27. 05. 2012
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Köln: Erweiterungsbau des FWG bleibt offen
Die Beratungen um den Satzungsbeschluss zum Projekt „Altes Polizeipräsidium“ in der südlichen Altstadt.
Interessant für die ungewöhnlich zahlreichen Gäste dieser Sondersitzung
war aber ein anderer Punkt. Das direkt im Süden angrenzende
Friedrich-Wilhelm-Gymnasium (FWG) hat ein massives Platzproblem und das
schon seit inzwischen einem Jahrzehnt. Doch die anwesenden Mitglieder
der Elternpflegschaft konnte auch am heutigen Donnerstag keine guten
Nachrichten mit nach Hause nehmen.
Erwartungsgemäß wurde in dieser Angelegenheit keine Entscheidung
getroffen. Allerdings erläuterte Baudezernent Bernd Streitberger den
Mitgliedern des Ausschusses den derzeitigen Stand der Dinge. Die von
den Eltern favorisierte Lösung einer Anmietung von Räumen in den
angrenzenden Gebäuden stehe derzeit auf der Kippe. Zwar gab
Streitberger keine konkreten Zahlen bekannt, aber es ist absehbar, dass
die geforderten Mietpreise samt der Länge der Mietverträge der Stadt
einen erheblichen Kostenblock bringen werden. Der Beigeordnete
favorisierte daher eine zweite Variante, die im Südwesten den
bestehenden Gebäudeflügel verlängert und aufstockt. Möglich ist sogar
ein Neubau südlich des Bestandsbaus. Auch aus städtebaulicher Sicht sei
dieser Lösungsvorschlag zu begrüßen. Eine dritte Variante, die
allerdings noch nicht in trockenen Tüchern ist, wäre der Ankauf des
südlich der Schule gelegenen Geländes einer Firma. Die hatte den Wunsch
geäußert, sich von ihrem Standort in der südlichen Altstadt zu trennen.
„Hier müssen wir noch über die Konditionen zum Kauf des Geländes
verhandeln“, erläuterte Streitberger den Stand der Dinge.
„Fürchterlich“, finden Mitglieder der Elternpflegschaft den zweiten
Vorschlag, schließlich sei diese Alternative nicht einmal mit dem
Denkmalschutz abgesprochen. „Wir fühlen uns hingehalten und alleine
gelassen“, so die Klager einer Mutter. Schon heute sei das ursprünglich
auf 500 Schülerinnen und Schüler ausgelegte Gymnasium mit rund 1000
überbelegt. Neben dem vierstufigen Klassenbetrieb mit bis zu 35
Schülerinnen und Schülern pro Klasse gibt es seit einiger Zeit auch die
Möglichkeit, an der Schule einen internationalen Schulabschluss zu
machen. Und vor rund zwei Jahren wurden die ersten Container auf dem
Schulhof aufgebaut, inzwischen sind es deren vier. „Wir platzen aus
allen Nähten“, so das Urteil der stellvertretenden Vorsitzende der
Elternpflegschaft Petra Lüke. Die Situation ist noch aus einem anderen
Grund dringlich. Rund 150 Meter von der eigentlichen Schule entfernt,
hat die Schule inzwischen übergangsweise neue Unterrichtsräume in der
Georgstraße angemietet. Einige Schulklassen müssen ständig zwischen dem
Hauptgebäude und der Außenstelle pendeln. An manchen Tagen werden sie
in der Außenstelle nur als Gruppe hereingelassen. Kommt jemand zu spät,
kann er nicht mehr am Unterricht teilnehmen, beschreibt ein Vater das
Manko, von den Gefahren des Straßenverkehrs beim Pendeln mal abgesehen.
Baudezernent Streitberger macht jedoch zum Schluss der Debatte
deutlich, dass der Stadtentwicklungsausschuss ohnehin in dieser
Angelegenheit nicht federführend sei. Entscheidend sei das Votum des
Schulausschusses und der habe bereits eine „ausgewogene
Prioritätenliste“. Dem Gegenargument Streitbergers, dass dieses Problem
ein „junges“ sei, wollen die Eltern nicht folgen. Schon seit zehn
Jahren sei das Raumproblem bekannt. In Kürze wollen die Eltern zu einem
„Hearing“ einladen. Dort soll über Lösungsmöglichkeiten und notfalls
auch über Protestmaßnahmen diskutiert werden. Eines wurde nach der
Sondersitzung aber klar. Die Geduld der Eltern an der FWG-Schule ist
begrenzt, schnelles Handeln vor allem aus pädagogischer Sicht notwendig.

























