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27. 05. 2012
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Landesregierung veranstaltet Fachtagung zum Thema Wohnungslosigkeit


26.08.2011 17:06 von:

Schlagwörter: Bonn,Fachtagung,Wohnungslosigkeit,2011,September,Münster-Carre,Strategie,Experte

Am Donnerstag, den 8. September dieses Jahres, lädt das nordrhein-westfälische Landesarbeitsministerium nach Bonn ein. Im Münster-Carré diskutieren Experten aus Ministerium, Kommunalverwaltungen und anderen beteiligten Einrichtungen über das Thema Wohnungslosigkeit. Mit der Fachtagung will die rot-grüne Minderheitsregierung einen Impuls setzen, um ein altbekanntes Problem mit möglicherweise neuen Lösungsansätzen anzugehen. Vor allem in städtischen Ballungsräumen, also den Großstädten gehören die Menschen, die sich für ein Leben auf der Straße entscheiden, inzwischen zum Stadtbild. "Penner", "Landstreicher" oder auch "Berber" werden sie genannt, ihr Leben bezeichnen sie selbst als "Platte machen". Längst ist es erwiesene Erkenntnis, dass das Vertreiben dieser Menschen aus den belebten Passagen der Innenstädte das Problem nur verschiebt, auf keinen Fall aber lösen kann. Also müssen neue Lösungsansätze her, so die Absicht des Ministeriums.

In Bonn nun wollen die Fachleute des Düsseldorfer Ministeriums mit anderen Experten aus den verschiedenen Kommunen und Einrichtungen über neue Wege nachdenken. Insbesondere die persönliche Lebenssituation dieser Menschen muss dabei beachtet werden, viele der Stadtstreicher sind isoliert und häufig genug auch durch Krankheiten geplagt. Die Gründe für ein Abrutschen auf der sozialen Leiter sind vielfältig, Schicksalsschläge oder Alkohol- und Drogensucht sind nur zwei der Gründe, die dazu führen, dass man Wohnsitz und Halt verliert. Die Gesellschaft selbst sieht dabei gerne weg, empfindet Clochards als störend. Gerade in Geschäftsstraße, die diese Menschen häufig zum Betteln aufsuchen, werden sie immer wieder vertrieben. Aber selbst rigoroses Durchgreifen der Ordnungsbehörden kann das Problem nicht lösen.

Das Problem der Wohnungs- oder Obdachlosigkeit ist keineswegs auf Einzelfälle beschränkt. In den amtlichen Statistiken waren im Jahr 2009 etwa 12.000 Personen offiziell obdachlos, also als "behördlich untergebracht" registriert. Das dürfte aber nur die Spitze eines Eisbergs sein, denn diejenigen, die auf der Straße leben oder die zahlreichen Angebote von Vereinen und freien Trägern annehmen, sind dabei gar nicht mitgezählt. Auf der anderen Seite gibt es aber auch viele Menschen, die "Platte machen", obwohl sie eigentlich eine Unterkunft haben und folglich im Straßenbild als "obdachlos" in Erscheinung treten.

Am 8. September wird Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch persönlich mit einem Grußwort die Veranstaltung eröffnen. Beginn ist um 9:30 Uhr. Weitere Programmpunkte sind Ausschnitte aus dem Film "Unter Null – Leben auf einer Straße" von und mit dem Kölner Enthüllungsjournalisten Günther Wallraff sowie ein Vortrag des nordrhein-westfälischen Arbeitsministers Guntram Schneider zu dieser Thematik. Als einer der Fachleute wird Dr. Volker Busch-Geertsema von der Gesellschaft für innovative Sozialforschung und Sozialplanung über Konzepte zur Verringerung der Wohnungslosigkeit berichten. Im weiteren Verlauf schließt sich auch eine Podiumsdiskussion an. Der Besuch der Veranstaltung ist kostenfrei.







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