Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





27. 05. 2012
Seite drucken

Auseinandersetzung um Verfahren für Bergungsbauwerk


23.03.2011 01:55 von:

Schlagwörter: Köln,Hauptausschuss,2011,März,Besichtigungsbaugrube,Baugrube,Gutachten,Waidmarkt

Anfang Februar tat sich an der Baugrube der Einsturzstelle am Waidmarkt auf. Bereits auf der letzten Sitzung des Hauptausschusses war das neuerliche Loch am nördlichen Rand des so genannten Bergungsbauwerks Thema der Ausführungen. Nach einem Bericht des Westdeutschen Rundfunks (WDR) und dem neuerlichen Vorwurf, die Stadt habe es bei der Planung des Bergungsbauwerks an Sorgfalt mangeln lassen und Fehler gemacht, war auch am gestrigen Montag wieder Hauptdiskussionspunkt. Im Kern ging es dabei um das gewählte Verfahren zur Stabilisierung der Baugrube, um dort das so genannte Bergungsbauwerk zu errichten. "Die Ausführung der Arbeiten entsprach dem Stand der Technik", stellte der von der Stadt beauftragte Gutachter und Oberbauleiter Dr. Jörg Holzhäuser deutlich. So habe bei dem Absacken des Erdreiches in einem Umfang von immerhin zwei Lkw-Ladungen keines der installierten Alarmsysteme (Feuerwehr und ARGE-Süd) angeschlagen. Auch eine Verformung der verlegten Bohrpfähle habe man nicht feststellen können, so Holzhäuser weiter.

Bei den Verfahren selbst standen drei mögliche Wege zur Wahl. Die erste Option, ein Hochdruck-Injektionsverfahren mit Beton, wurde von der Kölner Staatsanwaltschaft aus Beweissicherungsgründen abgelehnt. Die Ermittler befürchteten wohl, dass die angrenzende Schlitzwandlamelle in Mitleidenschaft gezogen und damit für die Beweissicherung nicht mehr brauchbar sei. Auch den Vorschlag, den Beton einzufärben, lehnte die Ermittlungsbehörde ab. Schließlich fiel auch die Wahl unter den anderen beiden Verfahren, eine Schaumverfestigung oder ein Vereisungsverfahren, keineswegs einstimmig aus. Während der Fachmann der KVB sich bereits früh für das Vereisungsverfahren entschied, waren die anderen Beteiligten mit der Schaumverfestigung einverstanden. Dass die Stadt damit auch etwas weniger Geld verausgabte, war nach Aussage von Baudezernent Bernd Streitberger eher ein Nebeneffekt. "Kosten und Zeit standen nicht vorne, aber wir lassen diese Aspekte auch nicht außer Acht", räumte der Beigeordnete ein.

Politik bleibt skeptisch

So ganz beruhigen konnten die neuerlichen Ausführungen die anwesenden Ratspolitiker nicht. "Das ist nicht akzeptabel. Man hat uns immer versichert, es gebe keine Risiken und nun ist doch was passiert", bemerkte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Karl Klipper von der CDU. Der neuerliche Einsturz sei "verheerend in der öffentlichen Darstellung. Das hätte unglücklicher nicht sein können", ergänzte auch SPD-Fraktionschef Martin Börschel. Trotz der Versicherungen und Ausführungen der Verwaltung bleibe "ein ungutes Gefühl", wie Klipper anmerkte. Und erst auf die Nachfrage von SPD-Mann Börschel räumten die Verantwortlichen ein, dass die Wahl des Verfahrens keineswegs so klar gewesen sind, wie sie zunächst dargestellt wurden. Stand der Technik und hinlänglich geprüft und für sicher befunden waren alle drei Verfahren, stellte Gutachter Holzhäuser klar. Allerdings belegt bei allem technischen Fortschritt der abschließende Satz des Baugutachters, dass es auch bei sorgfältiger Abwägung keine hundertprozentige Sicherheit gibt. "Jedes Verfahren hat seine Restrisiken", erklärte der Tiefbauexperte. Ob eine Vereisung tatsächlich sicherer sei, lässt sich im Nachgang der Ereignisse nicht mehr eindeutig beantworten. Dass die Stadt jetzt trotzdem mit der Vereisung des Untergrunds begonnen hat, stehen der obersten Priorität Sicherheit nicht entgegen.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse