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30. 07. 2014
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Gegen Windrad-Wildwuchs und Rheinbrücke


15.01.2012 16:00 von:(ehu)

Schlagwörter: Rhein,Mittelrhein,Windrad,Kritik,Rheinbrücke,St. Goar

Symbolbild: ehu

Eine „frühzeitige und konkrete“ Information bei der Einrichtung von Windparks fordert Frithjof Kühn. Der Vorsitzendes des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz (RVDL, auch kurz „Rheinischer Verein“ genannt) befürchtet eine Beeinträchtigung, eventuell sogar eine Beschädigung des Landschaftsbildes, wenn dabei nicht auf eine „verträgliche Gestaltung“ geachtet werde. Als konkretes Beispiel nannte er die geplante Windrad-Anlage auf den Rheinhöhen bei Unkel.

Der RVDL mit Sitz in Köln hatte am Samstag zum Neujahrsempfang ins Bonner Landesmuseum eingeladen. Dort erläuterte Kühn das weitere Programm für dieses Jahres. So werde man sich verstärkt um den Erhalt von Architektur aus den 60er und 70er Jahren einsetzen. Die Problematik der energetischen Sanierung von denkmalgeschützten Bauten wird ebenfalls ein Thema sein. Besonders stolz ist man auf den neuen Internetauftritt www.kuladig.de (Kulturlandschaft digital), ein Informationssystem über die Historische Kulturlandschaft und das landschaftliche Kulturelle Erbe.

Rhein- und Moselbrücke werden gegen die Bevölkerung vor Ort gebaut

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt wird die Verhinderung der geplanten Rheinbrücke bei St. Goar sein. Die Brücke gefährdet den Status des Oberen Mittelrheintals als UNESCO-Weltkulturerbe. Auch den bereits begonnen Baubeginn der umstrittenen Hochmoselbrücke bei Ürzig sah Kühn noch lange nicht als vollendete Tatsache. Er bezweifelte die Glaubwürdigkeit u.a. der tektonischen Untersuchungen, auch sei die Finanzierung unklar. Durch die Brücke ist eine der besten Weinlagen an der Mosel gefährdet.

Bei der Rheinbrücke erhält der RVDL Unterstützung von „Europa Nostra“, einem Netzwerk von über 400 Organisationen, die sich dem Denkmal-, Landschafts- und Kulturschutz verschrieben haben. Deren Vizepräsent Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn bemängelte zunächst, dass bei der Verkehrsplanung die Bedürfnisse der Menschen nicht berücksichtig würden, die in den unmittelbar betroffenen Rheinstädten St. Goar und St. Goarshausen wohnen. Diese würden jetzt schon unter dem Verkehrslärm besonders der Güterzüge leiden. Der steige mit der Eröffnung des St. Gotthard-Basistunnels noch an. Durch die Brücke würde noch zusätzlicher Autoverkehr angezogen.

Brücke bei St. Goar gefährlich für Schifffahrt und bei Hochwasser

Außerdem würde das Fährwesen, seit über tausend Jahren ein traditioneller Wirtschaftszweig, in seiner Existenz gefährdet. Der rheinland-pfälzischen Landesregierung warf er vor, in einem Gutachten, das die Kosten für den Brückenbau und die Fortführung der Fähren vergleiche, falsch gerechnet zu haben. Schließlich sei die geschwungene Brücke, auf die man sich geeinigt habe, mit ihren zwei Pfeilern in der an dieser Stelle sehr engen Fahrrinne kaum genehmigungsfähig und bei Hochwasser zu niedrig.

Der Rheinische Verein wurde 1906 gegründet und zählt heute mit rund 5.000 Mitgliedern zu den stärksten ehrenamtlichen Institutionen in Denkmalpflege und Landschaftsschutz.







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