27. 05. 2012
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Liberale im Stadtrat kritisieren Bundesagentur für Arbeit
In einem Brief an den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma vom 28.
Januar 2008 habe die Bundesagentur für Arbeit mit der Kündigung des
Kooperationsvertrages zwischen Arbeitsagentur und der Stadt Köln
gedroht, wie die FDP-Fraktion heute bekannt gab. Demnach verlangt die
Bundesbehörde eine Erhöhung des kommunalen Finanzierungsanteils von
derzeit acht auf 12,6 Prozent. Die Kosten für den städtischen Haushalt
würden sich demnach auf rund 3,6 Millionen Euro belaufen. Zuvor hatte
die Kölner Stadtspitze um Oberbürgermeister Schramma und die zuständige
Dezernentin Marlis Bredehorst einen Finanzierungsanteil in Höhe von
10,3 Prozent angeboten.
FDP befürchtet Rückabwicklung zu Lasten der Bedürftigen
„Die Leidtragenden einer solchen Entwicklung werden die
Hilfebedürftigen sein“, befürchtet der sozialpolitische Sprecher der
FDP-Fraktion und Sachkundige Einwohner im Sozialausschuss Mark Stephen
Pohl. So müsste, mache die Bundesbehörde ihre Drohung wahr, die im Jahr
2004 eingeführte und aufgebaute Arbeitsgemeinschaft ARGE komplett
rückabgewickelt werden. Dies bedeute, dass auch das ehemals städtische
Personal in die Verwaltung reintegriert werden. „Damit wären die in
dreijähriger Aufbauarbeit mühsam erarbeiteten Erfolge komplett
hinfällig“, so Pohl weiter. Besonders zu leiden hätten die
Arbeitssuchenden, da eine Abwicklung der ARGE die
arbeitsmarktpolitischen Reintegrationsmaßnahmen für einen längeren
Zeitraum praktisch auf Eis legen. „Ein absolutes Unding“, kommentierte
der sozialpolitische Sprecher der Liberalen weiter. Immerhin mussten in
der Vergangenheit für die neue Behörde Gebäude angemietet und Personal
aufwändig geschult werden. Zuletzt beschloss sogar der Kölner Stadtrat
die schnelle Nachbesetzung von offenen Stellen der ARGE. Zum
Jahreswechsel fehlten, so hieß es in einer offiziellen Mitteilung der
Verwaltung über 100 Stellen, die nach Stellenplan eigentlich vorgesehen
waren. Insgesamt gebe es in der gemeinsamen Behörde von Stadt und
Arbeitsagentur eine hohe Fluktuation, die von den Betroffenen zu Beginn
dieses Jahres auf über 450 Stellen geschätzt wurde.
Mit dieser neuerlichen Konflikten scheint zudem das noch im Januar
dieses Jahres von Stadt und Kölner Arbeitsagentur gemeinsam verkündete
unbedingte Interesse, an dem so genannten „Kölner Weg“ bei der
Betreuung von Arbeitslosen festzuhalten, gefährdet zu sein. Erst wenige
Stunden vor der Sitzung des Ausschusses sollten die Mitglieder des
Gremiums über eine entsprechende Tischvorlage entscheiden, kritisierte
Pohl abschließend.

























