27. 05. 2012
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Rotes Haus wird deutlich teurer
Der Betriebsausschuss Gebäudewirtschaft hat am heutigen Montag die Verwaltungsvorlage zum so genannten “Roten Haus” am Kölner Alter Markt beraten. Die Vorlage enthielt dabei eine erhebliche Mehrbelastung für den Haushalt. Wie die Verantwortlichen ausführten, erhöhen sich die Kosten von ursprünglich 3,84 auf nunmehr 6,055 Millionen Euro, also um immerhin 2,215 Millionen Euro. Weil die Kosten im Rahmen des Gemeindefinanzierungsgesetzes GFG aber gedeckelt sind, gebe es keine Zuschüsse des Landes. Stattdessen müssen die zusätzlichen Millionen im Rahmen des allgemeinen Schuldendienstes entsprechend den Bestimmungen des Nord-Süd-Stadtbahnvertrages getragen werden. Die Mehrkosten basieren auf einer aktualisierten Kostenschätzung der so genannten Variante B. Der Planungsauftrag für die Aktualisierung wurde in der diesjährigen Mai-Sitzung des Stadtparlaments beschlossen.
Einziger Redner bei dieser Vorlage in der heutigen Ausschusssitzung war Wolfgang Bosbach. Der SPD-Stadtrat lehnte die Vorlage rundherum ab. „Wir haben der Planung des Roten Hauses immer schon kritisch gegenübergestanden. Wir halten die Planungen für zu teuer“, begründete der SPD-Stadtrat die ablehnende Haltung seiner Fraktion. Auch die seiner Meinung zu langen Wege stoßen bei der SPD auf Skepsis. Die anderen Fraktionen zogen es vor, sich zu dieser Angelegenheit nicht zu äußern, stimmten aber gegen die Fraktion der SPD für die Kostenerhöhung.
Gleich eine ganze Reihe von Kostenpositionen habe sich im Laufe der Planüberprüfung ergeben, wie die Stadt in ihrer Vorlage beschrieb. Mehr als die Hälfte der Mehrkosten gehen auf das Konto der Gründungsarbeiten. „Zum Zeitpunkt der ursprünglichen Kostenschätzung waren die Auswirkungen der Lasten des Roten Hauses sowie auf das Haltestellenbauwerk noch nicht bekannt“, erklärte die Stadtverwaltung die Erhöhung des hierfür vorgesehenen Kostenansatzes um fast 1,4 Millionen Euro. Knapp 237.000 Euro an Mehrbelastungen gehen auf das Konto von Wertminderungen. Das liegt daran, dass die Nutzfläche des Hauses deutlich kleiner ausfällt als ursprünglich geplant. Das aber führt zu Wertminderungen, da zum Beispiel auch die Vermarktung der Flächen geringere Erträge erwirtschaftet.
Die weiteren Mehraufwendungen gehen unter anderem auf erhöhte Planungskosten (290.000 Euro), höhere Betreuungskosten (405.000 Euro) und Ausbaukosten (60.000 Euro) zurück. Dafür allerdings wird die KVB statt 2,8 nur rund 1,855 Millionen Euro für zusätzliche Arbeiten am Rohbau einplanen. Damit berücksichtigt sind die Kosten für die Änderung der Aufzuganlage, den RA-Schacht, die Umplanung der festen Treppe sowie Ausgaben für die Provisorien, so die Stadtverwaltung abschließend.
Die Vorlage wurde bereits in der Bezirksvertretung Innenstadt beraten. Der ursprünglich angesetzte Enscheidungstermin zur Oktober-Sitzung des Stadtrats verzögerte sich um eine Beratungsrunde. Weitere beratende Ausschüsse für die Vorlage sind der Verkehrs- und Finanzausschuss am 15. bzw. 21. November dieses Jahres. Am 24. November soll die Vorlage dann abschließend beraten werden.

























