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27. 05. 2012
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Eklat um geplante Flora-Sanierung


15.12.2008 23:00 von:

Schlagwörter: Köln,Flora,Sanierung,Finanzausschuss,Veranstaltungszentrum,Köln,Kongress

Das in die Jahre gekommene Gebäude, vor allem aber seine marode Haustechnik, sollten umfassend saniert und mit deutlich mehr Veranstaltungsfläche ausgestattet werden. Ein Nebengebäude sollte die technischen Anlagen beherbergen und unter dem wiederherzustellenden Tonnendach sollte auf einer Zwischenebene neben einem Veranstaltungsraum auch ein Bürotrakt entstehen. Der städtische Eigenbetrieb KölnKongress – seit 2007 auch Betreiber der Flora – wollte hier eigentlich ab 2010 seine neuen Büros beziehen. All das scheint nun in Gefahr. Grund dafür war eine nicht umgedruckte Mitteilung der Verwaltung, die am gestrigen Montag dem Kölner Finanzausschuss vorgelegt wurde. Der Gestaltungsbeirat – ein Gremium aus fünf Experten für Städtebau und Stadtbaukultur – äußerte massive Kritik an den Planungen der Gebäudewirtschaft und der darin enthaltenen Nutzungskonzeption der städtischen Immobilie.

Zwar sind die Sitzungen des Gestaltungsbeirats nicht-öffentlich. Doch bereits während der Sitzung wurde deutlich, dass die Kritik des beratenden Gremiums keineswegs an Kleinigkeiten festgemacht wurde, vielmehr kritisierten die dort versammelten und stimmberechtigten Experten das Projekt in Gänze. „Ich bin seit zehn Jahren Mitglied im Gestaltungsbeirat. Eine solch vernichtende Kritik an einem Projekt habe ich bis jetzt noch nicht erlebt“, fasste Ratsmitglied und CDU-Fraktionsvize Karl Klipper seine Eindrücke der letzten Sitzung zusammen. Er äußerte massive Kritik am Verfahren, vor allem aber an der späten Einbeziehung des Gestaltungsbeirat. „Wir dürfen über die Kritik des Gestaltungsbeirats nicht hinweggehen“, meinte auch Grünen-Fraktionsvize Jörg Frank. Und der Vorsitzende des Ausschusses Martin Börschel verlangte einen neuen Weg. Und so wird es kommen. Die Aufstellung der Leistungsverzeichnisse ans Vergabeamt – eigentlich sollten sie in diesem Jahr noch fertig gestellt sein, sind erst einmal gestoppt. Stattdessen soll es Mitte Januar zwei weitere Sitzungen des Ausschusses mit dem Gestaltungsbeirat und dem Stuttgarter Architekten geben, der für die Planung der neuen Flora ausgewählt wurde und der im Sommer das nun in die Kritik geratene Nutzungskonzept vorgestellt hatte.

Zwar ist der Betriebsausschuss Veranstaltungszentrum, der regelmäßig zusammen mit dem Finanzausschuss tagt, für die eigenbetriebsähnliche Einrichtung KölnKongress und damit für die Kölner Veranstaltungszentren im Portfolio zuständig. Aber in Fragen der architektonischen und städtebaulichen Ästhetik sei man nun mal auf die Expertenmeinung und damit auf Gremien wie den Gestaltungsbeirat angewiesen, erklärte Börschel weiter. „Wir brauchen einen Weg, zum Beispiel durch einen Workshop im Anschluss“, so der SPD-Politiker. Einwände gegen eine erneute Verzögerung kamen aus der Verwaltung und von FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite. Der kritisierte, dass bei einer erneuten Umplanung und dem vor allem geforderten Wegfall der Zwischenebene unter dem Tonnendach ein wirtschaftlicher Betrieb nicht notwendig ist. Durch die Vezögerung werde zudem der geplante Zeitplan, zu Beginn der Session 2010 mit dem Umbau der Flora fertig zu werden, über den Haufen geworfen. Auch die bereits verausgabten Planungsmittel seien dann weg, erklärte der Chef der Kölner Kämmerei, Hans-Dieter Körber. „Die entscheidende Frage ist: Wie will ich die Flora zukünftig nutzen“, so Körber weiter. Und der Leiter des Eigenbetriebs Gebäudewirtschaft Engelbert Rummel wies den Ausschuss auf die geltende Beschlusslage hin, in der der Ausschuss Nutzungskonzept und Zeitplan bereits beraten und abgestimmt hatte. Für Breite sind die Einwände des Gestaltungsbeirats „De-Luxe-Forderungen“. „Unter diesen Umständen werden wir die neue Flora wahrscheinlich gar nicht bekommen“, so Breite.

Nun soll das vorliegende Nutzungskonzept, dass eine Ausweitung der Veranstaltungsflächen und eine Verlegung der Haustechnik in einen zu errichtenden Neubau verlagern will, mit allen Beteiligten noch mal diskutiert werden. Insbesondere gehe es wohl darum, die Notwendigkeit einer Nutzungsänderung bzw. – ausweitung zu erläutern. Ob sich der Gestaltungsbeirat davon überzeugen lassen wird, steht allerdings in den Sternen. Das Stuttgarter Planungsbüro Intermetric hatte als eines von sechs eingeladenenen Architekturbüros in dem Verfahren durchgesetzt.







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