27. 05. 2012
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Neue Projekte gegen Obdachlosigkeit
Die nordrhein-westfälische Landesregierung will zukünftig mehr für die Obdachlosen im Land tun. Wie der zuständige Landesarbeits- und Sozialminister Guntram Schneider auf einer Fachtagung in Bonn vorstellte, will die Landesregierung über das seit 2009 laufende Landesprogramm hinaus weitere Unterstützung für einzelne Kommunen und ihre dort aktiven Hilfesysteme geben. Zehn Modellprojekte in unterschiedlichen Städten sollen dabei Beispiel geben, wie man dem Problem der Wohnungslosigkeit in den Ballungsräumen wirksam begegnen kann. "Obdachlosigkeit vermeiden", so der Name des Landesprogramms, das der Minister heute vorstellte.
"In Nordrhein-Westfalen haben nach den letzten bekannten Zahlen rund 12.000 Menschen keine Wohnung. Diese Menschen sind die schwächsten unter uns – sie sind oft krank, vereinsamt oder diskriminiert und brauchen deshalb unsere besondere Hilfe", erklärte der Minister auf der heutigen Tagung zur Wohnungslosigkeit Kernstück des Aktionsprogramms sind zehn unterschiedliche Modellprojekte, die beispielhaft auf neue Herausforderungen in Sachen Wohnungslosigkeit eingehen. In einem dieser Projekte in den Kreisen Borken, Kleve und Wesel stehen beispielsweise junge Wohnungslose im ländlichen Raum im Focus. Im Kreis Siegen-Wittgenstein geht es um Mädchen und junge Frauen, die etwa wegen einer Schulden- oder Suchtproblematik zusätzlich psychosoziale Betreuung benötigen. Und in Herford wurden bereits drei von vier kommunale Notunterkünfte geschlossen und die Bewohnerinnen und Bewohner mit regulärem Wohnraum versorgt, wie das Ministerium ausführte.
"Obdachlosigkeit macht weder vor sozialer Stellung noch vor ethnischer Herkunft Halt", begründete der Minister sein besonderes Augenmerk auf dieses gerne verdrängte Problem. Auch unter Menschen mit Migrationshintergrund dürfte dieses Problem zunehmend häufig auftauchen, vermuten die Verantwortlichen. Um aus der Vermutung gesicherte Erkenntnisse zu machen, habe das Ministerium eine Studie "Migration und Wohnungslosigkeit" in Auftrag gegeben, unter anderem auch zugunsten einer interkulturelle Öffnung der Wohnungsnotfallhilfe. Die Ergebnisse sollen Anfang 2012 vorliegen. Das Land entwickelt derzeit außerdem eine bundesweit wegweisende Wohnungsnotfallberichterstattung, die erstmals das Problem in seiner ganzen Bandbreite abbilde: "Bislang wurden nur die obdachlosen Menschen statistisch erfasst, die von den kommunalen Behörden in Notunterkünften untergebracht werden – jetzt binden wir zusätzlich auch noch die Freien und Öffentlichen Träger in die Erhebung mit ein", sagte der Minister. Auch diese neue Statistik soll bis Jahresende vorliegen, kündigte der SPD-Politiker abschließend an.

























