27. 05. 2012
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Köln: Hitzige Debatte um Resolution zur Jugendkriminalität im Integrationsrat
Doch während SPD und Grüne lediglich inhaltliche Verfeinerungen
vornahmen, stimmten CDU und FDP in der abschließenden Beschlussfassung
gegen die Resolution. FDP-Fraktionsgeschäftsführer begründete seine
Ablehnung mit einer kurz zuvor abgehaltenen Pressekonferenz türkischer
Zivilorganisationen gleichen Inhalts. „Mir scheint der Antrag
zielgerichtet zu sein“, so Breite weiter. An der Notwendigkeit einer
solchen Diskussion ließ der FDP-Politiker hingegen keine Zweifel, auch
wenn er die Antworten des hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch
für nicht richtig halte. „Nicht Armut und das System alleine können als
Erklärung für Jugendkriminalität herhalten. Die Diskussion wird zudem
unglaubwürdig, wenn die Probleme in der eigenen Communithy nicht
erkannt werden“, entgegnete Breite weiter.
Heftige Reaktionen der Migrantenvertreter
„Wir müssen dem Trend entgegenwirken“, verteidigte Turan Özkücük,
Mitglied im Integrationsrat seinen Resolutionsantrag, den er zusammen
mit dem Vorsitzenden des Gremiums Tayfun Keltek und seiner Kollegin
Gonca Mucuk-Edis einbrachte. An die Adresse Breites gewandt, erwiderte
er: „Ich kann ihren Beitrag nicht ernst nehmen, sonst müsste ich mich
aufregen“. Auch Keltek forderte vehement, ein Zeichen gegen die seiner
Meinung zu einfachen Antworten der hessischen CDU. „Zu behaupten,
Kriminalität habe etwas mit einer bestimmten Herkunft zu tun, ist purer
Rassismus. Wir sind auch Deutschland“, so Keltek. Vielmehr gehe es den
Migrantenvertretern um Gleichbehandlung und Chancengleichheit.
Grünen-Ratsherr Ossi Helling versucht die Wogen zu glätten, indem er
der Strategie Kochs die einhellige Reaktion vieler Multiplikatoren
(Richterbund, Kirchen, Medien) entgegen hielt. „Koch wollte einen
Diskurs um Anti-Gleichstellung. Das war ein Eigentor und er ist damit
böse gescheitert“, so Helling. Die Migrantenvertreter hingegen wollten
diese ihrer Meinung nach zu optimistische Einschätzung nicht teilen.
SPD-Änderungsvorschlag sieht Dreiklang der Maßnahmen vor
Die integrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Susanna dos
Santos Herrmann wandte ein, dass der ursprünglich vorgelegte Entwurf
der Resolution leider nicht die präventiven Elemente einer Strategie
zur Jugendkriminalität betont. Auch die Passage, dass jugendliche
Straftäter „mit aller Härte des Gesetze“ bestraft werden müsste, wollte
sie ändern. „Das ist Sache der Gerichte“, so die Sozialdemokratin. So
wurde denn auch der Resolutionstext auf Antrag der SPD um den Aspekt
der Prävention, genauer eine „Ausweitung der Sozialarbeit“, eine
„Steuerung der Streetworkerarbeit“, die „Bereitstellung ausreichender
Sportangebote“ sowie eine „Verstärkung der Suchtprävention“ mit in die
Vorlage aufgenommen. Damit wäre auch in diesem Beschlusstext der
Dreiklang aus Prävention, Hilfe und Sanktionierung gewährleistet.
In
der Diskussion selbst habe es Köln gar nicht nötig, sich auf die
Argumente Kochs einzulassen, erklärte dos Santos Herrmann. So habe
zuletzt das in Köln eingeführte Intensivtäterprogramm der Polizei
inzwischen bundesweite Aufmerksamkeit erhalten. Und Grünen-Ratsherr
Arif Ünal machte schließlich darauf aufmerksam, dass die straffällig
gewordenen Jugendlichen ein Produkt unserer Gesellschaft sind. „Wir
sollten das unaufgeregter diskutieren“, appellierte Ünal abschließend.

























