27. 05. 2012
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Ein Turbokreisel in der Kölner Innenstadt
An der Kreuzung Roonstraße / Ecke Lindenstraße könnte schon bald ein so genannter Turbokreisel entstehen. Unter Tagesordnungspunkt 4.7. fand in der heutigen Sitzung des Verkehrsausschusses die erste Aussprache der Fachpolitiker zu dem Bauvorhaben statt. Der zweispurige Turbokreisel ist dabei das Ergebnis umfangreicher Simulationen der Verkehrsplaner aus dem zuständigen Fachamt, wie die Verwaltungsspitze um Baudezernent Bernd Streitberger und den Leiter des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, Klaus Harzendorf, die vorgelegte erste Planskizze erläuterten. In einer ersten Einschätzung ist ein zweispurig angelegter Kreisverkehr besser geeignet wie ein einfacher einspuriger. Das hat nach Darstellung der Verwaltung mehrere Gründe. Zum einen liegt das am starken Aufkommen von Fußgängern, zum anderen an der ungleichen Belastung der beiden kreuzenden Zufahrtsstraßen. Als etwas kompliziert könnte sich die Schilderung darstellen, schließlich gibt es in Köln vergleichbare Kreisverkehre im Stadtgebiet noch nicht. Um den Unfallschwerpunkt zu entzerren, ist dies aber nach Darstellung der Verwaltung die beste Variante. "Wir haben lange und intensiv simuliert. Uns ist klar, dass diese Form von Kreisel ein nicht bekanntes System ist", räumte Harzendorf ein. "Als ich die Vorlage zum ersten Mal sah, habe ich erst einmal geschluckt. Aber ich stehe dazu, das zu bauen. Die vorgeschlagene Regelung spart Geld, Kraft und Nerven", warb auch Baudezernent Streitberger. Die Kreuzung hat innerhalb der städtischen Prioritätenliste die Stufe 4. Die Durchfahrt in Richtung Marsilstein soll darüber hinaus dauerhaft unterbunden werden, so der vorgelegte Beschlussvorschlag.
Kritik an der vorgelegten Planung kam vor allem von den Grünen. "Ein Turbokreisel macht keinen Sinn", so die kurze Eingabe von Grünen-Ratsfrau Bettina Tull. Für sie und Ihre Fraktion steht überdies in Frage, ob die Roonstraße überhaupt vierspurig bleiben soll. Optimierungsbedarf sieht die Verkehrsexpertin der Grünen-Fraktion vor allem bei den Radwegebeziehungen. Überdies hält sie einen einspurigen und damit deutlich kleineren Kreisel für absolut ausreichend. Auch die SPD sieht Die Radwegebeziehungen als Kritikpunkt. Im Gegensatz zum Koalitionspartner schloss sich Ratsfrau Susana dos Santos Herrmann der Meinung nach Verkehrsbeschränkungen auf dieser wichtigen innerstädtischen Verkehrsachse nicht an. "Wir sind eine Großstadt, der Verkehr muss ordentlich fließen", so die stellvertretende Ausschussvorsitzende. Zustimmung gab es auch von CDU und FDP, wenn auch mit veränderten Vorzeichen. "Der Vorschlag hat unsere Zustimmung, aber nur mit einem Turbokreisel. Ein einspuriger Kreisverkehr kann die Belastungen in Spitzenzeiten nicht bewältigen. Die Diskussion um die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer auf Basis der verbrauchten Flächen geht an der Sache vorbei", erläuterte CDU-Stadtrat Karsten Möring die Position seiner Fraktion. FDP-Ratsfrau Christtraut Kirchmeyer, die im Übrigen das Durchfahrtsverbot zum Marsilstein ablehnte, reagierte auf die Ausführungen Tulls mit der leicht ironischen Frage, ob die Grünen mitbekommen haben, dass Köln eine Großstadt mit entsprechendem Verkehrsaufkommen sei. Die Angesprochene reagierte mit der ebenso ironischen Replik, dass die Roonstraße keine Schnellstraße sein müsse. Die Diskussion um den möglichen ersten Turbokreisel ist also gestartet.
Nach den vorläufigen Berechnungen der Verwaltung würde die Einrichtung eines solchen Kreisverkehrs 260.950 Euro kosten. Dem stünden durch den Abbau der Lichtsignalanlagen an der Kreuzung jährliche Einsparungen in Höhe von 18.282 Euro gegenüber. Als Alternative steht eine Änderung der Rot- und Grünphasen auf dem Plan. Dies gelte insbesondere für die Linksabbiegerspur an der Lindenstraße in Richtung stadtauswärts. Hier ist die Kreuzung am gefährlichsten, wie auch die Unfallzahlen beweisen. Die Verwaltung von einer solchen Lösung jedoch ab, da sie zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen, insbesondere zu den Spitzenzeiten, führen werde. Zunächst geht die Vorlage der Verwaltung in die Bezirksvertretung Innenstadt und den Stadtentwicklungsausschuss. Die Wiedervorlage für den zweiten Durchgang ist auf den 7. September dieses Jahres datiert.

























