27. 05. 2012
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NRW: Zahl der Eheschließungen stagniert im Jahr 2010
Im vergangenen Jahr wurden in den Standesämtern des bevölkerungsreichsten Bundeslandes Nordrhein-Westfalen 81.662 Ehen geschlossen. Das waren 0,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor,wie das Statistische Landesamt IT.NRW am heutigen Montag bekannt gab. Im langfristigen Vergleich setzte sich der Trend nach unten bei den Eheschließungen allerdings fort. So betrug die Zahl der Eheschließungen im Jahr 2000 noch 97.058, im Jahr 1990 waren es sogar 114.422 Ehen, die von Staats wegen registriert wurden. Damit sank die Zahl der geschlossenen Ehen in den vergangenen 20 Jahren um 29, in den vergangenen zehn Jahren um immerhin noch 16 Prozent. Zumindest in den größeren städtischen Ballungsräumen, insbesondere aber im Rheinland, gibt es auch einen gegenläufigen Trend.
Kein Zusammenhang zur Wachstumsdynamik einer Stadt
Die Analyse der jüngsten Landesstatistik zeigt allerdings, dass sich kein Zusammenhang zwischen der Bevölkerungsentwicklung und der Zahl der geschlossenen Ehen feststellen lässt. So stieg beispielsweise die Zahl der Eheschließungen in den beiden wachsenden Metropolen Düsseldorf (von 2663 im Jahr 2009 auf 2732 Eheschließungen im Jahr 2010) und Köln (von 5400 auf 5493) an. Die ehemalige Bundesstadt Bonn fällt allerdings aus diesem Muster heraus. Hier stieg zwar die Einwohnerzahl, nicht jedoch die Zahl der Eheschließungen. Die sank sogar mit 102 auf 1429 wesentlich deutlicher als in den meisten anderen kreisfreien Städten des Landes. Auf der anderen Seite stieg die Zahl der Ehen in Kommunen wie Dortmund (von 2314 auf 2425), Duisburg (von 1926 auf 2029) oder Essen (von 2331 auf 2338) mehr oder weniger deutlich an. Alle drei verlieren allerdings unter dem Strich deutlich bei der Zahl der Gesamteinwohner.
Auch das historische Datum 10.10.10 fiel in der Gunst der Hochzeitswilligen eindeutig durch. Waren es im Vorjahr am 9. September 2009 noch 1958 Brautpaare, die an diesem Tag den Bund für’s Leben schlossen, traten im vergangenen Jahr lediglich 915 Brautpaare vor die Standesbeamten. Noch immer ist die Mehrzahl der Ehepartner vor Eintritt in die Ehe ledig. Bei Frauen liegt dieser Anteil mit 73 Prozent sogar etwas höher als bei Männern (72 Prozent). Braut und Bräutigam werden statistisch betrachtet beim Zeitpunkt der Eheschließung immer älter. Im vergangenen Jahr waren die Frauen zum Zeitpunkt ihrer Trauung durchschnittlich 29,9 Jahre alt, Männer 32,7 Jahre. Innerhalb des zurückliegenden Jahrzehnts stieg das Alter bei Eheschließung bei beiden Geschlechtern um etwas mehr als eineinhalb Jahre an. Bei fast 85 Prozent der standesamtlichen Ehen waren beide Ehepartner deutsche Staatsbürger. In der Rangliste der ausländischen Ehepartner standen Ehefrauen aus Polen an der Spitze der Statistik. Bei den Männern lag die mit türkischem Pass in der Gruppe der Ausländer vorne, hieß es dazu abschließend.

























