27. 05. 2012
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Kulturausschuss debattiert über Erweiterung des Stadtmuseums
Der Kulturausschuss der Stadt Köln debattierte auf seiner heutigen Sondersitzung in eben jedem Stadtmuseum durchaus kontrovers.
Zwar äußerten alle stimmberechtigten Fraktionen ihren Dank für die
großzügige Gabe. Auch die Notwendigkeit eines Erweiterungsbaus wurde
von keiner der vier Fraktionen in Abrede gestellt. Doch äußerten Grüne
und SPD leise aber bestimmte Kritik an. Nicht nachvollziehbar findet
das der Vorsitzende des Ausschusses Dr. Lothar-Theodor Lemper. „Bei
einer Spende in Höhe von fünf Millionen Euro ist es etwas unangemessen,
von unguten Gefühlen zu sprechen“, erklärte auf erste kritische
Stimmen.
Dabei sind sich alle Kulturpolitiker im Ausschuss einig, dass sich
etwas tun muss am Stadtmuseum. Das derzeit aus Zeughaus und Alter Wache
bestehende Gebäudeensemble soll der von Museumsdirektor Dr. Werner
Schäfke vorgestellten Konzeption um einen dritten Baukörper erweitert
werden. „Das ist ein für die Stadt spannendes Projekt. Das Museum wäre
Beispiel und Bühne europäischer Geschichte“, erläuterte Schäfke den
anwesenden Kulturpolitikern. Die Debatte um die Zukunft des
Stadtmuseums hat, wie so vieles in Köln, auch eine längere
Vorgeschichte. Darauf machte Kulturdezernent Prof. Georg Quander in
seinen Schilderungen aufmerksam. Immerhin mindestens fünf Jahre gebe es
bereits konkrete Gespräche zwischen der Stadt Köln, die seit 2006 auch
Eigentümerin des betreffenden Grundstücks an der Burgmauer ist, und der
Stiftung. Mehrfach war man demnach einem Kompromiss nahe. Doch dann
verzögerte sich das Projekt immer wieder, bis schließlich im April
dieses Jahres das Modell der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Das
werde man nun der Stadt als Geschenk anbieten, wie der vonseiten des
Stifterrates hieß.
Bürgermeisterin Angela Spizig bedauerte jedoch, dass die Verwaltung
nicht früher verdeutlicht hat, ein Gebäude ohne Wettbewerb ausschreiben
zu wollen. Die Ansprüche der Öffentlichkeit sind größer geworden. Dabei
verwies Spizig auf die Erfahrungen mit dem geplanten Bau des Jüdischen
Museums auf dem Rathausvorplatz. „Dort wollte man zuerst auch nur einen
Architektenentwurf haben, besann sich aber dann eines Besseren“, so
Spizig. Auch der kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Dr. Georg
Bögner äußerte leise Kritik. „Wir sind weder gegen die Spende noch
gegen den Entwurf oder gar den Architekten. Aber die Herangehensweise
„So oder gar nicht“ ist bei einem derart starken Eingriff in den
Bestand schon denkwürdig“, erklärte Bögner. Schließlich gehe es um die
kommunale Planungshoheit und dabei auch die Frage nach einem
demokratischen Grundverständnis, das man in Ruhe debattieren sollte.
Bögner erwartet nun im Namen seiner Fraktion eine entsprechende Vorlage
der Stadtverwaltung, die beschlussfähig ist. Ob sie auch mehrheitsfähig
sein wird, wird von weiteren Ausführungen abhängen.
Neben dem geplanten Erweiterungsbau, der sich westlich an die
bestehenden Gebäude anschließen soll, wurde am Rande auch über
begleitende Verkehrsberuhigungsmaßnahmen gesprochen. Nach Darstellung
Quanders hat der Rat der Stadt Köln für die Sanierung der Alten Wache
im Haushalt 2007 eine Million Euro vorgesehen. Im kommenden
Doppelhaushalt sieht der Entwurf, der am morgigen Mittwoch in den Rat
eingebracht werden soll, weitere 3,5 Millionen Euro für die Sanierung
des Zeughauses vor.

























