27. 05. 2012
Seite drucken
Stadt gab 2007 mehr für Erziehungshilfen aus
Dies teilte die Stadtverwaltung in einer Mitteilung für die kommende
Sitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA) am Dienstag nächster Woche
mit. Insgesamt ergab die Auswertung zwischen zentralem Jugendamt und
den Außenstellen in den Stadtbezirken ein Ausgabevolumen in Höhe von
105,216 Millionen Euro. Im Vorjahr waren die Ausgaben für „Hilfen zur
Erziehung“ erstmals seit Jahren wieder unter die 100 Millionen
Euro-Grenze gefallen. Ohne die im vergangenen Jahr umgesetzten
Maßnahmen zur Effizienzsteigerung wären die Ausgaben wohl noch etwas
deutlicher angestiegen, wie die nun veröffentlichten Zahlen nahe legen.
Dabei legte die Verwaltung im Bereich der ambulanten Hilfe eine
maximale Anzahl von sieben Stunden pro Woche fest. Nur in
Ausnahmefällen wurde dieser Rahmen überschritten, da ansonsten die
wesentlich kostenintensivere stationäre Unterbringung erforderlich
gewesen wäre. Insgesamt erhöhte sich aber die Zahl der ambulanten Fälle
von 956 auf 1169 in 2007. Nach einem zwischenzeitlichem Rückgang stieg
die Zahl der „Hilfefälle“ bei Kindern im vergangenen Jahr wieder auf
239 an. Weil auch die durchschnittliche Verweildauer der betroffenen
Kinder sich sprunghaft auf 39,74 Tage pro Fall erhöhte, stieg die
Gesamtzahl der Aufnahmetage von 5508 auf 9497 noch etwas deutlicher.
Während sich die Zahl der abgeschlossenen Hilfen bei Familien mit 88
auf hohem Niveau stabilisierte, stieg auch die Zahl der Hilfefälle in
der Gruppe der Jugendlichen von 325 auf 345.
Durch organisatorische Maßnahmen und eine Verbesserung der
Rahmenbedingungen für Pflegeeltern konnte die Zahl der Vollzeitpflegen
auf 539 und die Zahl der Heimunterbringungen auf 1063 abgesenkt werden.
Trotz dieses positiven Aspekts gebe es keinen Grund zur Entwarnung. So
beobachtete die Stadtverwaltung auch im vergangenen Jahr einen
deutlichen Anstieg der Eingliederungshilfen nach SGB VIII (ohne Hilfen
bei Legasthenie/Dyskalkulie) auf nunmehr 293. Das habe den Etat der
„Hilfen zur Erziehung“ zusätzlich belastet, hieß es dazu weiter. Auch
habe die Zahl der Verdachtsfälle auf „Kindeswohlgefährdung“ in 2007
zugenommen. Trotz weniger Heimunterbringungen stieg die Zahl der
„kostenträchtigen Hilfen zur Erziehung“ um rund 300 auf über 5000
(5071) an. Für 2008 prognostiziert die Verwaltung einen weiteren
Anstieg der Fallzahlen. Allerdings habe der Stadtrat mit der
Genehmigung weiterer Stellen im so genannten
„Gefährdungsmeldungs-Sofort-Dienst“ (GSD) bereits reagiert. Die
Steigerungen seien daher vor allem auf die „gewollte Aufhellung von
Dunkelfeldern“ zurückzuführen, wie die Verwaltung mitteilte.

























