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27. 05. 2012
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Köln-Gremberghoven: Entscheidung über Fernbusbahnhof erneut verschoben


07.12.2011 18:57 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Gremberghoven,2011,Dezember,Verkehrsausschuss,Fernbusbahnhof,Breslauer

Köln benötigt einen neuen Standort für einen Fernbusbahnhof. Der sollte verkehrsgünstig liegen, einen Anschluss an den überregionalen Zugverkehr und an das Autobahnstreckennetz haben. Bereits vor einigen Jahren hatte die Stadt mehrere Standorte ausgewertet, um den derzeitigen Standort am Breslauer Platz auf lange Sicht zu ersetzen. Doch obwohl die Verwaltung bei der Analyse der verschiedenen Standorte bereits vor mehreren Jahren im Stadtteil Gremberghoven einen vermeintlich idealen Standorten gefunden hatte, ist die Entscheidung für eine Verlagerung des Fernbusverkehr aus der Kölner Innenstadt immer wieder verschoben worden. Das war auch auf der gestrigen Sitzung des Verkehrsausschusses nicht anders. Nach einer intensiven Diskussion verschoben die Ratsfraktionen die Entscheidung auf Antrag der FDP in die nächste Runde. Grund dafür sind die derzeit noch laufenden Gespräche mit dem Flughafenbetreiber in Köln-Porz-Wahn. Die beiden Bezirksvertretungen in Köln-Porz und Köln-Kalk hatten sich zuvor klar gegen den Standort Gremberghoven ausgesprochen. Dabei gibt es durchaus Handlungsdruck. Denn das ursprünglich vorgesehene Grundstück ist bereits vergeben, ein zweites in unmittelbarer Nähe noch frei. Dazu aber muss eine Entscheidung her – und die ist nun ins neue Jahr vertagt.

Suche nach dem idealen Standort

“So richtig glücklich ist niemand mit diesem Standort”, begann der Ausschussvorsitzende, Grünen-Ratsherr Manfred Waddey, die Debatte. Peter Kron von der SPD wollte sogar dem Beschluss der beiden Bezirksvertretungen folgen und damit den Standort Gremberghoven endgültig begraben. Karsten Möring, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, hingegen machte Druck. “Das Hin- und Herdrehen bringt nichts. Wenn wir die Entscheidung weiter verschieben, erlauben wir nicht, dass die Kölner Fernbusse günstig nutzen können”, erklärte der vormalige Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Von Cristtraut Kirchmeyer (FDP) kam schließlich der Vorschlag, die Vorlage zurückzustellen. Einen Beschluss, der dem Willen der beiden Bezirksvertretungen folgt, lehnte sie allerdings kategorisch ab. Auch sie erbat sich eine zügige Entscheidung. “Je länger wir es hinauszögern, desto eher fährt der Bus an uns vorbei”, so der Appell der liberalen Verkehrsexpertin. Eine Standort-Entscheidung muss demnach bis spätestens März 2012 kommen.

Bernd Streitberger, Beigeordneter für Planen und Bauen der Stadt Köln, hingegen berichtete von der unveränderten Weigerung der Flughafenverantwortlichen. Die lehnen eine Ansiedlung auf einem ihrer Grundstücke weiterhin kategorisch ab, berichtete Streitberger. Da die Stadt Köln nur mit einem Drittel an der Betreibergesellschaft beteiligt sei, könne es auch keine formale Anweisung geben, so der Dezernent weiter. Das wiederum wollte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Bettina Tull, so nicht stehen lassen. “Mittelfristig ist der Standort Flughafen eine gute Sache”, forderte sie und kritisierte die “bockige Haltung” von Flughagfenchef Michael Garvens. Auch wenn Vorschläge der FDP beim rot-grünen Gestaltungsbündnis nicht immer gut ankommen, der Vorschlag, die Vorlage und damit die Entscheidung zu schieben, war am gestrigen Dienstag wohl der kleinste gemeinsame Nenner. Gegen die Stimmen der CDU-Fraktion stimmte die Ausschussmehrheit schließlich dem Anliegen auf eine Vertagung zu. In der Debatte brachte der Beigeordnete auch noch den Vorschlag Weiden-West in die Debatte ein. Der verfügt über ausreichend freie Fläche und einen S-Bahn-Anschluss. Allerdings müsste die Stadt ein neues Parkhaus bauen und wegen der vorzeitigen Veränderung der Bestandsbebauung Fördermittel des Landes zurückzahlen. So bleibt auch die Verwaltung bei ihrer Empfehlung, die inzwischen mehr als zwei Jahre alt ist.

Zwei Gutachten und die Ergebnisse der Wirtschaftlichkeitsberechnungen

Über einen neuen Standort für den Fernbusbahnhof gibt es bereits zwei Standortuntersuchungen. Die erste aus dem Jahr 2003 favorisierte den Standort Weiden-West. In dem damals durchgeführten Ranking folgte der Platz unter der Zoobrücke auf Rang 2. Der Standort Frankfurter Straße am Airport-Businesspark, Favorit der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung aus dem Jahr 2009, war explizit in der ersten Untersuchung gar nicht genannt. Das Grundstück am Airport-Businesspark müsste jedoch erst noch erworben werden. Zweiter Favorit dieser Standortanalyse ist der ehemalige Busbahnhof am Flughafen. Doch weil der Flughafen Flächen für andere Zwecke vorhalten will, die Kölner Verantwortlichen auch keine Durchgriffsmöglichkeit haben, dürfte ein Fernbusbahnhof an diesem Standort wohl eher Wunschdenken bleiben, zumal hier auch keine Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Der Standort Weiden-West kam bei der jüngsten Standortanalyse auf Rang drei. Neben der geringen Wirtschaftlichkeit wegen der zurückzuzahlenden Zuschüsse hat dieser Standort aber noch einen anderen Nachteil. Dieser Standort am westlichen Kölner Stadtrand hat keine Erweiterungsmöglichkeiten. Am Airport-Businesspark hingegen müsste erst noch Baurecht geschaffen werden. Das macht einen neuen Bebauungsplan notwendig, das Areal ist derzeit als so genanntes GE-Gebiet festgelegt. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es hier reichlich, aber nachdem ein Grundstück bereits für andere Zwecke genutzt, könnte sich die eigentlich gute Ausgangslage aus dem Jahr 2009 hinfällig werden.







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