27. 05. 2012
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Sportausschuss verweist Beschlüsse in Haushaltsberatungen
Während die von den Christdemokraten angedachte Qualitätsoffensive
durch einen Ersetzungsantrag von Rot-Grün nur noch als Anregung in den
bevorstehenden Haushaltsplanberatungen einfließen wird, wurde der
andere CDU-Antrag mit rot-grüner Mehrheit gegen den Wunsch nach
einvernehmlicher Lösung in die Haushaltsplanberatungen verwiesen. Das
fand nicht überall Beifall.
Der ursprüngliche Antrag der CDU-Fraktion sah einen Prüfauftrag an die
Verwaltung vor. Jeweils 15 Teilnehmer pro Stadtbezirk (insgesamt also
135) sollten demnach zum Übungsleiter C-Fußball (1. Lizenzstufe)
ausgebildet werden. „Der Antrag springt unserer Meinung nach zu kurz“,
kritisierte der sportpolitische Sprecher der SPD-Fraktion Wolfgang
Bosbach. Dem stellte der sportpolitische Sprecher der CDU Andreas
Köhler entgegen, dass die von seiner Fraktion vorgeschlagene Maßnahme
auf große Akzeptanz bei den Sportvereinen gestoßen sei. Gerne
„übernehme“ man die von SPD und Grünen vorgebrachte Ergänzung, so
Köhler weiter. Diese Spitze bezeichnete Bosbach wiederum als
„Unverschämtheit“. An solchen populistischen Vorstößen habe sich seine
Fraktion bewusst nicht beteiligt, entgegnete der SPD-Politiker. Bosbach
rieb sich vor allem an der im Antrag formulierten Forderung, dem
Sportausschuss bis zum 21. August dieses Jahres ein entsprechendes
Konzept vorzulegen. „Mit unserem Antrag und seiner Einbindung in die
Haushaltsberatungen ist unser Antrag weitergehender“, erklärte Bosbach.
Trotz eines entsprechenden Vorschlags von Ausschusschef Manfred Wolf
(FDP) sah es zunächst nicht nach einem gemeinsamen Beschluss aus. Erst
als Köhler sich vom Formulierungsvorschlag seiner Fraktion widerwillig
distanzierte, konnte der Änderungsantrag von Rot-Grün den Ausschuss
passieren. Er wird nun im Laufe der ab morgen beginnenden
Haushaltsplanberatungen für den bevorstehenden Doppelhaushalt
debattiert.
Ein ähnliches Schicksal erlitt anschließend der zweite CDU-Antrag der
heutigen Sitzung. Darin forderte die CDU-Fraktion die Bildung eines
Fonds mit einem Volumen von 100.000 Euro. Daraus sollten noch vor dem
offiziellen Haushaltsbeschluss Materiakosten von jeweils maximal 5000
Euro für geringfügige Reparaturarbeiten an den verschiedenen Kölner
Sportstätten und Vereinsheimen erfolgen. „Wir halten das für eine
sinnvolle Ergänzung“, kommentierte Köhler den Antrag seiner Fraktion.
Doch auch hier biss der Christdemokrat auf Granit. SPD-Vertreter
Wolfgang Bosbach stellte den Gegenantrag, diesen Vorschlag in die
Haushaltsberatungen zu verweisen. Dr. Carl Müller-Platz, der für die
CDU als Sachkundiger Einwohner im Sportausschuss sitzt, konnte den
Verweis nicht verstehen. „Kleinere Reparaturen werden nicht nur zügiger
erledigt. Sie sparen sogar richtig Geld“, argumentierte der amtierende
Vorsitzende des in Bonn ansässigen Bundesinstituts für
Sportwissenschaft. Den Einwand wollten SPD und Grüne aber nicht gelten
lassen. Stattdessen werde sich SPD-Mann Bosbach persönlich dafür
einsetzen das mit 900.000 Euro pro Jahr veranschlagte Programm zur
Sanierung von Sportanlagen in den Beratungen zu erhöhen. „Das ist eine
sehr gute Idee. Der Beschluss nutzt aber nix, weil er ohnehin im Rahmen
der Haushaltsberatungen entschieden werden muss“, ergänzte Bettina Tull
von den Grünen. Bosbach plädierte schließlich für eine „seriöse
Lösung“. „Man kann nur zusätzliches Geld ausgeben, wenn man es
gegenfinanzieren kann“, so das abschließende Urteil der
Sozialdemokraten. Mit den Stimmen von Rot-Grün wurde der
Verweisungsantrag schließlich beschlossen.

























