27. 05. 2012
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NRW-Getreideernte 2011: Zwei Prozent weniger Getreide
Die Gesamtmenge des in diesem Jahr geernteten Getreides ist vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes zufolge um 2,1 Prozent auf 3,74 Millionen Tonnen zurückgegangen. Damit liegt das Erntejahr 2011 sogar um 9,3 Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2010, wie die Landesstatistiker weiter ausführten. "Der ungewöhnlich lange und kalte Winter, die extreme Trockenheit in den Monaten April und Mai sowie die sich anschließende unbeständige Witterung während der Erntephase beeinflussten das Ertragsniveau der diesjährigen Getreideernte in NRW negativ. Auch die gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Prozent verringerte Anbaufläche für Getreide trug zum Rückgang der Erntemenge bei", führten die Landesstatistiker in ihrer gestrigen Pressemitteilung aus.
Dabei sahen andere Werte eigentlich gar nicht so schlecht aus, wie die Landesstatistiker weiter ermittelten. So stieg der durchschnittliche Hektarertrag der Weizenanbauflächen um 1,4 Prozent auf 7,89 Tonnen. Insgesamt wurde mit 2,24 Millionen Tonnen sogar mehr Weizen geerntet als im vergangenen Jahr, auch wenn die Steigerung mit 0,5 Prozent eher gering ausfiel. Bei der Nummer zwei der Getreidearten in NRW ging der Ertrag hingegen spürbar zurück. Mit 6,22 Tonnen pro Hektar schnitt die Gerste um 6,4 Prozent schlechter als ein Jahr zuvor. Bei der geernteten Menge gab es sogar einen Rückgang von 12,6 Prozent auf etwa weniger als eine Million Tonnen. Die Feldfrucht Triticale hingegen erzielte sowohl beim Hektarertrag (+ 13,8 Prozent) als auch in der geernteten Gesamtmenge mit 346.600 Tonnen deutlich besser ab. Die Roggen- und Wintermenggetreibesorten legten um 9,5 Prozent auf 101.500 Tonnen zu. Hierfür waren in erster Linie die um 9,8 Prozent gestiegene Fläche verantwortlich. Der Hektarertrag ging im Vorjahresvergleich minimal zurück. Die Haferernte erhöhte sich um 3,4 Prozent auf 51.700 Tonnen, so das Landesamt am gestrigen Mittwoch.
Minister beruhigt die Gemüter
Trotz der witterungsbedingten Ausfälle sei das Ergebnis gar nicht so schlecht, sogar "besser als erwartet", wie das Landesverbraucherministerium am gleichen Tag kommentierte. Das Ergebnis falle in diesem Jahr regional sehr unterschiedlich aus. Vor allem in den Höhenlagen des Rheinlandes und in Südwestfalen verzögerte sich die Ernte durch wegen Regen. Das führte teilweise zu deutlichen Ertrags- und Qualitätseinbußen, die Landwirtschaftsstaatssekretär Udo Paschedag erläuterte. Der Rückgang insgesamt sei somit auf zu einem wesentlichen Teil auf die um 14.000 Hektar zurückgegangene Anbaufläche im bevölkerungsreichsten Bundesland zurückzuführen. Beim Winterweizen ist der Hektarertrag angestiegen, lediglich bei Gerste ging er deutlich zurück. Die noch ausstehende Ernte von Mais und Zuckerrüben sollen nach derzeitigem Kenntnisstand in diesem Jahr gut ausfallen, so die amtliche Prognose. Die rot-grüne Minderheitsregierung will das mit einer förderung des Wettbewerbs regulierend begleiten, hieß es dazu abschließend.

























