27. 05. 2012
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Aufregung über zusätzlichen Personalbedarf bei der Gebäudewirtschaft
Nicht zum ersten Mal schiebt die Stadtverwaltung wichtige
Beschlussentwürfe kurz vor der Sitzung als „Tischvorlage“ in die
Ausschüsse. Viele Ratsmitglieder fühlten sich damit buchstäblich „an
die Wand gedrückt“, was sich auch in der gestrigen Sitzordnung
wiederspiegelte. Konkret ging es um einen Mehrstellenbedarf von 14
Ingenieurstellen beim städtischen Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft.
„Absolut inakzeptabel. So etwas ist vorher gar nicht aufgetaucht“,
befand der Vorsitzende des Ausschusses Michael Zimmermann (SPD). Auch
CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka konnte seinen Unmut nur mühsam
verbergen. „Wir haben beim Beschluss über den Stellenplan versprochen,
sehr genau hinzuschauen. Aus dem Stand heraus werden wir das nicht
beschließen“, so Granitzka. Stadtdirektor Guido Kahlen bemühte sich die
Wogen zu glätten. „Ich kann ihren Ärger verstehen“, so der oberste
Vertreter der Verwaltung im Ausschuss.
Paket zu schultern
Die Gründe liegen nach Meinung der Verwaltung allerdings auf der Hand.
So ist der Mehrbedarf erst nach einer erneuten Bedarfsprüfung der vom
Rat beschlossenen ehrgeizigen Investitionen unter anderem zur
Übermittagsunterrichtung in den Gymnasien zu betrachten. Hier aber auch
für anderen Schulformen sowie den Kindertagesstätten und zur U3-stehen
der Gebäudewirtschaft in diesem Jahr fünf und im kommenden sogar zehn
Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Die erst im Sommer dieses
Jahres beschlossenen Investitionsvorhaben führen folgerichtig aber auch
zu erhöhtem Personalbedarf, schließlich ist die Gebäudewirtschaft in
der Mehrzahl der Neubauvorhaben Bauherr und damit für die Planung,
Betreuung und Abnahme der Neubauten verantwortlich. „Das hat zu einer
Neubewertung geführt“, erläuterte der Stadtdirektor weiter und bat die
Ausschussmitglieder „es irgendwie bis zur Ratssitzung hinzubekommen“.
Die Zeit ist dabei denkbar knapp bemessen. Am 25. August tagt der
Finanzausschuss und bereits drei Tage später trifft sich der Stadtrat
zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause. Eine Entscheidung ist
nach derzeitigem Stand der Dinge unsicher.
Der Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft hatte jedoch zu den diesjährigen
Beratungen für den Doppelhaushalt seinen Stellenplan bereits zu einem
frühen Zeitpunkt vorgelegt, wie Kahlen zur Entlastung vortrug. Die
Mehrkosten ließen sich zudem über Umverteilungen des im Haushalt
eingestellten und verabschiedeten Etats finanzieren, wie der Chef der
Gebäudewirtschaft Engelbert Rummel gegenüber Köln Nachrichten
versicherte. In der parallel zur AVR-Sitzung ausgetragenen Sitzung des
Ausschusses Bauen und Wohnen und des Betriebsausschusses
Gebäudewirtschaft konnte Rummel eigenem Bekunden allerdings Konsens
erzielen. Schließlich gebe es den politischen Auftrag, die
Investitionen in die Bildung zu tätigen. „Dazu brauchen wir ausreichend
und qualifiziertes Personal“, begründet Rummel seinen Standpunkt.
Ingenieure gesucht
Einer möglichen Vertagung des Punktes in die übernächste Ratssitzung
sieht der Gebäudechef indes relativ gelassen entgegen. „Wir verlieren
zwar wichtige Zeit, aber wir können die notwendigen Ausschreibungen ja
schon vorbereiten“, erläuterte Rummel weiter. Aber an der Notwendigkeit
des zusätzlichen Stellenbedarfs ließ auch er keinerlei Zweifel, zumal
die Zeit drängt. Nach jüngsten Schätzungen fehlen in der Bundesrepublik
geschätzte 95.000 Ingenieurinnen und Ingenieure. Und die
Gehaltsstruktur des öffentlichen Dienstes ist wenig geeignet, das
entsprechende Personal automatisch zu gewinnen. „Je früher desto
besser“, weiß Rummel und auch Stadtdirektor Kahlen machte auf die
schwierigen Rahmenbedingungen der Rekrutierung aufmerksam. Eine
mögliche Verzögerung der vom Rat beschlossenen Bauvorhaben werde
allerdings nicht eintreten. „Wir werden in der Zwischenzeit notfalls
mit Urlaubssperren und Überstunden reagieren müssen, aber wir benötigen
eine zeitnahe Entlastung“, erklärte der Chef der Gebäudewirtschaft
abschließend.

























