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27. 05. 2012
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Einzelhandelskonzept für die Innenstadt vorgestellt


25.08.2009 05:11 von:

Schlagwörter: Köln,Einzelhandel,Wirtschaftsausschuss,Studie,Stadtrat,Einzelhandelskonzept

Die Vorlage 3008/2009 hat gute Chancen zu einer der mächtigsten Vorlagen zu werden, die den Ratsmitgliedern in der laufenden Legislaturperiode zur Debatte zugesandt wurde. 158 Seiten inklusive eineinhalb Seiten Rahmentext stehen als Entscheidungsgrundlage für weitere Maßnahmen an. Und in der Tat verhilft die Studie zu einem differenzierten Blick hinter die vielfältigen Gesichter der Kölner Innenstadt. Nicht nur, dass sie mit über 130.000 Einwohnern im Stadtbezirk eine der am dichtesten besiedelten Großstädte Deutschlands ist. Die Kölner Einzelhandelslandschaft ist geprägt durch eine starke 1a-Innenstadtlage und diverse Teilzentren. Nach einem fünfstufigen "CIMA-Qualitätscheck" in punkto Zielgruppen- und Qualitätsorientierung und einer vierstufigen Skala zur Warenpräsentation bzw. zur Ladengestaltung. Auch in Köln ist der Megatrend des Einzelhandels zu spüren. Wer das noch nicht registriert hat, sollte mal die rechtsrheinischen Hauptstraßen in Richtung Stadtgrenze begehen. Ein-Euro-Stores, Imbissbuden und Kioske prägen das Bild so mancher Nahversorgung. Auf der anderen Seite stehen Mietpreise in Spitzenlagen (Schildergasse/Hohe Straße) von bis zu 260 Euro pro Quadratmeter, wie der Bericht eines bundesweit tätigen Maklerhauses bestätigte.

Passagenkonzept und städtebauliche Akzente

Der nähere Blick auf die Innenstadtbereiche zeigt, dass mit architektonisch anspruchsvollen Gebäuden selbst beste Geschäftslagen noch aufgewertet werden können. Das gilt für das Weltstadthaus (Peek & Cloppenburg) wie für das erst kürzlich vollständig sanierte "Disch-Haus". Auch die "Neumarkt-Galerie" zählt zu den Positivbeispielen, der Einfluss der Rhein-Arkaden für den Standort Kalk oder das Rhein-Center für die Einkaufstraßen von Lindenthal und Sülz ist hingegen durchaus strittig. In der Innenstadt gilt indes ein insgesamt höherer Qualitätsanspruch. Das zeigt sich auch in der Aufschlüsselung der Branchen. Während im engeren City-Bereich1289 Einzelhandelsbetriebe gerade einmal 17 Prozent aller Kölner Ladenbetriebe ausmachen, stellen sie bereits ein Viertel der gesamten Verkaufsfläche (386.075 Quadratmeter). Mit geschätzten 1,77 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr werden in der City sogar 29 Prozent aller Umsätze stadtweit getätigt. Zählt man die anderen Stadtteile und Deutz noch mit hinzu, wird sogar knapp jeder dritte Euro in Geschäften in diesem Stadtbezirk umgesetzt, ergab die Studie weiter.

Konkrete Handlungsempfehlungen

Was die konkreten Handlungsempfehlungen ergibt schon der erste grobe Überblick, dass die Stadt einige wichtige Maßnahmen bereits in Gang gebracht hat. So sind die verschiedenen Sauberkeitsinitiativen der Stadtspitze (Domstreife, Ordnungsdienst, AWB-Übernahme) mit Millionenaufwand kein herausgeschmissenes Geld. Alleine die zusätzlichen Reinigungsmaßnahmen in den zentralen Innenstadtlagen kosten den Steuerzahler mehrere Millionen Euro pro Jahr. Aber genau das ist notwendig, so eine der konkreten Handlungsempfehlungen. In Anbetracht der momentanen Entwicklungstrends im Einzelhandel gilt es gerade für die anderen Bereiche der Kölner Citylage wie Belgisches Viertel, Pfeil- oder Benesisstraße, ihren individuellen Charakter zu bewahren. Ziel müsse ein so genannter "Rundlauf der Lagen" sein, der sich von den beiden Kölner Haupteinkaufsstraßen über Neumarkt und Rudolfplatz hinaus, das belgische Viertel umschließend über Friesenplatz, Dom und Altstadt schließt. Andere Schwerpunktnutzungen wie Altstadt und Quartier Latäng (Gastronomie) werden nicht näher erläutert. Der Mut zu städtebaulichen Akzenten muss jedoch eine Konsequenz haben. "Die Gestaltung des öffentlichen Raums hat diesen formulierten Ansprüchen zu entsprechen", heißt es dort im Wortlaut auf Seite 136.

Ansonsten zeigt sich die Domstadt in ihrer Mitte eher durchschnittlich im bundesweiten Vergleich, wie die von der Stadt Köln beauftragte Stadtmarketinggesellschaft CIMA in ihrer Studie weiter berichtete. Das muss nichts Schlechtes bedeuten, immerhin zeigt sich damit – zumindest für den Citybereich – kein nennenswerter Ausbrecher. Dies gilt sowohl für die durchschnittliche Verkaufsfläche pro Einwohner wie auch für die anderen Vergleichswerte eines Einzelhandelsrankings. Und weil die Errichtung eines neuen "Shopping-Centers" oder gar "Urban Entertainment Centers" nördlich der Linie Rudolfplatz- Heumarkt eher unwahrscheinlich erscheint, wird sich an dieser eigentlich gesunden Einzelhandelsstruktur auf absehbare Zeit nichts ändern. In Sachen Vermarktung haben die Stadtverantwortlichen allerdings keinen allzu großen Schritt nach vorne getan. Der Slogan "Köln ist ein Gefühl" als neue Dachmarke ist aus Sicht der Kölner Stadtmarketingexperten jedoch nur ein "bemerkenswerter Zwischenschritt". Bei dieser geforderten Bündelung der Vermarktungsaktivitäten dürfen aber die Nebenlagen im City-Bereich nicht zu kurz kommen. So gilt beim (internationalen) Stadtmarketing Kölns zwar das Motto "Schlagkraft" erhöhen, aber die Einbeziehung der anderen Geschäftslagen darf nicht vernachlässigt werden. Auch in die politische Beratung greift die Studie bereits ein. So soll nach dem Willen der Autoren das vorliegende Einzelhandelskonzept gemeinsam mit dem Masterplan diskutiert werden, empfiehlt das Gutachten abschließend.

Der Studie voraus ging ein so genannter Pre-Test für den Stadtbezirk Mülheim. Nach Abschluss dieses Tests vor einem Jahr wurde in einem gemeinsamen Werkstattgespräch von Stadt und IHK auch die Fachöffentlichkeit eingeladen. Köln verfügt über mehr als 80 "Zentren" des Einzelhandels. Die Studie zur Innenstadt ist Teil des neuen Kölner Einzelhandelskonzeptes. Die letzte systematische Aufarbeitung des Einzelhandels stammt aus dem Jahr 1992.







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