NRW-Innenminister Wolf wird Opposition Panikmache vor
21-01-2010 15:30:00
Die italienische Mafia ist längst von einem regionalen Phänomen in Süditalien zu einer weltweit operierenden Holding geworden. Auch in Nordrhein-Westfalen warnen Experten vor einer zunehmenden Etablierung. Grund genug für den SPD-Landtagsabgeordneten Karsten Rudolph, die schwarz-gelbe Landesregierung zu kritisieren. Es herrsche eine Kultur des Wegsehens, so der SPD-Politiker gegenüber der Bild-Zeitung. Die Gefahr einer zunehmenden Unterwanderung schätzen auch Experten aus dem Ausland als nicht gering ein. Besonders Nordrhein-Westfalen liege aufgrund seiner zentralen Lage in Mitteleuropa und seiner exzellenten Infrastruktur günstig, um als Drehscheibe für die kriminellen Geschäfte der einzelnen Clans zu dienen. Das Problem Mafia werde unterschätzt, so die Meinung italienischer Fachleute.
"Die SPD-Opposition betreibt eine unverantwortliche Panikmache bei dem Thema Mafia. Gleichzeitig verharmlost sie unverschämter Weise die Alltagskriminalität", erklärte Nordrhein-Westfalens Innenminister Dr. Ingo Wolf am gestrigen Mittwoch in Düsseldorf. Der FDP-Minister kritisierte die Opposition vor allem wegen deren Bagatellisierung von Räubern, Schlägern und Einbrecher. „Wer diese Personen als Kleinkriminelle bezeichnet, tritt die Sorgen und Nöte der Menschen mit Füßen und betreibt eine Politik der Verunsicherung“, so der Minister weiter. Die SPD-Äußerungen seien eine Mischung aus Unterstellungen und Spekulation. „Sie zeichnet ein Zerrbild unseres Gemeinwesens“, führte Wolf weiter aus.
Im Sommer 2007 erschütterte ein brutales Verbrechen das bevölkerungsreichste Bundesland. Bei einer offensichtlichen Racheaktion wurden in der Duisburger Innenstadt sechs Menschen regelrecht hingerichtet. Nach derzeitigen Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden ist die Bluttat auf eine langjährige Auseinandersetzung zweier Clans des Mafiazweiges der kalabrischen „Ndrangheta“ zurückzuführen. Die italienischen Parlamentsabgeordnete Laura Garavini hatte zu Beginn dieser Woche in einem Pressegespräch auf die Gefahren mafiöser Unterwanderung hingewiesen und vor einer Verharmlosung gewarnt. NRW-Innenminister Wolf bemühte sich in seiner gestrigen Replik, diesem Vorwurf entgegen zu wirken. "Rund 700 Spezialisten beim Landeskriminalamt und in den Polizeibehörden ermitteln erfolgreich in diesen umfassenden und komplizierten Strafverfahren", so der Minister. In seiner Stellungnahme lobte der Innenminister die jüngsten Erfolge seiner Landesermittler. Die Polizei in NRW habe seit 2005 amtlichen Statistiken zufolge mehr Straftaten aufgeklärt als zuvor. Betrug die Aufklärungsquote aller angezeigten Delikte im Jahr 2002 noch 46,6 Prozent, hat sie sich inzwischen bei fast 50 Prozent landesweit stabilisiert. „NRW ist sicherer geworden“, so das abschließende Fazit des FDP-Politikers.
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