27. 05. 2012
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Hauptausschuss eröffnet neue Beratungsfolge
Es war wohl eine der kürzesten Sitzungen, die der Hauptausschuss in seiner jüngeren Geschichte absolvieren dürfte. Ganze 20 Minuten dauerte es, bis sich die Kommunalpolitik durch die Tagesordnung der gestrigen Sitzung gearbeitet hatte. Dass die Sitzung derart zügig über die Bühne, lag am gestrigen Montag unter anderem auch an KVB-Technikvorstand Jörn Schwarze. Der Nachfolger von Walter Reinarz flog regelrecht über die zuvor vorbereiteten Folien seiner Präsentation und war – sehr zur Freude der Ausschussmitglieder – bereits nach gefühlten zwei Minuten mit seinem Vortrag durch. Tatsächlich gab es auch in der Sache kaum Neues zu berichten.
Derzeit arbeite man mit Hochdruck an der Beseitigung letzter Trümmerteile. Das ist notwendig, um die geforderten Auflagen an das Besichtigungsbauwerk zu erfüllen. Eigentlich wäre die Arbeit der KVB in Sachen Archivalienbergung bereits zum jetzigen Zeitpunkt abgeschlossen. Aber weil der vom Gericht bestellte Sachverständige die in Verdacht stehende Lamelle 11 zur Ursachenklärung in Augenschein nehmen will, muss die Stadt in Vorleistung gehen. Dabei nutzen die Fachleute inzwischen auch modernste Technik. So lassen sich beispielsweise mit speziellen Sonargeräten Trümmerteile lokalisieren, die man zuvor gar nicht an diesen Stellen vermutet hatte. Möglicherweise lassen sich damit sogar Nahaufnahmen der betroffenen Schlitzwand machen. Nach Aussage von Gerd Neweling, Leiter des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau habe auch der Sachverständige des Gerichts inzwischen Interesse an dieser technischen Unterstützung gezeigt.
Nachdem die Verantwortlichen bereits im April mit Vereisungsmaßnahmen begonnen hatten, konnten die Bergungs- und Aufräumarbeiten Ende Mai wieder aufgenommen werden. Die Vereisung war aus Sicht der Beteiligten notwendig, nachdem sich am Nordrand der Baugrube vor Monaten ein mehrere Meter großes Loch im Erdreich aufgetan habe. Ursprünglich hatte man auf eine Vereisung des Bodens verzichtet, aus Kostengründen. Dass die Bergung der Trümmerteile trotzdem eine sehr hohe Herausforderung ist, zeigt der Blick auf die Praxis. Mit einer diamantbesetzten Seilsäge musste zuletzt ein riesiges Trümmerteile in der Mitte durchgesägt werden. Nur so ließen sich die tonnenschweren Trümmerteile beseitigen. Taucher müssen dabei in das Grundwasser der Baugrube eintauchen, um das Seil der Säge um die riesigen Trümmer zu legen, erläuterte Neweling weiter. Fünf Meter in die Tiefe müssen sich die Arbeiter noch vorkämpfen, ehe die Beweisaufnahme durch den Gutachter beginnen kann. "Das geht sehr mühsam voran, denn wir müssen gerade im Umfeld der Lamelle sehr vorsichtig und behutsam vorgehen", beschrieb Neweling die Schwierigkeiten dieser Phase der Bergung.

























