27. 05. 2012
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CDU will Gebührenbeiträge stabil halten
„Das ist keine Einzelfallregelung. Wir wollen bis 2018 die Gebühren
halten“, umschrieb CDU-Fraktionschef Winrich Granitzka die Position
seiner Partei in Sachen Gebührenerhöhungen. Traditionell legt die
Verwaltung zum Jahresende Anpassungen der Gebührentarife für
öffentliche Dienstleistungen vor, so auch in diesem Jahr. Doch während
im Falle der Abwassergebühren schon in der Verwaltungsvorlage die
Alternative „keine Gebührenerhöhung“ enthalten ist, will die
Stadtverwaltung die Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung um 1,3
bzw. 5,8 Prozent erhöhen. Hauptargument der Befürworter: Durch die
Tarifanpassungen im öffentlichen Dienst um vier Prozent im laufenden
und weitere 3,5 Prozent im kommenden Jahr haben sich auch die Ausgaben
der zum Stadtwerke-Konzern gehörenden Tochtergesellschaft
Abfallwirtschaftsbetriebe AWB erhöht.
„Abfall- und Straßenreinigungsgebühren müssen auskömmlich sein.
Allerdings klafft eine Lücke zwischen dem voraussichtlichen Gewinn der
AWB und den potenziellen Wenigereinnahmen“, so Granitzka weiter. Will
heißen: Der Gewinn der AWB soll im laufenden Jahr bei rund 8,5
Millionen Euro liegen, der Verzicht auf eine Gebührenerhöhung belastet
den Haushalt der Stadt um rund 3,4 Millionen Euro. „Angesichts der
Wirtschaftskrise reden alle davon, den Gürtel enger zu schnallen. Eine
Gebührenerhöhung ist nicht erforderlich“, so Granitzka weiter. In den
Änderungsanträgen der CDU, die nach ihrer Beratung im Umweltausschuss
letztlich im Stadtrat am Donnerstag beschlossen werden müssen, will die
CDU weitere Maßnahmen einführen. Dabei könnte Einwohnern, die alleine
auf einem Grundstück wohnen, aufgrund ihres geringeren Bedarfs
zukünftig eine 30 statt einer 60-Liter-Tonne vor die Tür gestellt
werden. „Das wäre nach der derzeitigen Beschlussvorlage der Verwaltung
nicht möglich“, begründet der umweltpolitische Sprecher der
CDU-Fraktion Dr. Michael Paul den eigenen Änderungsantrag.
AWB 2018 – 40 Stellen sollen wegfallen
Dabei will die in der stadteigenen AWB zusammengefassten
Reinigungsdienste ohnehin schon für die Zukunft trimmen. Unter dem
Namen „AWB 2018“ hat sich die AWB das Ziel gesetzt, pro Jahr weitere
3,5 Millionen Euro vom kommenden Jahr an einzusparen. Das soll unter
anderem durch den Wegfall von 40 Planstellen im Unternehmen geschehen.
„Dieses freiwerdende Geld wollen wir für die mittelfristige
Stabilisierung der Gebühren für Abfall und Straßenreinigung einsetzen“,
erläuterte Granitzka weiter. Der Verzicht auf eine Gebührenerhöhung
sieht Granitzka als „Zeichen der Solidarität“. „Private Haushalte
sollen nicht ohne Not belastet werden“, so der CDU-Fraktionschef
weiter. Das bedeutet aber auch, dass die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der AWB mitspielen müssen, wie sein Fraktionskollege Paul
betonte. Positive Rückmeldungen aus dem Betriebsrat gebe es bereits, so
der CDU-Politiker weiter. Paul ist neben seiner Funktion als
CDU-Stadtrat und Sprecher in Umweltfragen auch Vorsitzender des
AWB-Aufsichtsrats.
Die Gewinnsteigerung der AWB auf rund 8,5 Millionen Euro, die für das
laufende Jahr prognostiziert wurde, sei vor allem auf die im
Jahresdurchschnitt angefallen höheren Erträge aus dem Verkauf des
Wertstoffe, insbesondere Papier, zurückzuführen. So begrüßt auch die
CDU die geplante Verlängerung des Leistungsvertrages zwischen Stadt und
AWB. „Unsere Müllabfuhr ist gut, sie kann aber noch besser werden“, so
Paul. Etwas komplizierter wird die haushaltsrechtliche Umsetzung des
CDU-Beschlussvorschlages. Da die AWB eine 100-prozentige Tochter des
Stadtwerkekonzerns (SWK GmbH) ist, müsste der Gebührenverzicht durch
eine entsprechend höhere Ausschüttung des Stadtwerkekonzerns an die
Stadtkasse weiter gegeben werden. Effizienzgewinne in der Zukunft
sollten dabei als eine Art „Schwankungsreserve in eine Art Rücklage
fließen, um die Gebühren auch über die beiden kommenden Wahljahre
hinaus stabil zu halten, erläuterte Umweltexperte Paul weiter. Die
Gewinnabführung selbst muss allerdings nachträglich beschlossen werden,
da der Jahresabschluss erst nach Abschluss des Kalenderjahres erfolgen
kann. Im Falle der Stadtentwässerungsbetriebe habe man da weitaus
weniger Steuerungsbedarf. Da die Verwaltung in ihrer Vorlage bereits
die Alternative ohne Gebührenerhöhung aufgelistet hat, sieht die CDU in
diesem Punkt keinen Handlungsbedarf. „Wir begrüßen die Alternative ohne
Gebührenerhöhung“, so Granitzka abschließend.

























