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27. 05. 2012
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Kampf um mehr Servicequalität in Kölner Taxen geht weiter


22.02.2011 01:35 von:

Schlagwörter: Köln,Taxi,Taxiruf,Service-Taxi,2011,AVR,Ausschuss,Vorlage,Ausbildung,SPD,Grüne,M

Taxifahren in Köln soll deutlich teurer, aber auch deutlich besser werden. Mit einem Ersetzungsantrag haben SPD und Grüne der Verwaltung eines veränderten Modells zur Prüfung aufgegeben, wie die Servicequalität der mehr als 1200 Kölner Taxen verbessert werden kann. Der entsprechende Antrag wurde auf der heutigen Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen. Auch CDU und FDP schlossen sich dem Anliegen an. Der Taxitarif war zum letzten Mal im Jahr 2007 angehoben worden. Die Verwaltung hatte die von der Taxigenossenschaft Taxiruf geforderten Erhöhungen in Teilen ein wenig zurückgeschraubt. Statt etwas mehr als neun, sind es jetzt im Durchschnitt 7,99 Prozent. Unter anderem wurde die Grundgebühr von 2,50 auf 2,65 Euro und damit um sechs Prozent angehoben. Ursprünglich wollte der Taxiruf diesen Tarif um auf 2,80 Euro anheben. Auch der geforderte Zuschlag von zwei statt einem Euro bei Kartenzahlung nahm die Verwaltung mit ihrer Vorlage wieder zurück. Besonders deutlich wird der Preis für die "Wartezeit" angehoben. Hier liegt die Steigerung bei einem Drittel von 18 auf nunmehr 24 Euro. Weil das aber die Taxiunternehmen zwingt, einen Fahrer für diese Dauer vorzuhalten, sei die Erhöhung auch aus Sicht der Verwaltung angemessen. Auch vonseiten der IHK war eine Tariferhöhung begrüßt worden, schließlich haben die Ausschläge auf den Rohstoffmärkte sowie gestiegene Betriebskosten insgesamt die Rentabilität vieler Betriebe negativ beeinträchtigt. Die meisten Kölner Taxen sind jedoch in der Hand von Einzelunternehmern oder Kleinstbetrieben.

Intensivere Ausbildung vor dem Taxibeförderungsschein

Der Änderungsantrag sieht nun vor, bei der Erstbeantragung des Taxi-Führerscheins die Zügel anzuziehen. Nun soll ein Ausbildungskurs mit anschließender Prüfung geprüft werden. Beurteilungskriterien sind neben der Ortskenntnis auch Sprachkenntnisse, das Erscheinungsbild sowie kundenfreundliche Verhaltensregeln. Dieses neue Ausbildungsmodell soll in enger Abstimmung mit dem Taxiruf und der IHK entwickelt werden, hieß es dazu weiter. Die im Jahr 2009 eingeführte neue Kategorie der "Service-Taxis" darf hingegen als vorläufig gescheitert gelten. Schon Ende 2009 hinkte die Quote der Kölner Taxis, die sich dieses Zertifikat gesichert haben, deutlich hinter der von der Politik gesetzten Quote ab. Statt 50 waren es damals gerade einmal 23 Prozent der Kölner Taxen, die die Qualitätskriterien erfüllten und eine entsprechende Bezeichnung tragen dürfen. Ende 2010 sollten es dann nach dem ursprünglichen Zeitplan eigentlich 60 Prozent sein. Aber zum Ende des dritten Quartals 2010 waren in Köln 292 "Service-Taxis" unterwegs, mit 24 Prozent scheint das selbst gesteckte Ziel weit entfernt. Der Änderungsantrag sieht weiterhin eine stärkere Bewerbung innerhalb der Taxiunternehmen und Taxifahrer vor. Ziel müsse es sein, wenigstens die Hälfte der Kölner Taxen zu "Service-Taxis" zu machen. Die Verantwortlichen von Taxiruf Köln und der IHK wandten jedoch ein, dass viele Unternehmen und Taxiunternehmer die Kosten und den bürokratischen Aufwand scheuten, schließlich sehe diese Regelung eine vertragliche Verpflichtung vor, wie die Stadtverwaltung in ihrer Beschlussvorlage ausführt.

Stimmen und Meinungen

Die Tariferhöhung wie auch der veränderte Beschlusstext zu zwei Punkten des ursprünglichen Antrags wurden von den großen Fraktionen im Kern unterstützt. "Die Tarife waren schon damals nicht auskömmlich, jetzt wird nachgeholt", erklärte Michael Neubert (SPD). "Wir können mit dem Verwaltungsvorschlag zur Tariferhöhung leben. Das ist ein auskömmliches Preisgefüge", pflichtete Grünen-Ratsherr Andreas Wolter bei. Das "Gesamtpaket" sei in Ordnung, so der Tenor der Antragsteller. "Wir haben uns schwer getan, der Erhöhung zuzustimmen", räumte CDU-Ratsfrau Gisela Manderla ein. Auch die FDP trug den Antrag mit, auch wenn deren Vertreter, Volker Görzel, den Ansatz als "nicht zielführend" bezeichnete und auf die Ohnmächtigkeit als Fahrgast hinwies. In seiner Gesamtheit teilten aber auch die Liberalen den Ansatz der Koalitionäre die Prüfung auf ein verändertes Einstellungsverfahren zu teilen. Wie der Stadtrat jedoch mit der Weitergabe von Konzessionen und den damit verbundenen Schwierigkeiten der Kontrolle umgehen will, ist jedoch ebenso unklar, wie die Frage, nach welchen Kriterien die Sprachkenntnisse getestet werden sollen. CDU-Ratsfrau Manderla sieht die nun vorgeschlagenen Maßnahmen, die bereits im Mai dieses Jahres erneut zur Vorlage kommen sollen, nur als einen Schritt zur Verbesserung der Service-Qualität. Das die aber von überragender Bedeutung ist, stehe außer Zweifel. "Taxen sind häufig das Erste, was die Gäste von Köln sehen", so die CDU-Politikerin. Die Vorlage der Verwaltung sollte eigentlich schon in der ersten sitzung des AVR und anschließend im Stadtrat beschlossen werden. Der Ausschuss hatte das Papier am 24. Januar jedoch vertagt.







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