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27. 05. 2012
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Ärger um Werbeflächen am Kulturzentrum


01.10.2009 19:53 von:

Schlagwörter: Köln,Museum,Kulturzentrum,Völkerkunde,Mittelalter,Außenwerbung,Ärger,Verzögerun

Eigentlich stand nur ein Tagesordnungspunkt auf der Agenda der heutigen Sitzung des Unterausschusses Museumsbauten. Die Verwaltung antwortete dabei auf eine Anfrage einer früheren Sitzung zum Kulturzentrum am Neumarkt. Neben der baulichen Gestaltung der Tiefgarageneinfahrt stand zudem das Problem einer angemessenen Außenwerbung für den neuen Museumskomplex zur Debatte. Die Vertreter der stimmberechtigten Fraktionen wie auch die beiden verantwortlichen Leiter der Museen im Kulturzentrum forderten dabei erneut die Verwaltung dazu auf, für eine angemessene Werbung ihrer Kulturbetriebe zu sorgen. Die bisherigen Bemühungen, die den Einsatz einer Werbefläche in der so genannten überdachten Lichtfuge des Gebäudekomplexes vorsahen, waren nicht von Erfolg gekrönt. Mit anderen Worten: Das innen montierte Werbebanner war von Außen nicht zu sehen, die beabsichtigte Werbewirkung gleich Null. Das aber soll sich ändern, schließlich der mit Landesmitteln geförderte Bau nahe des Kölner Neumarktes weithin sichtbar als neues Kulturzentrum erkannt werden können. Bis zu 100.000 Menschen fahren oder gehen jeden Tag an dem Kulturzentrum vorbei. Jene, die sich in Köln weniger gut auskennen, können aber von Weitem nicht erkennen, dass hier das Völkerkundemuseum und im östlichen Teil das Museum Schnütgen ihre Dauerausstellungen präsentieren.

"Der Fehler ist bereits bei der Ausschreibung passiert", räumte Kölns Kulturdezernent Prof. Georg Quander selbstkritisch ein. In der Tat hatte der Architektenentwurf keine äußeren Vorrichtungen vorgesehen, auf denen später einmal erkennbar auf die Nutzer des Komplexes hingewiesen wird. Auch Alternativvorschläge der beiden Mueumsdirektoren Prof. Klaus Schneider (Rautenstrauch-Joest-Museum) und Prof. Dr. Hiltrud Westermann-Angerhausen (Museum Schnütgen), wie zum Beispiel ein großes LED-Display vor dem Haupteingang an der Cäcilienstraße oder mehrere Flaggenmasten entlang der Hauptstraße, wurden aus Kostengründen abgelehnt. Stattdessen wurde die Idee getestet, ohne bauliche Veränderung der Außenhülle die verglaste Fensterfront als Werbefläche zu nutzen. Die Plakate und Banner sollten allerdings innerhalb des Gebäudes angebracht werden. Nach zwei Wochen war klar: Die angestrebte Lösung funktioniert nicht. Baudezernent Bernd Streitberger sprach sich in diesem Zusammenhang gegen die Anbringung übergroßer Werbeflächen aus. Als schlechtes Beispiel diene das Wallraf-Richartz-Museum. Hier werden inzwischen mehrere großformatige Außenplakate aus die wechselnden Ausstellungen im Museum hin. Auch Quander bezeichnete diese Form der Außenwerbung als "grässlich". Anders die Politik: Die Kulturexperten der vier Fraktionen forderten bereits in der Vergangenheit eine angemessene Außenwerbung für den neuen Mueumskomplex.

Am Rande der öffentlichen Sitzung wurde zudem eine angebliche "Mängelliste" beim Ausbau bekannt. Der Ausschuss hat sich auf der heutigen Sitzung ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt, allerdings im nicht-öffentlichen Teil. Auffällig: Sowohl Karl Klipper (CDU), als auch die Vorsitzende des Ausschusses, Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) wollten sich bei der Benennung des geplanten Eröffnungstermins nicht festlegen. Eine weitere Schwierigkeit ist das Ende der laufenden Legislaturperiode. Der Vorschlag, bereits Anfang November dieses Jahres eine weitere Sitzung einzuberufen, um sich über die konkreten Vorschläge und möglichen Kompromisse für eine solche Werbung zu verständigen, musste zurückgezogen werden. Mit Beginn der neuen Ratsperiode am 22. Oktober müssen auch die neuen Ausschüsse neu gewählt werden. Nach Angaben der Verwaltung kann sich dieser Prozess bis zur konstituierenden Sitzung im schlimmsten Fall bis in das kommende Jahr verzögern. Die Aufforderung an die Verwaltung, praktische und nachvollziehbare Vorschläge für die Gestaltung einer solchen Werbung vorzulegen, bleibe aber bestehen. "Dann haben sie halt etwas mehr Zeit", so der leicht ironische Hinweis der Ausschussvorsitzenden.


Kommentar

Hört, Hört. Eine eigentlich harmlose Anfrage und die Antwort der Verwaltung entpuppt sich mal wieder als versteckte Panne. Nicht die Außenwerbung ist das eigentliche Problem. Es ist, wie so häufig, der Hinweis auf eine mögliche Verzögerung beim Bau dieses Museumskomplexes. Als der Spatenstich im Sommer 2005 erfolgtem hofften nicht wenige Kulturpolitiker auf ein schnelles Ende des "Kölner Lochs". Tatsächlich waren der "Deckel" mit unterkellerter Tiefgarage schnell errichtet. Der Bau des eigentlichen Museums aber verzögerte sich immer wieder. Ursprünglich sollte das Gebäude bereits in diesem Jahr fertig gestellt sein. Tatsächlich hat der städtische Mueumsdienst bereits zu Jahresbeginn seine neue Büros beziehen können. Doch der geplante Eröffnungstermin im Herbst fand nicht statt.

Derzeit gilt die Sprachregelung Frühjahr 2010 als möglicher Eröffnungstermin. Aber auch dieser Termin scheint derzeit in Gefahr. Wenn man die Andeutungen der Kulturpolitiker richtig deutet, könnte es noch später werden. Damit würde ein weiteres Kapitel der Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie rund um den Museumsneubau geschrieben. Schon einmal musste die Stadtverwaltung einen Fehler einräumen. Als sich herausstellte, dass der Museumsneubau alleine wegen der notwendigen Inneneinrichtung sich um mehr als sieben Millionen Euro verteuerte, hagelte es Kritik. Nun steht möglicherweise erneut eine teure, weil mit städtischen Geldern zu finanzierende Verzögerung bevor. Dabei hat das Land den Bau mit einem Zuschuss von 38 Millionen Euro unterstützt. Es könnte durchaus sein, dass bei der Schlussrechnung der eigentlich auf rund 60 Millionen Euro kalkulierte Kulturneubau deutlich teurer wird. Vielleicht muss die Stadt unterm Strich sogar mehr zahlen, als das Land NRW hinzugibt. Das wäre dann ein weiterer Skandal, der angesichts drastisch rückläufiger Steuereinnahmen in Köln mehr als ärgerlich wäre.







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