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27. 05. 2012
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Musical Unlimited Cologne sorgt für Unmut bei Rot-Grün


16.06.2008 22:00 von:


Nachdem der Ausschuss bereits im November vergangenen Jahres erstmals über ein Musikfestival beriet, fasste das Gremium auf seiner Januarsitzung den Beschluss, die Stabsstelle mit der Umsetzung des vorgelegten Konzeptes zu beauftragen. Am gestrigen Montag nun stellte der Leiter der Stabsstelle Events im Amt des Oberbürgermeister Günter Wieneke das aktualisierte Programm für das lange Eventwochenende zum Abschluss der Sommerferien (7.-10. August 2008) vor. Statt Götz Alsmann oder Annie Lennox kommen nun „Massive Attack“ und „The Killers“ auf den Roncalliplatz. Mit dem britischen Mobilfunkkonzern Vodafone konnte zudem ein finanzstarker Partner für das musikalische Highlight gewonnen werden, wie Wieneke betonte. Das gesamte Musikfest (an einem der vier Tage stellt die Stabsstelle derzeit noch ein Programm im Rahmen des NRW-Frankreichtages zusammen) geht noch über den Roncalliplatz hinaus, auch „Indoor-Spielstätten“ wie Alter Wartesaal, Gloria und der Kölner Stadtgarten stehen auf dem Spielplan. Der vom neuen Kooperationspartner vorgestellte Finanzrahmen sei „äußerst bemerkenswert“, wie die Verwaltung in ihrer Mitteilung zum heutigen Ausschuss schrieb.

SPD und Grüne über Vorgehen enttäuscht

Insbesondere der Austausch der ursprünglich angedachten Interpreten durch international bekanntere Gruppen stieß jedoch bei Rot-Grün nicht auf die erhoffte Zustimmung. „Ich bin ein wenig irritiert über die musikalische Richtung der genannten Bands. Das ist nicht angemessen für den Roncalliplatz“, erklärte SPD-Ratsfrau Susanna dos Santos Herrmann. Auch Brigitta von Bülow von den Grünen sieht sich von dem Vorhaben und der Tischvorlage der Verwaltung überfahren. „Mir kommt das alles ein wenig merkwürdig vor. Man kann nach unserem Beschluss nicht einfach das Programm füllen, wie man will“, erklärte die Ratsfrau der Grünen. Zustimmung für das Konzept kommt hingegen von den Christdemokraten im Ausschuss. Deren Vorsitzender Winrich Granitzka begrüßt das vorgelegte Programmangebot. „Wenn wir Musikstadt sein wollen, müssen wir auch für Jüngere etwas bieten. Daran ist nicht Unanständiges“, so Granitzka. „Wir hatten aber etwas anderes beschlossen und wir würden gerne mitentscheiden“, konterte der Vorsitzende des Ausschusses SPD-Stadtrat Michael Zimmermann. Trotzdem blieben die Vertreter von Rot-Grün sichtlich sauer über das Vorgehen. Einer engeren Kontrolle über das Programmangebot bei international bedeutsamen „acts“ steht aber das übliche Prozedere bei Verhandlungen entgegen. „Künstler- und Veranstaltungsagenturen wollen vorab wissen, ob sie die Genehmigung für einen Platz bekommen und nicht umgekehrt. Wenn wir das in Köln anders machen wollen, können Konzerte dieser Größenordnung und mit dieser Besetzung zukünftig in Köln vergessen“, erklärte Wieneke. „Wer zahlt, schafft an: Diese Aussage ist falsch. Die Bürgerschaft (hier der AVR) entscheidet, welcher Platz für welches Event vergeben wird“, entgegnete Zimmermann abschließend.

  Kommentar
 

Zwei Welten prallen aufeinander. Im Rahmen der c/o pop will Köln wieder Boden gutmachen. Und Rot-Grün reiben sich an der kurzfristigen Änderung des Programms. Statt intellektuell wertvoller Musik wie Annie Lennox oder Götz Alsmann kommt jetzt Massive Attack (machen übrigens sehr feine Funk-Musik) oder The Killers. Auch dies könnte man als eine der Spätfolgen der Debatten um die Beruhigung und Qualitätsverbesserung von öffentlichen Veranstaltungen auf den Innenstadtplätzen verstehen. Auf die Fans von Gentlemen oder Massive Attacks mag diese Debatte ein wenig merkwürdig klingen, aber in der Debatte schien doch der etwas konservativere Musikgeschmack der Vertreter von Rot-Grün durchzuschimmern. Oder sollte etwa nur wieder ein Erfolg des Amtes des Oberbürgermeisters kaputt geredet werden? Man mag geteilter Meinung darüber sein. Über Musikgeschmack lässt sich bekanntlich streiten.

Auf der anderen Seite kritisierten die Vertreter (und nicht nur die) von Rot-Grün über den Zeitpunkt der Informationsweitergabe. Nicht zum ersten Mal lässt die Verwaltung wichtige Information in buchstäblich letzter Minute heraus. Während an anderer Stelle kiloweise Papier produziert und den ehrenamtlichen Stadtverordneten zur Lektüre an die Hand gegeben wird, steht der Verdacht im Raum, dass erneut wichtige Details quasi im Eilverfahren durchgewunken werden sollen. Auch wenn die neuerliche Entwicklung aus dem Blickwinkel des Stadtmarketings erfreulich ist. Die Kommunikation zwischen dem zuständigen Ausschuss und seinen Mitgliedern scheint nicht durchgängig funktioniert zu haben. Deshalb sind einige der ehrenamtlichen Ratsmitglieder – nicht ganz zu Unrecht – enttäuscht.







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