27. 05. 2012
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Region Köln/Bonn e.V. besucht Braunkohlekraftwerk
Der Verein Region Köln/Bonn e.V. hat seine letzte turnusmäßige Sitzung im Braunkohlekraftwerk Niederaußem des Betreibers RWE Power abgehalten. Geleitet wurde die Sitzung vom Landrat des Rhein-Erft-Kreises, Werner Stump. Angesichts des beschlossenen Ausstiegs der deutschen Bundesregierung aus der Atomkraft hat RWE-Chef Werner Grossmann mehrfach einen anderen Energieträger in den Vordergrund der eigenen Strategie gestellt, der auch in ausreichend großer Menge zu kalkulierbaren Preisen zur Verfügung steht und das ist eben die heimische Braunkohle. Im Bereich der Ville und westlich davon lässt sich der Energieträger, entstanden vor rund 20 bis 30 Millionen Jahren aus den Urwäldern des Eo- und Oligozäns, großflächig im Tagebau fördern. Mit der Einladung verbunden war denn auch ein Besuch im so genannten Innovationszentrum Kohle. Die anwesenden Kommunalvertreter erhielten dabei Einblick in die Stromerzeugung.
Den Stellenwert der Veranstaltung lässt sich auch daran ablesen, dass Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender des Kraftwerksbetriebers RWE Power AG, höchstpersönlich die Führung vornahm. Niederaußem gilt als das weltweit modernste Braunkohlekraftwerk, auch dank optimierter Anlagetechnik. In dem dortigen Innovationszentrum arbeitet der börsennotierte Stromkonzern überdies mit Hochschulen und Unternehmen zusammen. Ziel ist es, die Effizienz der Stromerzeugung und die Nutzung der Abfallprodukte, allen voran Kohlendioxid, zu erhöhen. Kritiker hingegen sehen vor allem den vergleichsweise hohen Ausstoß von Kohlendioxid. Trotz moderner Technologie und optimierter Effizienz bleiben die Braunkohle-Kraftwerke in den Augen der Kritiker "Dreckschleudern", die besonders große Mengen des Treibhausgases in die Atmosphäre entlassen. Trotzdem lässt sich der Braunkohlestrom nicht wegdiskutieren. "Wir stehen vor großen Herausforderungen begleitet von einem vielfältigen Konfliktpotenzial. Klar ist aber, dass neben den erneuerbaren Energien auch die Braunkohle ihren Platz im zukünftigen Energiemix haben wird. Wer den Wirtschaftsstandort Deutschland gesichert sehen will, der muss handeln", stellte der Landrat im Rhein-Erft-Kreis abschließend fest.
Der Verein Region Köln/Bonn e.V. ist ein Zusammenschluss der drei kreisfreien Städte Köln, Bonn und Leverkusen und den umliegenden Landkreisen Rhein-Erft, Oberberg, Neuss, Rhein-Sieg und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Der Verein wurde 1992 gegründet und soll die regionale Zusammenarbeit der Kommunen trotz des Standortwettbewerbs voranbringen. Dabei soll die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft intensiviert und die strategische Ausrichtung der Regionalentwicklung verstärkt werden.

























