27. 05. 2012
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Eklat um geplante Flora-Sanierung
Das in die Jahre gekommene Gebäude, vor allem aber seine marode
Haustechnik, sollten umfassend saniert und mit deutlich mehr
Veranstaltungsfläche ausgestattet werden.
Ein Nebengebäude sollte die technischen Anlagen beherbergen und unter
dem wiederherzustellenden Tonnendach sollte auf einer Zwischenebene
neben einem Veranstaltungsraum auch ein Bürotrakt entstehen. Der
städtische Eigenbetrieb KölnKongress – seit 2007 auch Betreiber der
Flora – wollte hier eigentlich ab 2010 seine neuen Büros beziehen. All
das scheint nun in Gefahr. Grund dafür war eine nicht umgedruckte
Mitteilung der Verwaltung, die am gestrigen Montag dem Kölner
Finanzausschuss vorgelegt wurde. Der Gestaltungsbeirat – ein Gremium
aus fünf Experten für Städtebau und Stadtbaukultur – äußerte massive
Kritik an den Planungen der Gebäudewirtschaft und der darin enthaltenen
Nutzungskonzeption der städtischen Immobilie.
Zwar sind die Sitzungen des Gestaltungsbeirats nicht-öffentlich. Doch
bereits während der Sitzung wurde deutlich, dass die Kritik des
beratenden Gremiums keineswegs an Kleinigkeiten festgemacht wurde,
vielmehr kritisierten die dort versammelten und stimmberechtigten
Experten das Projekt in Gänze. „Ich bin seit zehn Jahren Mitglied im
Gestaltungsbeirat. Eine solch vernichtende Kritik an einem Projekt habe
ich bis jetzt noch nicht erlebt“, fasste Ratsmitglied und
CDU-Fraktionsvize Karl Klipper seine Eindrücke der letzten Sitzung
zusammen. Er äußerte massive Kritik am Verfahren, vor allem aber an der
späten Einbeziehung des Gestaltungsbeirat. „Wir dürfen über die Kritik
des Gestaltungsbeirats nicht hinweggehen“, meinte auch
Grünen-Fraktionsvize Jörg Frank. Und der Vorsitzende des Ausschusses
Martin Börschel verlangte einen neuen Weg. Und so wird es kommen. Die
Aufstellung der Leistungsverzeichnisse ans Vergabeamt – eigentlich
sollten sie in diesem Jahr noch fertig gestellt sein, sind erst einmal
gestoppt. Stattdessen soll es Mitte Januar zwei weitere Sitzungen des
Ausschusses mit dem Gestaltungsbeirat und dem Stuttgarter Architekten
geben, der für die Planung der neuen Flora ausgewählt wurde und der im
Sommer das nun in die Kritik geratene Nutzungskonzept vorgestellt hatte.
Zwar ist der Betriebsausschuss Veranstaltungszentrum, der regelmäßig
zusammen mit dem Finanzausschuss tagt, für die eigenbetriebsähnliche
Einrichtung KölnKongress und damit für die Kölner Veranstaltungszentren
im Portfolio zuständig. Aber in Fragen der architektonischen und
städtebaulichen Ästhetik sei man nun mal auf die Expertenmeinung und
damit auf Gremien wie den Gestaltungsbeirat angewiesen, erklärte
Börschel weiter. „Wir brauchen einen Weg, zum Beispiel durch einen
Workshop im Anschluss“, so der SPD-Politiker. Einwände gegen eine
erneute Verzögerung kamen aus der Verwaltung und von
FDP-Fraktionsgeschäftsführer Ulrich Breite. Der kritisierte, dass bei
einer erneuten Umplanung und dem vor allem geforderten Wegfall der
Zwischenebene unter dem Tonnendach ein wirtschaftlicher Betrieb nicht
notwendig ist. Durch die Vezögerung werde zudem der geplante Zeitplan,
zu Beginn der Session 2010 mit dem Umbau der Flora fertig zu werden,
über den Haufen geworfen. Auch die bereits verausgabten Planungsmittel
seien dann weg, erklärte der Chef der Kölner Kämmerei, Hans-Dieter
Körber. „Die entscheidende Frage ist: Wie will ich die Flora zukünftig
nutzen“, so Körber weiter. Und der Leiter des Eigenbetriebs
Gebäudewirtschaft Engelbert Rummel wies den Ausschuss auf die geltende
Beschlusslage hin, in der der Ausschuss Nutzungskonzept und Zeitplan
bereits beraten und abgestimmt hatte. Für Breite sind die Einwände des
Gestaltungsbeirats „De-Luxe-Forderungen“. „Unter diesen Umständen
werden wir die neue Flora wahrscheinlich gar nicht bekommen“, so Breite.
Nun soll das vorliegende Nutzungskonzept, dass eine Ausweitung der
Veranstaltungsflächen und eine Verlegung der Haustechnik in einen zu
errichtenden Neubau verlagern will, mit allen Beteiligten noch mal
diskutiert werden. Insbesondere gehe es wohl darum, die Notwendigkeit
einer Nutzungsänderung bzw. – ausweitung zu erläutern. Ob sich der
Gestaltungsbeirat davon überzeugen lassen wird, steht allerdings in den
Sternen. Das Stuttgarter Planungsbüro Intermetric hatte als eines von
sechs eingeladenenen Architekturbüros in dem Verfahren durchgesetzt.

























