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27. 05. 2012
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Kernbündnis will Umfrage zum längeren gemeinsamen Lernen


15.06.2009 23:44 von:

Schlagwörter: Köln,Unterricht,gemeinsam,Umfrage,Antrag,Kernbündnis,SPD,Grüne,Schulausschuss,La

SPD und Grüne wollen die Eltern der Viertklässler im kommenden Schuljahr nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zum längeren gemeinsamen Lernen fragen. Dazu haben die schulpolitischen Sprecherinnen beider Fraktionen, Ulrike Heuer (SPD) und Sabine Ulke (Grüne) gemeinsamen mit ihren Fraktionsvorsitzenden Barbara Moritz (Grüne) und Martin Börschel (SPD) eine Initiative gestartet. Nur wenige Stunden später beschloss auch der Schulausschuss das Ansinnen der Koalitionäre. Pro Jahr werden rund 800 Schülerinnen und Schüler an Kölner Gesamtschulen abgelehnt, bleibt auch in den kommenden Jahren der Prozentsatz der Kinder konstant, die jährlich aus der Grund- in die weiterführenden Schulen kommen und nicht das Angebot erhalten, dass sich ihre Eltern wünschen. Nicht zuletzt aus diesem Grund soll die Befragung die vermutlichen Bedürfnisse der Eltern ermitteln. Offene Fragen sollen in dem Fragebogen zwar nicht vorkommen, aber neben der gewünschten Schulform und der Präferenz für gemeinsamen Unterricht mit behinderten Kindern (GU) wird eben auch nach der Präferenz für gemeinsames Lernen gefragt. Erste Ergebnisse wollen die Antragsteller noch in diesem Jahr erhalten. "Der Trend zum längeren gemeinsamen Lernen hält an. Vielfach stimmen die Eltern mit den Füßen ab. Die Zahl der Hauptschüler in Köln schrumpft stetig", begründete Heuer die gemeinsame Initiative mit dem politischen Verbündeten. Man benötige belastbare Zahlen, um von städtischer Seite bessere Bildungsangebote unterbreiten zu können. Im Anschluss an die Auswertung der Umfragewerte wollen beide Parteien ein Experten-Hearing veranstalten, um so neue Möglichkeiten gemeinsamen Unterrichts auszuloten.

Das sehen auch die beiden Ratsfrauen der Grünen so. So findet unter anderem die schulpolitische Sprecherin Sabine Ulke die derzeitige Drittel-Regelung an den Gesamtschulen "nicht richtig". "Viele entwickeln sich erst in der neunten oder zehnten Klasse", so Ulke weiter. "Würden pro Jahr in Köln 800 Schülerinnen und Schülern an Gymnasien abgelehnt, wären neue Schulen kein Problem", stichelte Grünen-Fraktionschefin Moritz in Richtung schwarz-gelbe Landesregierung. Das Vorhaben der Landesregierung zusätzliche integrative Schulangebote als Halbtagsschulen einführen zu wollen, bezeichnete der Fraktionschef der SPD, Martin Börschel, als "Absurdität und Unverschämtheit", wenn der Versuch auch eher "plump" sei, wie Moritz ergänzte. Letztlich aber geht es den Koalitionären um mehr als nur die Ausweitung des gemeinsamen Lernens an Schulen und damit einen Systemwechsel in der Schulpolitik. Am Ende steht nicht zuletzt eine neue Unterrichtskultur, wie SPD-Fachfrau Heuer erläuterte. Als Schulleiterin weiß sie, dass die besten Ergebnisse in heterogenen Klassenverbänden zustande kommen. Selbst in der Lehrerausbildung sei man inzwischen einen ganzen Schritt weiter als die Schulpolitiker in Düsseldorf, die weiterhin am dreigliedrigen Schulsystem mit der verbindlichen Grundschulempfehlung festhalten.

Dabei gibt es längst genügend Beispiele, dass das Ansinnen der beiden Parteien unterstützen. So hat unlängst in St. Augustin eine Umfrage ergeben, dass fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) die Einrichtung von mehr Angeboten zum Gemeinsamen Unterricht befürwortet. Trotz seiner acht Gesamtschulen gibt es nach der vierten Klasse auch in Köln einen größeren Bedarf an gemeinsamem Unterricht. Börschel, selbst Abgeordneter des Düsseldorfer Landtags und dabei bestens vertraut mit den Debatten um Schulpolitik auf Landesebene, will sich jedoch nicht auf die Gesamtschule als derzeit einzige Schulform beschränken, die dies im Bereich der weiterführenden Schulen zulässt. Beispiele aus ländlichen Gegenden des Landes zeigen längst, dass aus purer Not verschiedene Schulformen bereit unter ein Dach gekommen sind und integrativen Unterricht anbieten, um so der drohenden Schließung zu entgehen. Zwar dürfte Köln als wachsende Großstadt von solchen Entwicklungen weitestgehend verschont blieben. Ein Vorgeschmack bieten in Köln die überproportional sinkenden Anmeldezahlen bei Hauptschulen. So könnte sich der SPD-Politiker durchaus gemeinsamen Unterricht bis zur siebten Klasse vorstellen. Und die anderen drei ausgebildeten Pädagogen wissen, dass gerade in der Grundschule inzwischen vielversprechende Projekte bei klassenübergreifendem Unterricht gemacht werden, die man durchaus auch auf die weiterführenden Schulen übertragen könne. "Schule für alle", nennt das SPD-Schulpolitikerin Heuer. Ihre Kollegin von den Grünen, Ulke, räumte ein, dass dies auch in kleinen Schritten vorstellbar sei. Eine Idee sei hierbei die Trennung nach Mittel- und Oberstufe mit gemeinsamen Schulzentren und dem vollen Sortiment an Unterrichtsfächern. "Wir wollen uns da aber nicht festlegen", erklärte Grünen-Fraktionschefin Moritz. Und SPD-Mann Börschel weiß, dass diese Ziele ohnehin erst nach den kommenden Landtagswahlen und nur im Falle eines Regierungswechsels umsetzbar sind.







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