27. 05. 2012
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Innerer Grüngürtel soll durchlässiger werden
Der Innere Grüngürtel ist ein Naherholungsgebiet und soll gestärkt werden. Wie eine Schneise schnitt sich bislang die Aachener Straße mit ihren vier Fahrspuren und der Stadtbahntrasse am Nordrand des Aachener Weihers dieses grüne Band. Auch der Masterplan für die Kölner Innenstadt aus der Feder des renommierten Frankfurter Stadtplaners Albert Speer und seiner Partner beschäftigte sich im Rahmen seines Projektauftrags aus dem Jahr 2008 mit dieser für die Stadt so wichtigen Grünen Lunge. Während sich die Debatte in den vergangenen Monaten und Jahren vor allem um die Lückenschließung im Süden der Domstadt debattiert wurde, hat der Kölner Verkehrsausschuss am heutigen Dienstag einen weiteren, wenn auch erheblich kleineren, Lückenschluss beschlossen. Die vierspurige Aachener Straße soll in Höhe des Aachener Weihers eine Wendemöglichkeit erhalten, dafür soll die bisherige Schleife von der Aachener Straße stadteinwärts in die Innere Kanalstraße in Richtung Norden wegfallen (Siehe Skizze). Die Einrichtung dieser Wendemöglichkeit soll zudem mit einem Fußgängerüberweg kombiniert werden.
Geniale Idee und eine Reaktion auf eine Initiative der BV
Unter Bezugnahme auf den Masterplan führte der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Ralph Sterck, am heutigen Dienstag die Idee und ihre Genese aus. So steht die Entsiegelung des so genannten "Schweineöhrchen" schon länger im Regiebuch der Stadtentwicklung als Vorschlag verzeichnet. Schweineohr meint die Schleife für stadteinwärts fahrende Pkw, wenn sie von der Aachener Straße auf die Innere Kanalstraße in Richtung Norden abbiegen wollen. Erst die Bezirksvertretung Innenstadt sollte dem Stadtrat Beine machen. Nachdem die Grünen-Fraktion in der Innenstadtvertretung den Vorschlag machte, den Verkehr ersatzweise über den "U-Turn" in Höhe der Dürener Straße in Richtung Norden zu leiten, unterbreitete Sterck für seine Fraktion die oben beschriebene Alternative. Zwar gebe es noch einige Detailprobleme, aber zumindest aus den Reihen der CDU kam höchstes Lob. "Eine geniale Idee, beides miteinander zu verknüpfen", kommentierte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Karsten Möring. Allerdings sprach sich der Christdemokrat gegen einen zweiten geplanten Fußgängerübergang einige Meter weiter aus. Dort befindet sich derzeit noch der etwas verschlungene "Übergang" über die Aachener Straße. In der Planung ist ein Überweg in Höhe der Schmalbeinstraße, der bereits von der Ratsmehrheit als Planungsauftrag beschlossen wurde.
Mehrheit greift den Vorschlag auf
Doch zwei Überwege
"Zwei Übergänge sind sinnvoll", entgegnete die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen dem politischen Gegner und unterstützte damit die Idee der Liberalen. Allerdings forderte Tull für ihre Fraktion eine zügige Umsetzung. "Der Überweg muss schnell kommen und sollte getrennt werden. Derzeit tapsen die Fußgänger einfach über die Straße", begründete Tull ihre Position. Tatsächlich hat man es schwer wenn man beispielsweise den Inneren Grüngürtel an der Aachener Straße fortsetzen will. Der direkte Weg in Nord-Süd-Richtung verläuft derzeit für Fußgänger und Radfahrer über einen nicht unerheblichen Umweg. Entweder müssen Fußgänger die Kreuzungsanlage an der Inneren Kanalstraße nutzen oder sie fahren bis zur Moltkestraße, um dann über die dortige Fußgängerampel entweder direkt wieder Richtung Westen zu marschieren oder den gesamten Wohnblock umrunden und über die Richard-Wagner-Straße einzulaufen. Zwar wollen Stadt und KVB über kurz oder lang die so genannte "Dreifach-Traktion" (dreifache Länge der Stadtbahnwagen) in Erwägung ziehen. Folgerichtig muss so mancher Bahnsteig verlängert werden. Der notwendige Abstand zu Wendemöglichkeit könne gewährleistet werden, hieß es.
Allerdings beschloss der Ausschuss am Ende die Planung an zwei Übergängen. "Das eine tun und das andere nicht lassen", empfahl auch der zuständige Dezernent Bernd Streitberger. So wird neben der Prüfung dieses neuen Vorschlags auch der geplante Überweg an der Schmalbeinstraße – etwas weiter östlich – weiter verfolgt. Eine schnelle Realisierung aber wird es eh nicht geben. "Die Realisierung kommt 2012, früher nicht", bestätigte der Planungsdezernent. Den Ratspolitikern empfahl der Beigeordnete jedoch, die Gesamtuntersuchung in die Überlegungen aufzunehmen und "vor Baubeginn kurz innezuhalten". Aus rein verkehrlicher Sicht hingegen spreche nichts gegen zwei Überwege, so Streitberger abschließend.

























