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27. 05. 2012
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Aufregung über zusätzlichen Personalbedarf bei der Gebäudewirtschaft


18.08.2008 22:00 von:


Nicht zum ersten Mal schiebt die Stadtverwaltung wichtige Beschlussentwürfe kurz vor der Sitzung als „Tischvorlage“ in die Ausschüsse. Viele Ratsmitglieder fühlten sich damit buchstäblich „an die Wand gedrückt“, was sich auch in der gestrigen Sitzordnung wiederspiegelte. Konkret ging es um einen Mehrstellenbedarf von 14 Ingenieurstellen beim städtischen Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft. „Absolut inakzeptabel. So etwas ist vorher gar nicht aufgetaucht“, befand der Vorsitzende des Ausschusses Michael Zimmermann (SPD). Auch CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka konnte seinen Unmut nur mühsam verbergen. „Wir haben beim Beschluss über den Stellenplan versprochen, sehr genau hinzuschauen. Aus dem Stand heraus werden wir das nicht beschließen“, so Granitzka. Stadtdirektor Guido Kahlen bemühte sich die Wogen zu glätten. „Ich kann ihren Ärger verstehen“, so der oberste Vertreter der Verwaltung im Ausschuss.
   
Paket zu schultern   

Die Gründe liegen nach Meinung der Verwaltung allerdings auf der Hand. So ist der Mehrbedarf erst nach einer erneuten Bedarfsprüfung der vom Rat beschlossenen ehrgeizigen Investitionen unter anderem zur Übermittagsunterrichtung in den Gymnasien zu betrachten. Hier aber auch für anderen Schulformen sowie den Kindertagesstätten und zur U3-stehen der Gebäudewirtschaft in diesem Jahr fünf und im kommenden sogar zehn Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Die erst im Sommer dieses Jahres beschlossenen Investitionsvorhaben führen folgerichtig aber auch zu erhöhtem Personalbedarf, schließlich ist die Gebäudewirtschaft in der Mehrzahl der Neubauvorhaben Bauherr und damit für die Planung, Betreuung und Abnahme der Neubauten verantwortlich. „Das hat zu einer Neubewertung geführt“, erläuterte der Stadtdirektor weiter und bat die Ausschussmitglieder „es irgendwie bis zur Ratssitzung hinzubekommen“. Die Zeit ist dabei denkbar knapp bemessen. Am 25. August tagt der Finanzausschuss und bereits drei Tage später trifft sich der Stadtrat zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause. Eine Entscheidung ist nach derzeitigem Stand der Dinge unsicher.

Der Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft hatte jedoch zu den diesjährigen Beratungen für den Doppelhaushalt seinen Stellenplan bereits zu einem frühen Zeitpunkt vorgelegt, wie Kahlen zur Entlastung vortrug. Die Mehrkosten ließen sich zudem über Umverteilungen des im Haushalt eingestellten und verabschiedeten Etats finanzieren, wie der Chef der Gebäudewirtschaft Engelbert Rummel gegenüber Köln Nachrichten versicherte. In der parallel zur AVR-Sitzung ausgetragenen Sitzung des Ausschusses Bauen und Wohnen und des Betriebsausschusses Gebäudewirtschaft konnte Rummel eigenem Bekunden allerdings Konsens erzielen. Schließlich gebe es den politischen Auftrag, die Investitionen in die Bildung zu tätigen. „Dazu brauchen wir ausreichend und qualifiziertes Personal“, begründet Rummel seinen Standpunkt.

Ingenieure gesucht

Einer möglichen Vertagung des Punktes in die übernächste Ratssitzung sieht der Gebäudechef indes relativ gelassen entgegen. „Wir verlieren zwar wichtige Zeit, aber wir können die notwendigen Ausschreibungen ja schon vorbereiten“, erläuterte Rummel weiter. Aber an der Notwendigkeit des zusätzlichen Stellenbedarfs ließ auch er keinerlei Zweifel, zumal die Zeit drängt. Nach jüngsten Schätzungen fehlen in der Bundesrepublik geschätzte 95.000 Ingenieurinnen und Ingenieure. Und die Gehaltsstruktur des öffentlichen Dienstes ist wenig geeignet, das entsprechende Personal automatisch zu gewinnen. „Je früher desto besser“, weiß Rummel und auch Stadtdirektor Kahlen machte auf die schwierigen Rahmenbedingungen der Rekrutierung aufmerksam. Eine mögliche Verzögerung der vom Rat beschlossenen Bauvorhaben werde allerdings nicht eintreten. „Wir werden in der Zwischenzeit notfalls mit Urlaubssperren und Überstunden reagieren müssen, aber wir benötigen eine zeitnahe Entlastung“, erklärte der Chef der Gebäudewirtschaft abschließend.







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