungen sein, aber das ist gar nicht so einfach.

Unterstützung erhalten die Forderungen der Beschäftigten dabei von der NRW-Landesregierung. „Pflege ist kein Kinderspiel. Wer in diesem Beruf arbeitet, macht einen wertvollen, aber auch harten Job, der nicht nur hohe körperliche, sondern vor allem auch psychische Belastungen mit sich bringt“, erklärte Landesarbeitsminister Guntram Schneider zum Auftakt der Fachtagung. Ziel ist die Verringerung der Fluktuation sowie ein Absenken des Krankenstandes aufgrund psychischer Erkrankungen. Die Rechnung des Ministers ist dabei so einleuchtend wie einfach. Wenn das Problem der Fluktuation eingedämmt werden kann, komme man auch einer Lösung des Fachkräftemangels in dieser Gesundheitsbranche einen gewaltigen Schritt näher.

Schneider will so zu einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen insgesamt kommen. Auf der Tagung werden Arbeitszeitmodelle und andere Beispiele aus der Praxis vorgestellt, die die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten optimieren helfen. Eine besondere Rolle spielt darüber hinaus das sogenannte „GDAOnline-Selbstbewertungsinstrument“. Mit diesem interaktiven Tool im Inter2et können Pflegeeinrichtungen die Ist-Situation in ihrem Betrieb analysieren, anonym mit der anderer Betriebe vergleichen und vor allem individualisierte Hinweise bekommen, wie der Arbeitsschutz und die Arbeitsgestaltung im Betrieb noch weiter verbessert werden können. Allerdings wird damit das Problem der zunehmenden administrativen Aufgaben in der gesetzlich vorgeschrieben Pflegedokumentation nicht gelöst. Viele Pflegekräfte empfinden zusätzlichen Frust durch das langweilige Dokumentieren ihrer Pflegetätigkeit. So bleibt viel weniger Zeit, sich mit den Pflegebedürftigen zu beschäftigen. Ein richtiger Schritt ist es trotzdem. Mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen können die Betriebe gegenüber der Konkurrenz bereits punkten und Mitarbeiter länger an sich binden, empfiehlt Schneider.

Veranstalter der Fachtagung „Psychische Belastungen“ sind das Landesarbeitsministerium, die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege und die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Sie ist Bestandteil der „Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie“ (GDA), in der sich die Arbeitsschutzbehörden der Länder, die Unfallversicherungsträger und der Bund gemeinsam engagieren, hieß es dazu aus dem Ministerium abschließend.







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