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27. 05. 2012
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NRW: Blick auf 50 Jahre Anwerbeabkommen mit Türkei


28.10.2011 12:08 von:

Schlagwörter: NRW,Migration,Zuwanderung,Anwerbeabkommen,2011,Oktober,Jubiläum,Geschichte,Türke

Ende Oktober 1961 schlossen die damalige Bundesrepublik und die Türkei ein Anwerbeabkommen ab. In der Folge begann die Zuwanderungsgeschichte der Menschen türkischer Herkunft in Deutschland und damit auch Nordrhein-Westfalen. Als Industriestandort und bevölkerungsreichstes Bundesland kamen die meisten der so genannten „Arbeitsmigranten“ im Großraum Rhein-Ruhr an. Nun hat das Statistische Landesamt IT.NRW angesichts des bevorstehenden Jubiläums einen langfristigen Rückblick auf die Zuwanderung geworfen. In den vergangenen 50 Jahren sind demnach rund 1,1 Millionen Menschen aus der Türkei nach NRW eingewandert. Seither zogen rund 720.000 Menschen wieder in ihre alte Heimat zurück. Dank Familienzusammenführung und Nachwuchs liegt die Zahl der Menschen mit türkischem Zuwanderungshintergrund jedoch deutlich höher, als es das reine Wanderungssaldo auszudrücken vermag. Offiziell leben derzeit in NRW 549.000 Menschen mit türkischem Pass.

Das Abkommen zwischen der BRD und der Türkei sah für die eingereisten Hilfskräfte, in der Regel alleinstehende Männer aus den ländlichen Gegenden der Türkei, eigentlich eine maximale Aufenthaltsdauer von zwei Jahren vor. Aber schnell wurde klar, dass eine Rotation für die Wirtschaft nicht akzeptabel war. Ein Blick auf die langfristige Zahlenreihe zeigt jedoch, dass die Zahl der Zugewanderten in den Anfangsjahren eher zögerlich anlief. Auch war die Entwicklung keineswegs einheitlich, wie das Beispiel aus dem Krisenjahr 1967 zeigt. Damals kehrten doppelt so viele türkische Staatsbürger wieder in ihre Heimatland zurück, als neue „Gastarbeiter“ nach NRW kamen. 1973 erreichte die Zuwanderung mit knapp 70.000 pro Jahr ihren bisherigen Höhepunkt. Nach dem Anwerbestopp infolge der ersten Ölkrise und einem Rückkehrförderungsgesetz stieg in der Folge die Zahl der Heimkehrer bis in die 80er-Jahre an. Höhepunkt war das Jahr 1984 mit 73.900 Rückkehrern.

Den bisherigen Höchststand von Menschen türkischer Nationalität verzeichneten die Statistiker im Jahr 1997 mit 715.000. Der Rückgang seither ist aber nur zum Teil durch Rückkehrer zu erklären. Vielmehr erhöhte sich in den 1990er Jahren die Zahl der Zugewanderten, die die deutsche Staatsbürgerschaft beantragten und erhielten. In den letzten zehn Jahren wurde jährlich mehr Türken die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen als ins Land einreisten: Von 2000 bis 2010 zogen 114 600 Ausländer aus der Türkei nach NRW; 181 200 Türken wurden in dieser Zeit eingebürgert, nicht zuletzt in Folge des Anfang 2000 in Kraft getretenen geänderten Staatsangehörigkeitsrechts, das die Einbürgerung erleichtert, wie das Landesamt ausführte. Köln ist die Stadt mit der höchsten Zahl von Menschen türkischer Nationalität in NRW. Auch bei den Zuzügen lag die Domstadt mit weitem Abstand an der Spitze. Zwischen 1969 und 2010 summiert sich die Zahl der Zugewanderten auf rund 106.000. Im gleichen Zeitraum kehrten aus Köln mehr als 92.000 in ihre Heimat zurück. In Köln leben derzeit rund 64.500 Menschen türkischer Nationalität. Die Zahl derjenigen, die einen türkischen Hintergrund haben, wird von Experten auf mindestens 100.000 geschätzt. Mehr als ein Drittel aller in Köln lebenden Migranten sind damit türkischer Herkunft.







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