27. 05. 2012
Seite drucken
Sonderausschuss für Opernquartier geplant
Es wird sehr eng werden. Nach dem Ende der Spielsaison 2009/2010 soll es aber losgehen. Auf Basis der Entwürfe von JSWD Architekten, die gemeinsam mit dem französischen Architektenbüro Atelier d'architecture, Chaix & Morel et associès, Paris (F) vor einigen Monaten den Architektenwettbewerb für sich entscheiden konnten, müssen aber nun noch einige wichtige Entscheidungen getroffen werden. Größere Pufferzeiten sind nicht eingeplant, der Zeitplan für die Sanierung und Umsetzung von Opernsanierung und Neubau eines Schauspielhauses ist außerordentlich ambitioniert. Schon am gestrigen Donnerstag deutete sich an, dass der von der Stadtpolitik beschlossene Kostendeckel in Höhe von 230 Millionen Euro möglicherweise nicht gehalten werden kann. Sollte trotzdem am maximalen Kostenrahmen festgehalten werden, müssen die Kulturpolitiker des Rates eventuell Abstriche an der Ausstattung vornehmen. "Es wäre falsch zu sagen, wir hätten kein Problem", räumte Baudezernent Bernd Streitberger auf der heutigen Sitzung ein. Nach derzeitigen Kostenschätzungen wird sich der Finanzbedarf für das Projekt auf bis zu 270 Millionen Euro belaufen. Allerdings wollen die Verantwortlichen hier noch nachverhandeln.
In jedem Fall wird der Stadtrat ab der kommenden Ratsperiode aller Voraussicht nach einen eigenen Sonderausschuss für das Großprojekt einrichten. Kulturdezernent Prof. Georg Quander erläuterte den Ratspolitikern die Notwendigkeit eines beschlussfähigen Gremiums, das einmal im Monat zusammenkommen soll. Die ersten Reaktionen auf diesen Vorschlag waren durchaus positiv. Lediglich CDU-Fraktionsvize Karl Klipper zeigte sich skeptisch, ob nach Abschluss der ersten Planungsphase tatsächlich ein eigener Ausschuss notwendig sei. Grundsätzlich hält aber auch er eine solche Institution für sinnvoll.
Flexible Ersatzspielorte gesichert
Weniger Sorgen dürfte den Verantwortlichen die Organisation der Ausweichspielstätten bereiten. Zwar gebe es auch hier noch Einiges zu tun, wie der geschäftsführende Intendant der städtischen Bühnen Köln Peter F. Raddatz dem Ausschuss vortrug. Aber da befinde man sich in konkreten Verhandlungen und sei guter Dinge. So hatte Opernintendant Uwe Eric Laufenberg bereits vorab angekündigt, aus seiner Ersatzspielstätte Palladium in Köln-Mülheim früher wieder an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren zu wollen. Die Verkehrsanbindung und örtliche Infrastruktur dürfte sich nach anfänglichen Befürchtungen allerdings auch bis zum Umzug entspannt haben. Ein Parkhaus in fußläufiger Entfernung ist nach Aussage von Raddatz in Planung, auch die ÖPNV-Anbindung könnte durch die Ertüchtigung eines Verbindungsweges durch das Mülheimer Gewerbegebiet gewährleistet werden. Einzig das benachbarte E-Werk könnte bei gleichzeitigen Veranstaltungen Probleme bereiten. Aber auch da sei man in Gesprächen, so Raddatz weiter.
Städtebaulich überzeugend – Neue Freiräume
Der heutige Zustand von Oper und Schauspiel, insbesondere die Hinterhofromantik, wenn man sich von Osten kommend an der Oper vorbei in Richtung Schauspielhaus begibt. Die Brückensituation zwischen dem Eckbau und dem dort vorhandenen Café zur Oper hin und dem nicht wirklich attraktiven Theaterbau dahinter lädt auch nicht gerade zum Verweilen ein. Nicht zuletzt die im Mmasterplan vorgeschlagene Sichtverbindung zwischen dem neuen Quartier und der Schildergasse soll für zusätzliche Impulse sorgen. Auch verkehrlich soll hier einiges attraktiver werden. So wird die Taxi-Spur an der Nord-Süd-Fahrt auf die Glockengasse verlegt. Die Anlieferung soll ebenfalls etwas mehr nach Süden gezogen werden. Die Höhe des Neubaus selbst wird die bereits im Wettbewerb angegebenen 36,50 Meter auf keinen Fall unterschreiten können, wie Architekt Konstantin Jaspert vor dem Ausschuss erläuterte.
Weitere Informationen rund um den Wettbewerb erhalten Sie im Internet unter: http:// www.neubau.buehnenkoeln.de.

























