27. 05. 2012
Seite drucken
Finanzausschuss: Städtischer Haushalt weiter verbessert
Im Gegensatz zur Situation vor drei Jahren sei Köln nun „in der
glücklichen Lage, wieder Geld anlegen zu können“, wie der Kämmerer
Peter-Michael Soenius auf der heutigen Sitzung des Finanzausschusses
erklärte.
Hatte man vor drei Jahren noch Kassenkredite in dreistelligen Millionen
Euro-Höhe, erwirtschafte man nun ein kleines Plus. Allerdings bleiben
die städtischen Schulden mit rund 2,45 Milliarden Euro annähernd auf
dem Stand von vor drei Jahren. Grund für die positiven Äußerungen waren
aber auch die jüngsten Finanzzahlen des städtischen Haushalts mit Stand
2. September 2008, die dem Ausschuss in einer Tischvorlage präsentiert
wurden. Zu den Verbesserungen gegenüber der letzten
Verwaltungsmitteilung hatte sich das saldierte Plus von knapp über 30
auf nunmehr 37,7 Millionen Euro erhöht. Hauptgrund dafür waren die
weiterhin gestiegenen Gewerbesteuereinnahmen im laufenden Jahr. Das so
genannte „Anordnungssoll“ stieg von 997,3 zur August-Sitzung des
Finanzausschusses binnen eines Monats auf 1.016,2 Millionen Euro.
Geplant für das Gesamtjahr sind 1.030 Millionen Euro, folglich hatte
man 98,7 Prozent des im Haushaltsplan angesetzten Einnahmevolumen
erreicht.
Leichte Veränderungen in einzelnen Bereichen
In der Auszahlung investiver Maßnahmen werden die beiden
Stadtentwicklungsprojekte in Chorweiler (Dacherneuerung S-Bahn
Chorweiler-Nord) sowie die „Stadtsanierung Porz-Finkenberg“ mit einem
Gesamtausgabevolumen von 2,5 Millionen Euro in das nächste Fiskaljahr
verschoben. Auch im Bereich „Abfallbeseitigung und Verwertung“ zur
Verbesserung kommt in der Finanzrechnung („Cash-Flow“) zu wesentlichen
Verbesserungen der Haushaltssituation. Hier wirkte sich die jüngste
Kostenschätzung der Verwaltung in Sachen Baumaßnahmen Mülldeponie
Vereinigte Ville aus. Nach derzeitigem Kenntnisstand geht der Kämmerer
von einer Wenigerauszahlung in Höhe von 6,2 Millionen Euro aus. Diese
Verbesserung wird aller Voraussicht nach nicht ins nächste
Haushaltsjahr verschoben, da die Gesamtkosten der Baumaßnahme, an der
die Stadt Köln maßgeblich beteiligt ist, voraussichtlich unter den
geplanten Ansätzen liegt, wie die Verwaltungsvorlage beschreibt.
Weitere vier Millionen Euro an Verbesserungen verzeichnet die
Finanzrechnung in den Bereichen „Grün“, „Erschließung“ und
„Schuldendienst für Darlehen“.
Insgesamt stellt sich die Situation dank der gestiegenen
Gewerbesteuerschätzungen – endgültige Zahlen gibt es unter Vorbehalt
möglicher Nachzahlungen erst mit der Schlussrechnung des
Haushaltsjahres – verhalten positiv nach. In der Ergebnisrechnung waren
die Unterschiede ohnehin nur minimal. Lediglich bei den
Personalausgaben gab es eine nochmalige Verbesserung. Statt 16
Millionen Euro Wenigerausgaben beläuft sich dieser Betrag inzwischen
auf 17 Millionen, was aber angesichts des derzeitigen Stellenplans
keine wirklich nachhaltige Verbesserung ist. Die Probleme bei der
Besetzung neuer Stellen in verschiedenen Fachbereichen der Verwaltung
wie zum Beispiel bei der Bauunterhaltung der Stadtbahn
(Personalgewinnung für das Großprojekt Rheinbrücken) sind aber
weiterhin drängend. Wer allerdings auf der heutigen Sitzung einen
Beschluss zu einer ersten Überprüfung des seinerzeit von der Verwaltung
vorgelegten Stellenplan erwartete, wurde ein wenig enttäuscht. Diese
Vorlage wurde bereits vorab zurückgezogen und dementsprechend gar nicht
behandelt.
Von den übrigen Bereichen ist lediglich der Bereich „Stadtentwicklung“
bemerkenswert. Hier werden durch das Zurückstellen verschiedener
Maßnahmen zwar Kosten eingespart. Die fallen aber dank der laufenden
Projekte (Dokumentationen und Beauftragungen wurden zurückgestellt) im
kommenden Haushaltsjahr erneut an. Eine weitere Verbesserung des
Ergebnisplan ergab sich durch die Übertragung des Zuschusses an die
Deutsche Bahn für die Erschließung der Bahnsteige in Deutz in einen
anderen Bereich des Haushalts. Nach Prüfung wird dieser Zuschuss aus
der investiven Finanzrechnung bezahlt.
Wo bleiben die vielen „Knöllchen“ ?
Der ursprüngliche Haushaltsplan im Bereich „Öffentliche Ordnung“ sah im
Haushaltsplan deutlich weniger Einnahmen voraus. Hier wirkten sich wohl
auch die jüngsten Verschärfungen des Bußgeldkatalogs sowie die
intensivere Überprüfung durch mehr Ordnungspersonal positiv auf die
Ergebnisrechnung dieses Bereiches aus. Es dürfte viele Kölnerinnen und
Kölner ärgern, den Kämmerer und damit die Haushaltspolitiker dürfte es
hingegen freuen, dass der Haushaltsplan in diesem Bereich um eine ganze
Million Euro überschritten ist. Verantwortlich dafür sind nach Angaben
der Verwaltung zwei Gründe. Neben dem schon angedeuteten Anstieg von
Anzeigen in der Bußgeldstelle kommen zusätzlich mehr Einnahmen durch
die verstärkte Einforderung von Bestattungskosten bei den
Kostenpflichtigen, wie es in der Vorlage abschließend hieß. Und da sagt
einer noch, angesichts eines Haushaltsvolumens von annähernd vier
Milliarden Euro, die Stadt wolle sich mit den Knöllchen finanziell
sanieren.

























