27. 05. 2012
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NRW: Grüner Minister präsentiert gar nicht so grünen Waldzustandsbericht
Der Waldzustandsbericht 2011 spricht eine klare Sprache und die Botschaft wirkt alarmierend. Nie zuvor seit Beginn der jährlichen Bestandsaufnahmen ging es dem Wald im bevölkerungsreichsten Bundesland schlechter als im zurückliegenden Jahr 2011. Der zuständige Landesumweltminister Johannes Remmel (Grüne) präsentierte die einzelnen Aspekte der jährlichen Analyse am gestrigen Dienstag in Düsseldorf. Für ihn spiegelt das ernüchternde Ergebnis der Studie die Folgen des Klimawandels wider. “Die Klimafolgen auf den Wald müssen stärker erforscht werden“, fordert der Landespolitiker in einer ersten Stellungnahme. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Zustand weiter verschlechtert, wie Remmel einräumen musste. Besondere Sorge bereitet den Fachleuten der Forstwirtschaft der Zustand der Hauptbaumarten des Landes, Buche, Eiche, Kiefer und Fichte. Deren Kronen- und Benadelungszustand habe sich im zurückliegenden Jahr weiter deutlich zurückgegangen.
Richtig hart trifft es dabei die Nadelgehölze. Hier ist inzwischen weniger als jeder vierte Baum nach gängiger Definition „gesund“. „Gleichzeitig steigen die deutlichen Schäden an. Diese Entwicklung ist sehr beunruhigend. Denn der Wald ist ein Stück unschätzbares Naturerbe, das es zu bewahren und zu schützen gilt“, erklärte Minister Remmel weiter. Landesweit stuften die Analysten gerade einmal 24 Prozent als „ungeschädigt“, gegenüber dem Vorjahr ein regelrechter Einbruch um acht Prozentpunkte. Zu Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1984 waren noch 59 Prozent aller Bäume gesund. Ein Drittel des Baumbestandes gilt in den Augen der Forstfachleute als „deutlich geschädigt“. Fast ein Drittel des Landes ist von Wald bedeckt. Zum Waldschadensbericht wurden 10.000 Bäume nach repräsentativen Gesichtspunkten ausgewählt und analysiert. Während sich der Zustand der meisten Baumarten deutlich verschlechterte, gab es wenigstens einen Nutznießer des Jahres 2011 und das ist die Eiche. Deutliche Schäden gibt es nun nur noch an 45 Prozent, ein Jahr zuvor waren es noch 54 Prozent und damit mehr als die Hälfte.
Für den zuständigen Minister ist dies ein Zeichen des Klimawandels, dessen Folgen offenbar schon jetzt deutlich stärkere Auswirkungen zu haben scheinen als ursprünglich gedacht. Das sehen auch seine Fachleute ähnlich. „Die Haupt-Vegetationszeiten werden immer trockener und die Abstände zwischen Mastjahren immer kürzer. Das setzt unseren Wald unter starken Stress. Um unser Waldnaturerbe zu bewahren, müssen wir den Wald zu einem klimaplastischen Ökosystem umbauen, das den Folgen des Klimawandels widerstehen kann. Dazu gehört auch, im Privatwald auf Monokulturen zu verzichten“, so Andreas Wiebe, Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Die Verantwortlichen sprachen sich für eine Intensivierung der Forschungsaktivitäten aus. „Wir müssen mehr Waldschadensforschung betreiben, um den Ursachen für die schlechten Ergebnisse auf den Grund zu gehen. Hier müssen wir für Klarheit sorgen. Ich habe den Landesbetrieb Wald und Holz NRW angewiesen, die Waldschadensforschung wieder zu intensivieren“, gab sich Remmel entschlossen. Ein mögliches Modell könnte der so genannte „NRW-Staatswald“ sein. Der ist inzwischen als vorbildlich eingestuft, hieß es aus dem Ministerium abschließend.
Den kompletten Waldzustandsbericht finden sie auch als Download (ca. 6,5 MB) im Internet unter: www.umwelt.nrw.de.

























