27. 05. 2012
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Neue Gesamtschule für Köln?
Wie aus einer Verwaltungsantwort auf eine Anfrage der Fraktion Die Linke im gestrigen Schulausschuss klar wurde, sind die Rechtsexperten der Schulbehörde derzeit noch mitten in der Prüfung der Urteilsbegründung. Das Urteil wurde zwar bereits Ende Februar gesprochen, doch erst seit wenigen Tagen veröffentlichte das Gericht die Urteilsbegründung. Die Stadt Bonn hatte gegen die zuständige Kölner Bezirksregierung in einem Eilantrag eine vierte Gesamtschule in der ehemaligen Bundeshauptstadt beantragt. Diesem Anliegen hatten auch die Kölner Verwaltungsrichter entsprochen, so dass die zusätzliche Schule bereits zum kommenden Schuljahr der Unterrichtsbetrieb an dieser Bildungseinrichtung aufgenommen werden kann. Auch in Köln hatte es immer wieder Forderungen aus dem politischen Raum gegeben, neben den bereits acht bestehenden eine weitere Gesamtschule einzurichten. Die Zahl der Ablehnungen liegt jedoch in den vergangenen Jahren regelmäßig bei einer Quote von neun bis elf Prozent aller Bewerberinnen und Bewerber. Dies wird sich nach Meinung der Fachverwaltung auch in den kommenden Jahren wenig ändern, wie die schriftliche Antwort auf die Anfrage der Linken ergab.
Bedarf gibt es nach Auskunft der Stadtverwaltung vor allem im Nordwesten der Stadt. Im Einzugsgebiet der beiden Gesamtschulen Bocklemünd und Chorweiler gebe es nach Auskunft der Schulexperten für das kommende Schuljahr die meisten Absagen auf entsprechende Anfragen. So mussten alleine 176 Schülerinnen und Schüler, deren Eltern sich für eine Aufnahme an einer Gesamtschule bewarben, abgelehnt werden. In Chorweiler sind es für das kommende Schuljahr immerhin noch 129. Hingegen musste die Gesamtschule in Köln-Porz keinen einzigen Schüler ablehnen. Die von der Bezirksregierung vorgebene Richtzahl von einem Drittel Anteil an Schülerinnen und Schüler, die eine Gymnasialempfehlung aus der Primarstufe mitbringen müsste, gebe es hingegen keine Rechtsgrundlage. Dies sei lediglich eine Richtschnur. Allerdings müssten die Schulleiterinnen und Schulleiter bei ihrem Ermessensspielraum eine gewisse Heterogenität der Schüler beachten, hieß es aus dem Schuldezernat. Die Stadt will nun wegen des Urteils neue Handlungsoptionen prüfen. Eine wichtige Frage wird zudem sein, ob durch eine neue Gesamtschule zusätzliche Nachfrage entsteht.

























