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27. 05. 2012
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Machbarkeitsstudie zur Hohenzollernbrücke: Skywalk endgültig vom Tisch


14.03.2010 10:48 von:

Schlagwörter: Köln,Verkehrsausschuss,Rollband,Skywalk,Machbarkeitsstudie,Reinkober,NVR,Verkehr

Der vor mehr als zwei Jahren ins Spiel gebrachte Skywalk, der den Hauptbahnhof mit dem ICE-Bahnhof in Köln-Deutz verbinden soll, ist wohl endgültig vom Tisch. Dr. Norbert Reinkober fasste am vergangenen Dienstag in der Sitzung des Verkehrsausschusses die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zusammen. Unter Verweis auf eine entsprechende Einschätzung des Herstellers ThyssenKrupp sei diese Baumaßnahme zur Umsetzung einer schnelleren Verbindung zwischen den beiden Haltepunkten ist nicht machbar. Die Studie schlägt hingegen eine Aufweitung der Hohenzollernbrücke auf der Südseite und eine neue Seilbahn als Alternativen vor. Angesichts der anstehenden Bauprojekte links und rechts des Rheins ist aber auch die Seilbahnlösung eher unrealistisch, so das Fazit der Dienstags-Sitzung im Verkehrsausschuss. Hintergrund der Machbarkeitsstudie sind Überlegungen, wie sich die beiden Bahnhöfe zu einem Bahnhof Köln mit zwei "Terminals" zusammenfassen ließen. Das ist eine Voraussetzung, dass auch die Deutsche Bahn AG einer "Fusion" der beiden zentralen Haltpunkte für Fernverbindungen zustimmt, zitierte Reinkober das vorliegende Gutachten. Eine Seilbahnlösung könne, das zeigen Systeme an anderen Orten, bis zu 3000 Personen pro Stunden zwischen den beiden Bahnhöfen befördern. Nicht wenige Ausschussmitglieder zeigten sich an diesem Punkt jedoch skeptisch.

Eine Zusammenlegung hätte vor allem den Vorteil, dass der Fernverkehr in Nord-Süd-Richtung zukünftig aus dem Hauptbahnhof herausgezogen werden könnte. Tatsächlich, und das bestätigten auch die Verkehrsexperten im Ausschuss, liegt eines der wesentlichen Probleme am Nadelöhr Hohenzollernbrücke darin, dass viele Fernzüge, die Köln in Nord-Süd-Richtung durchlaufen, zwei Mal das Brückenbauwerk überqueren müssen. Zwar sind auf mittlere Sicht Aufweitungen der Hohenzollernbrücke um zusätzliche Gleise geplant. Für die geplante Fusion seien aber zusätzliche Maßnahmen erforderlich, um auch die Zustimmung des Staatsunternehmens Deutsche Bahn für eine solche Zusammenlegung der beiden Bahnhöfe zu erhalten. Reinkober appellierte in seinem Vortrag an die Verantwortlichen, schnellstmöglich Gespräche aufzunehmen, "damit die eine Lösung nicht die andere ausschließt", so der NVR-Geschäftsführer. Während eine mögliche Seilbahn auf der linken Rheinseite eher machbar wäre, zeigte sich Baudezernent Bernd Streitberger für den anderen Haltepunkt im Bereich der rechtsrheinischen City eher skeptisch. Vielmehr brachte der Beigeordnete die Idee auf, auch auf der Nordseite der Brücke eine niveaugleiche Rampe vom Breslauer Platz ausgehend über die Brücke in Richtung rechtes Rheinufer zu errichten. Derzeit müssen Radfahrer und Fußgänger von Osten kommend eine Treppe hinabsteigen, um dann über eine Ampelanlage die viel befahrene Rheinuferstraße zu queren. Schon jetzt in das Ausschreibungsverfahren zum Bau der Messehallen einzugreifen, lehnte Streitberger hingegen ab. "Das wäre das Aus", begründete der Baudezernent seine Ablehnung. Schwierig dürfte sich zudem der geplante Anbau weiterer Gleise am Bahnhof Deutz gestalten, ist sich der für Stadtentwicklung und Städtebau zuständige Dezernent sicher.

Auch die Kölner Grünen und ihre Verkehrsexperten zeigten sich in Sachen Seilbahn skeptisch. Sowohl der Ausschussvorsitzende Manfred Waddey wie auch die verkehrspolitische Sprecherin Bettina Tull sehen das zentrale Problem in dem auf der Brücke kreuzenden Fernverkehr. Zwar könne man die Aufregung verstehen, aber nach Meinung der Grünen werde "zu viel Energie" in die Debatte um eine Ausweitung des Nahverkehrs investiert. "Den Fünf-Minuten-Takt im Nahverkehr haben wir schon", erklärte Tull in der Sitzung. Wesentlich dringlicher sei es, den Bahnhof Deutz endlich in Sachen Barrierefreiheit zu ertüchtigen. Auch sei es notwendig, das Informationssystem auf beiden Bahnhöfen zu verbessern, so die Grünen-Politikerin weiter. Während sich die SPD fundiertere Informationen, insbesondere eine detaillierte Analyse der Frage nach den Ziel- und Umsteigeverbindungen am Kölner Hauptbahnhof wünscht, kritisierte CDU-Verkehrsexperte Karsten Möring die "stillschweigende Beerdigung" von Optionen. "Wir können ein Doppelterminal in Erwägung ziehen, werden aber wahrscheinlich ewig darauf warten müssen", befürchtet der vormalige Vorsitzende des Verkehrsausschusses. Dabei zeigte sich Möring erstaunt über die Aussagen Streitbergers und plädierte dafür, sich mehrere Optionen zur verkehrlichen Verbesserung offen zu halten, eben auch eine Seilbahn. "Einfach zuschütten, passt mir nicht", wurde Möring deutlich. Deutlich skeptischer zeigte sich die FDP-Verkehrspolitikerin Christtraut Kirchmeyer in Sachen Seilbahn. "Das ist nicht so prickelnd". Ebenso wie die Grünen findet die Liberale aber den Vorschlag einer Aufweitung der südlichen Rampe durch ein neues Brückenbauwerk. "Sehr interessant", so die Einschätzung von Kirchmeyer. Auch Baudezernent Streitberger hält diese Maßnahme für einen wesentlichen Beitrag, die Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Bahnhof Deutz zu verbessern.

neben der Favorisierung der Brückenerweiterung an der Südseite gab es zudem Konsens darüber, dass der ICE-Bahnhof Deutz dringend barrierefrei werden müsse. Bislang gebe es nur auf einem Gleis eine barrierefreie Verbindung zwischen "Deutz-Tief" (dem unterirdischen Personennahverkehr der Stadtbahnlinien) und den oberirdisch gelegenen Bahntrassen. Das müsse dringend geändert werden, forderten alle Parteien. Hier hatte Reinkober eigentlich Positives zu berichten. "Die Baumaßnahmen sind alle genehmigt und finanziert", erklärte der Geschäftsführer des NVR. Aber wie so häufig zuvor lasse die Umsetzung der Maßnahme bislang auf sich warten. "Wir haben das bereits bei der Bahn angemahnt", so Reinkober abschließend. Auch in Sachen Informationssysteme tue sich etwas. So würde die Installation eines neuen Verkehrsinformationssystems die Bahn eigenen Schätzungen zufolge rund zwei Millionen Euro kosten. Allerdings zeigte sich Reinkober hier skeptisch. "So ein System gibt es auch am Frankfurter Flughafen schon, dort funktioniert es aber nicht", so der Verkehrsexperte abschließend.







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