27. 05. 2012
Seite drucken
Köln: Punktlandung bei der Gewerbesteuer
Der Haushalt der Stadt Köln hat durch das Krisenjahr 2009 deutliche Einbußen hinnehmen müssen. Im laufenden Jahr 2010 entwickelt sich die Gewerbesteuer weiterhin positiv. Auch zur gestrigen Sitzung konnte der kommissarische Leiter des Kämmereidezernats, Stadtdirektor Guido Kahlen, eine weitere Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen ankündigen. So erreichten die so genannten Vorauszahlungen der Gewerbesteuer 648,6 Millionen Euro. Für das Haushaltsjahr 2010 hatte die Stadt in ihrer aktuellen Haushaltssatzung einen Betrag von 650 Millionen Euro eingeplant. Mit 261,4 Millionen Euro an Nachforderungen liegt hier das erreichte Niveau sogar noch etwas über dem Haushaltsplanansatz von 255 Millionen Euro. Insgesamt wird die Stadt nachderzeitigem Rechnungsstand 910 Millionen Euro an Gewerbesteuern einnehmen, fünf Millionen Euro mehr als ursprünglich geplant.
Nach Lesart der Steuerexperten in der Stadtverwaltung spiegelt sich die derzeit positive Konjunkturentwicklung vor allem in den Vorauszahlungen nieder. Doch das gilt nicht für alle Branchen. So lag das Gewerbesteueraufkommen in einigen Branchen unter dem Niveau des Krisenjahres 2009. Vor allem die gute Lage des Verarbeitenden Gewerbes führt zu einem spürbaren Anstieg der Gewerbesteuerabgaben. Nach 71,28 Millionen Euro im vergangenen, liegt das derzeitige Gewerbesteueraufkommen in diesem Jahr bereits bei 78,3 Millionen Euro. In den drei Jahren zuvor musste diese Branche jedoch jeweils mehr als 100 Millionen Euro an Gewerbesteuer entrichten. Auch in den Branchen Groß- und Außenhandel, Verkehr und Postdienste sowie bei den Banken stiegen die Gewerbesteuerzahlungen deutlich an. Im Einzelhandel sowie bei den Hotels und Gaststätten gab es Pluszeichen. Deutlich nach unten ging es hingegen in der Versicherungsbranche. Sie ist zwar mit rund 139,5 Millionen Euro Gewerbesteuer die mit Abstand beliebteste Branche des Stadtkämmerers. Im Vorjahr lag das Aufkommen mit 163,7 Millionen Euro aber noch deutlich darüber. Die Sammelkategorie sonstige Dienstleistungen bleibt mit knapp 119 Millionen Euro auf dem zweiten Platz der Gewerbesteuer-Statistik, so die Stadtverwaltung in der gestrigen Sitzung. Trotz der gestiegenen Ansätze bleiben die Verantwortlichen zurückhaltend. Gegenüber den beiden Boomjahren liegt das derzeitige Gewerbesteueraufkommen weiterhin deutlich darunter. Bisheriger Höhepunkt war das Jahr 2007, damals nahm die Kämmerei Gewerbesteuer in Höhe von 1,091 Milliarden Euro ein. Da liegen die Zahlen in diesem Jahr noch um 16,7 Prozent zurück.

























