27. 05. 2012
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Euskirchen: Exotischer Wildwechsel in der Voreifel
Am heutigen Montag ereignete sich im Kreis Euskirchen ein exotischer Unfall mit Wildbeteiligung. In den Herbstmonaten ist traditionell die Zeit des so genannten Wildwechsel. Auf den Landesstraßen in den ländlichen Gegenden müssen Autofahrer wieder verstärkt auf Rot- und Schwarzwild achten, dass im Zuge ihrer Wanderungen nicht davor Halt machen, auch mal eine viel befahrene Landesstraße zu überqueren. Was ein Streckenwart der Straßenmeisterei Weilerswist am heutigen Montag auf der Landesstraße L194 vorfand, war jedoch auch für die Profis eher verblüffend. Ein ausgewachsenes Känguru lag zwischen Weilerswist und Brühl tot neben der Landstraße. Für die Verantwortlichen des zuständigen Landesbetriebs Straßen.NRW ist dies Anlass für einen wichtigen Hinweis. Wildwechsel führen in den Herbstmonaten zu zahlreichen Unfällen und damit zu einem erheblich erhöhten Risiko. Neben den längeren Nächten kommt auch noch nasses Laub hinzu, dass eine Vollbremsung zu einem nahezu unberechenbaren Risiko macht.
Im vergangenen Jahr registrierten die Sicherheitsbehörden und der Landesbetrieb 131 Unfälle wegen Wildwechsels, das bedeutet einen deutlich Anstieg gegenüber dem Vorjahr (2009: 105). Während die Unfallzahlen auf den Landstraßen mit 56 sogar um zehn zurückging, stieg die Zahl der Wildwechselunfälle auf Bundesstraßen von 30 auf 48. Auf Autobahnen verzeichneten die offiziellen Statistiken sogar eine Verdopplung von neun auf 19. Zwar gab es in den vergangenen beiden Jahren keine Unfalltoten, trotzdem bleibt Wildwechsel als zusätzliches Risiko im Straßenverkehr nach Ansicht der Verantwortlichen ein großes Problem. 34 Personen wurden im Jahr 2010 schwer, weitere 103 leicht verletzt, das bedeutete eine erhebliche Zunahme im jeweils zweistelligen Prozentbereich. Nicht alle Unfälle mit Wildbeteiligung sind dabei erfasst. Nach Schätzungen von Experten kommen pro Jahr auf deutschen Straßen 12.000 Wildschweine und 220.000 Rehe unter die Räder fahrender Pkw.
Vor allem in waldreichen Gegenden sind Tiere dieser Tage wieder auf der Suche nach Essbarem und queren dabei nicht selten auch vielbefahrene Straßen. Auch der Fortpflanzungstrieb treibt Wildschwein und Rotwild um, den Standort zu wechseln. Der Landesbetrieb appellie>rte daher an die Autofahrer, in dieser Jahreszeit besonders aufmerksam auf Straße und mögliche Wildtiere zu achten, die sich in der Nähe der Fahrbahn befinden. Wirklich wirkungsvolle Abwehrmaßnahmen sind – wenn überhaupt – nur mit hohem Aufwand möglich. Ein Generalkonzept gegen Wildwechsel aber könne es nicht geben, trotz der 137 Bauwerke und 1600 Kilometer Absperrzäune, die es im Bereich der 21.000 Kilometer an überregionalen Straßen derzeit gibt.

























