27. 05. 2012
Seite drucken
Keine "Kölner Platte" vor dem Kulturzentrum am Neumarkt
Nicht zum ersten Mal monierten Kulturpolitiker von SPD, CDU und FDP das
triste Einerlei der so genannten „Kölner Platte“, einem aus
Betonplatten der Größe 30 mal 30 Zentimeter bestehenden Bodenbelag.
Schon an anderen Stellen der Stadt ist dieses „ästethische Ärgernis“
sichtbar. Nun hatte der Verkehrsausschuss in seiner letzten Sitzung
beschlossen auch die Fläche zwischen Cäcilienstraße und Basaltplateau
zum neuen Museum hin mit eben jener „Kölner Platte“ aus grauem Beton zu
bepflastern. „Ich bin überrascht und sehr enttäuscht. Es wundert mich,
dass wir diese Chance verpassen, wir fangen wieder mit dem gleichen
Mist an“, erboste sich der Fraktionsvize der CDU Karl Klipper. Auch die
Vorsitzende des Unterausschusses Elfi Scho-Antwerpes konnte der nun
beschlossenen Lösung nicht Positives abgewinnen. „Wir gingen immer
davon aus, dass eine höherwertige Bepflasterung an den Kosten
scheitert. Wir haben hier ein neues Kleinod und die Kölner Platte sieht
richtig schäbig aus“, erklärte die SPD-Bürgermeisterin weiter.
Bodenbelag als Frage der Stadtgestaltung
Dabei hatte der Verkehrsausschuss gute Gründe, wie Stadtraummanagerin
Caroline Wagner meinte. Für sie ist die Fläche zwischen dem
Treppenaufgang und der Straßenfront kein eigener Platz, der ein
Abweichen von einer einheitlichen Oberflächengestaltung rechtfertigt.
Unterstützung findet die Expertin zudem durch die jüngst vorgestellten
Anregungen aus dem Masterplan Innenstadt. Die hatten am Beispiel Ringe
kritisiert, dass dort viel zu häufig die Bepflasterung wechselt.
Boulevards in Weltstädten sehen anders aus, so das Argument der
Stadtplaner vom Planungsbüro Albert Speer & Partner (AS&P).
Dass eine höherwertige Bepflasterung selbstverständlich auch teurer
wird, bestätigte der Werkleiter des städtischen Eigenbetriebs
Gebäudewirtschaft Engelbert Rummel. Nur wurde das im Verkehrsausschuss
nicht als Hauptargument genannt und genau das empfand nicht nur
Bürgermeisterin Scho als „Täuschung“. Allerdings wolle man diesen Punkt
in der kommenden Sitzung des Kulturausschusses noch mal thematisieren.
Und der Trend scheint eher in Richtung höherwertige Bepflasterung zu
gehen, wie die gestrige Debatte verdeutlichte.
Lob für Entwurf des Cäciliengartens
Auf einstimmiges Lob stieß hingegen der vorgelegte Entwurf für ein
weiteres Kleinod im Umfeld des neuen Museumsgebäudes. Auf einer
barrierefrei zugänglichen Ebene sollen vier symetrisch angeordnete
Beete in der Mitte von Holzbänken und Eibenhecken eingefasst werden.
Aus Richtung Cäcilienkloster gebe es zwei Zugänge und eben jene Rampe.
Der Ort soll zum Verweilen einladen und gleichzeitig die
Erholungssuchenden vom Straßenlärm abschirmen. „Im Gegensatz zum
vorherigen Vorschlag ist dieser Entwurf gelungen und wohltuend“, lobte
Scho. CDU-Vize Klipper konnte es auch bei diesem Punkt nicht
unterlassen, nach der Qualität des geplanten Betonbelages zu fragen.
„Schlicht, aber schön“ werde der sein, angedacht sei aber ein
höherwertiger Betonstein, versicherte Wagner. Die Kosten in Höhe von
175.000 Euro sollen erst nach Ende der Hochbauarbeiten spätestens ab
Frühjahr kommenden Jahres anfallen. Zu den geschätzten Baukosten in
Höhe von 150.000 Euro für die Gartenanlage kommen 25.000 Euro Honorare
für Ingenieurleistungen, hieß es abschließend in der Vorlage.

























