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27. 05. 2012
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Schulausschuss beschließt modifizierte Variante 3 für Overbeckstraße


22.03.2011 09:52 von:

Schlagwörter: Köln,Köln-Neuehrenfeld,Schulausschuss,2011,März,Beschluss,Mehrheit

Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung der Stadt Köln hat am gestrigen Montag eine wichtige Vorentscheidung für die Einrichtung einer neuen Bildungslandschaft im Kölner Stadtteil Neuehrenfeld gelegt. Das Bildungsensemble Kindertagesstätte, Katholische Grundschule (KGS) Overbeckstraße und das Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) soll neu sortiert werden. Die Ausschussmehrheit entschied sich für die teure Variante 3, die Gesamtkosten sollen sich auf 26,6 Millionen Euro belaufen, wie die Verwaltungsvorlage wissen lässt. Vorausgegangen waren bisweilen schwierige Verhandlungen. Insbesondere die Nachnutzung der zum Sommer dieses Jahres schließenden Hauptschule Overbeckstraße war Gegenstand langer Verhandlungen, wie die Verwaltung bestätigt. Herausgekommen ist ein Kompromiss, der besonders aus Sicht der Kindertagesstätte schwierig war. Grundlage dafür war ein Ranking-System, mit dessen Hilfe die Bildungseinrichtungen selbst über die weitere Nutzung in vier Variationen mitentscheiden sollten.

Ein teurer Kompromiss und Streit um Sek-II-Schule

In der politischen Diskussion gab es im Grunde Übereinstimmung für die teuerste der vier vorgestellten Varianten. "Das ist der Vorschlag, der den drei beteiligten Schulen am ehesten entgegen kommt. Mit dem Vorschlag können alle leben", erklärte der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Franz Philippi. Deutlich positiver klang die Meinung des Koalitionspartners. Dessen schulpolitischer Sprecher Horst Thelen (Grüne) zeigte sich regelrecht begeistert angesichts der Schwierigkeiten im Vorfeld der Entscheidung. "Das ist ein hervorragender Kompromiss für die Ehrenfelder Schülerinnen und Schüler", so Thelen. Gegenüber dem ursprünglichen Verwaltungsvorschlag verteuern sich die Kosten für die Umgestaltung der Schulgebäude um immerhin 6,2 Millionen Euro. Die günstigste Variante 4, die von Kita und AMG als die beste, von der KGS allerdings gar nicht "gerankt" wurde, kostet sogar 9,5 Millionen Euro weniger, nach derzeitiger Kostenkalkulation. Allerdings berücksichtigt diese Variante nicht die veränderten politischen Rahmenbedingungen, wie ein Nebensatz in der Beschlussvorlage aufhorchen lässt. Dort steht, dass mithilfe einer so genannten "Sek-II-Schule" der Bedarf an Plätzen für die gymnasiale Oberstufe wenigsten teilweise gedeckt werden kann. Immer mehr Kinder drängen aus der Schule in die "höheren Schulen", ein mittelfristiger Trend, der aufgrund steigender Kinderzahlen möglicherweise noch einige Zeit anhält, wie die Befürworter argumentieren. Bis zu einer endgültigen Nutzung des denkmalgeschützten Gebäude der heutigen Hauptschule können allerdings noch sechs Jahren vergehen. Bis dahin soll das AMG das unsanierte Gebäude für die Sicherung der Vierzügigkeit zwischennutzen.

Genau daran aber reibt sich die "Opposition" von CDU und FDP. Der jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dr. Helge Schlieben, sah sich gleich zwei Mal genötigt, die für ihn entscheidende Frage zu stellen: "Was für eine Schule soll dahinkommen?". In der Beschlussvorlage war es der vierte Satz, der Missfallen auslöste. Dort stand: "Der Standort Overbeckstraße wird als Standort für die Sekundarstufe II einer Gemeinschaftsschule entwickelt." "Wir glauben nicht, dass das hier reingehört", kommentierte Schlieben. Auf Antrag der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Fraktion, Yvonne Gebauer, wurde sogar satzweise über den Antrag abgestimmt. Geändert hatte es nichts. Lediglich bei der Abstimmung über diesen vierten Satz ging die Meinung des Ausschusses auseinander. Während CDU und FDP den Hinweis auf die Gemeinschaftsschule ablehnten, stimmte die rot-grüne Ausschussmehrheit diesem Satz zu. Die restlichen vier Sätze waren hingegen unstrittig. Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung ist in dieser Angelegenheit Beschlussorgan.

Im Vorfeld der heutigen Entscheidung hatten Medienberichte lokaler Medien für Gesprächsbedarf gesorgt. Erst kurz zuvor hatte das Albertus-Magnus-Gymnasium (AMG) sich in einem offenen Brief über die Informationspolitik beschwert. Aus der Zeitung habe man erfahren, welche Variante die Dezernentin berücksichtige, stand dort. Die angesprochene Dezernentin ließ noch am Freitag vergangener Woche antworten: "Diesem Lösungsvorschlag ging ein sehr offener Dialog in mehreren Gesprächsrunden und mit unterschiedlichen Beteiligungen, auch der Politik, voraus. Die Positionen aller Einrichtungen und die Überlegungen der Verwaltung wurden transparent in mehreren Vorlagen, zuletzt mit der aktuellen Vorlage, gegenüber Öffentlichkeit und Politik dargestellt." Es ist wohl der Beweis, wie schwierig die Verhandlungen bis zuletzt gewesen sind.







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