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27. 05. 2012
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Ausbau der U3-Betreuung durch Tagesmütter stockt


27.04.2010 19:02 von:

Schlagwörter: Köln,Jugendhilfeausschuss,JHA,2010,Tagespflege,Tagesmutter,Vater,Ausbau,Personal

Ab dem Jahr 2013 besteht ein gesetzlicher Anspruch auf die Betreuung von Kinder unter drei Jahren. Aber schon jetzt wird deutlich, dass die größte Kommune des Landes Nordrhein-Westfalen ihrem Auftrag, mindestens ein Fünftel der notwendigen Betreuungsplätze über die Tagespflege bereit zu stellen, kaum nachkommen kann. In der heutigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses stand unter dem Tagesordnungspunkt 2.2. die Beantwortung der Stadtverwaltung auf eine entsprechende Anfrage der CDU-Fraktion aus der vergangenen Sitzung auf der Agenda. Tatsächlich liegt die Verwaltung bei dem Ausbau der Tagespflege mit 977 Pflegeplätzen um exakt 300 hinter ihrem eigenen Plan. Das Problem liegt dabei nicht etwa in der mangelnden Bereitschaft seitens der potenziellen Betreuer. Vielmehr habe die Stadt derzeit keine ausreichenden personellen Ressourcen, um entsprechend geschulte Pflegekräfte tatsächlich einzuteilen. Das Problem bestehe bereits seit Mitte vergangenen Jahres, hieß es in der Verwaltungsmitteilung weiter. Statt des empfohlenen Personalschlüssels von 1:50 bzw. 1:100 zwischen städtischen Vollzeitstellen im Bereich der Sozialpädagogen und den Tagesmüttern und –vätern liegt die Stadt derzeit bei einem Verhältnis von 1:219.

"Hier wird ein Ratsbeschluss nicht umgesetzt. Wir kritisieren das massiv", erklärte der jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Helge Schlieben, sichtlich erregt. Das Problem der fehlenden Ressourcen zur Erlaubniserteilung ist auch aus Sicht der Stadtverwaltung als drängendes Problem bekannt. "Wir haben in der Tat ein dickes Problem auf mehreren Ebenen", räumte Kölns Schul- und Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein ein. Den Aufwand, um den gesetzlichen Auftrag des Bundesgesetzgeber bis zum Jahr 2013 zu erfüllen, schätzt die Fachverwaltung auf acht bis neun Millionen Euro pro Jahr. Angesichts der derzeitigen Haushaltslage sei das aber nicht ohne zusätzliche Mittel aus Düsseldorf oder Berlin machbar, erläuterte die Beigeordnete. "Das können wir nicht alleine regeln", so Klein weiter. Insbesondere die Spitzen der Jugendverwaltung lehnen es aus Haftungsgründen ab, weitere Pflegekräfte in Dienst zu stellen. Sollte es in diesem Bereich zu Mängeln oder gar Verstößen kommen, wären Dezernentin Klein und die Leiterin des Kölner Jugendamtes, Carolin Krause, persönlich haftbar. Das aber lehnen beide mit Hinweis auf die genannten Zahlen ab. Immerhin: Von einer entsprechenden Ausbildung zur Tagespflegekraft wolle man die Interessenten keineswegs abhalten. Sie würden nur nach ihrer Ausbildung nicht übernommen, erläuterte die Beigeordnete abschließend.







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