27. 05. 2012
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NRW: Sicherheitsbehörden warnen vor Salafisten
In wenigen Tagen jährt sich zum zehnten Mal der Terroranschlag, der die Welt veränderte. Die Bilder der brennenden Türme des World Trade Centers in New York und des zerstörten Pentagons gingen um die Welt und brannten sich in die Gedächtnisse von Millionen von Menschen ein. Knapp 3000 Menschen verloren an jenem Dienstagmorgen alleine in der pulsierenden Metropole New York ihr Leben. Im Vorfeld des Jahrestags haben die Sicherheitsbehörden des Landes Nordrhein-Westfalen eine neue Analyse zu Islamisten und dabei insbesondere auch den radikal eingestellten "Salafisten" veröffentlicht. Vor allem die Gruppe der so genannten "Konvertiten" hält den Landesverfassungsschutz in Arbeit. Am heutigen Montag präsentierten die Verantwortlichen die neue Studie in Düsseldorf.
Der Verfassungsschutz beobachtet dabei verfassungsfeindliche Bestrebungen und die Verbindungen zum internationalen, islamistischen Terrorismus. Große Sorge bereiten speziell junge Deutsche und in Deutschland geborene Nicht-Muslime, die zum Islam konvertieren und tief in die salafistischen Kreise geraten. "Sie treten häufig besonders fanatisch und aggressiv auf", erklärte Innenminister Ralf Jäger am heutigen Montag in Düsseldorf bei der Vorstellung der bundesweit umfassendsten Analyse über Konvertiten im islamistischen Umfeld. Die Analyse des Verfassungsschutzes belegt, dass Islamisten angesichts von 1,3 Millionen Muslimen in NRW nur eine kleine Minderheit darstellen. Von den rund 500 in NRW bekannten Salafisten gehören 20 bis 30 den jihadistischen Gruppierungen oder deren Umfeld an. Doch von ihnen geht eine große Gefahr aus. "Dabei ist der politische Salafismus die am schnellsten wachsende islamistische Bestrebung und der ideologische Nährboden für den internationalen Terrorismus", warnte der SPD-Politiker.
Bei der Studie haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Verfassungsschutzes rund 130 Lebensläufe von Konvertiten unter die Lupe genommen und dabei Herkunft, Umfeld und Beweggründe detailliert untersucht. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es sich sehr häufig um labile Charaktere mit Auffälligkeiten im Sozialisationsverlauf handelt. Der Großteil ist männlich und zwischen 20 und 30 Jahre alt. Oftmals liegen gestörte familiäre Verhältnisse und ein Mangel an sozialen Bindungen vor. Ein Viertel aus dieser Gruppe ist arbeitslos. Rund 60 Prozent haben vor oder nach ihrer Konversion Straftaten verübt. Bei etwa 15 Prozent besteht eine Affinität zur Gewalt. Nicht selten sind diese Menschen die "schwarzen Schafe" ihrer Familien. Diese Personen suchen nach einfachen Antworten in einer komplexen Welt.
"Die Vorgabe eines klaren Weltbildes, das Schwarz-Weiß-Denken, die scheinbare Geborgenheit und Brüderlichkeit faszinieren ihn. Der Salafismus bietet ihm scheinbar klare und einfache Antworten", so auch das Ergebnis der Studie. Das Gefahrenpotential ist nach Einschätzung der Verfassungsschützer "außergewöhnlich". Und weil Salafisten ihr Weltbild mit einem Absolutheitsanspruch verfolgen und jeden Dialog ablehnen, seien sie eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, so die Begründung für die fortwährende Wachsamkeit der Sicherheitsbehörden, hieß es dazu abschließend.

























