27. 05. 2012
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Kölner Schulausschuss beschließt Programm für Mittagsversorgung in Sekundarstufe II
Schuldezernentin Dr. Agnes Klein wies gleich zu Beginn der Debatte auf die Komplexität der
Materie hin. „Die Verfahren überholen sich. Dies ist die erste Lösung
mit kleinem Geld“, erläuterte Klein die Vorlage ihrer Verwaltung. Für
3,286 Millionen Euro schlug die Verwaltung in einem ersten Schritt
wurden neun Gymnasien (eines pro Stadtteil) ausgewählt, um mit
kurzfristigen Baumaßnahmen zum neuen Schuljahr 2008/2009 bereits die
baulichen und Einrichtungsvoraussetzungen für eine angemessene
Mittagsbetreuung zu schaffen. Die reinen Baukosten bezifferte die
Verwaltung mit 2,261 Millionen Euro, weitere 795.000 Euro sollen für
Einrichtungen aufgewendet werden, heißt es in der Vorlage. Die teuerste
Ausbaumaßnahme wird dem Gymnasium Alte Wallgasse zuteil. 600.000 Euro
an Bau- und weitere 85.000 Euro an Einrichtungsmaßnahmen sollen die
Schule für die erste Stufe zum Offenen Ganztag hin ertüchtigen. Weitere
vier Schulen sollen für rund 230.000 Euro ebenfalls zum kommenden
Schuljahr hin provisorische Einrichtungen erhalten. In der zweiten und
dritten Stufe stehen weitere 19 Schulen auf der Agenda.
Umsetzung eines Ratsbeschlusses
Der Schulausschuss setzte damit einen ersten Schritt eines bereits im
Dezember vergangenen Jahres gefassten Ratsbeschlusses um. Trotz
einstimmiger Zustimmung des Ausschusses fiel die Beurteilung der
vorgeschlagenen Maßnahmen durchaus unterschiedlich aus. Zustimmung kam
vor allem vonseiten der CDU. Deren jugendpolitischer Sprecher Dr. Helge
Schlieben lobte den „vernünftigen Vorschlag“ der Verwaltung. „Wenn das
in Köln so weiter geht, kann das sehr gut enden“, fasste Schlieben die
Meinung seiner Fraktion zusammen. Deutlich kritischere Töne kamen von
der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion Yvonne Gebauer. Sie
habe „ein wenig Bauschmerzen“ bei der Vorlage. Während Sabine Ulke von
den Grünen auf die mediale Berichterstattung vom gleichen Tage hinwies
und die Verwaltung aufforderte, doch dem Ausschuss zuerst die
entsprechende Information zukommen zu lassen, warb SPD-Ratsfrau Ulrike
Heuer, selbst Leiterin eines Kölner Gymnasiums, um Zustimmung. Eine
Verschiebung in den Stadtrat (tagt am 24. Juni) würde bei den
betroffenen Schulen kaum Verständnis erzeugen und sei ohnehin
„halbherzig“.
Der vor Monatsfrist angekündigte Ganztagsoffensive der
nordrhein-westfälischen Landesregierung, mit zusätzlichen 170 Millionen
Euro den Offenen Ganztag auch an Gymnasien und Realschulen voranbringen
zu wollen, stieß bereits vor Wochen auf kritische Kommentare der
Schuldezernentin. Zusammen mit der SPD sei man sich darin einig, dass
Köln auch hier benachteiligt werde, auch wenn die jetzt beschlossenen
Maßnahmen der ersten Stufe aus der erhöhten Schulpauschale (4,41
Millionen Euro mehr) finanziert werden können. Aber der Rat hatte sich
bei seinem Beschluss auf den Ausbau von mehr als einer weiterführenden
Schule ausgesprochen. Alle 25 (städtischen) Kölner Gymnasien werde man
allerdings nicht für den Offenen Ganztag umbauen können. Klein geht
davon aus, dass zwischen sechs und acht Schulen letztlich einen Antrag
stellen können. Das Landesprogramm beginnt ohnehin erst ab dem
Schuljahr 2009/2010. Aber schon jetzt wolle die Stadt vorsorgen. „Wir
müssen jetzt anfangen, damit möglichst viele Schulen an den
länderfinanzierten Maßnahmen teilnehmen können“, so Klein. Auch die
derzeit durchgeführten Bedarfsumfragen bestätigten die Strategie der
Stadtverwaltung. Mehr als die Hälfte aller Kölner Gymnasien kündigten
einen entsprechenden Bedarf an, hieß es dazu abschließend.

























