27. 05. 2012
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Stadtarchiv braucht mehr Geld für Restaurierung
(ehu) Mehr Geld braucht das Historische Archiv für die Restaurierung der geborgenen Dokumente, die Zusammenführung der Bestände und deren Digitalisierung. Waren dafür bisher bis zum Jahr 2015 rund 3,88 Millionen Euro veranschlagt, sind jetzt weitere 2,36 Millionen nötig. Als Grund nennt die Verwaltung unter anderem die Anschaffung von Maschinen, die den neuesten technischen Erkenntnissen und den gestiegenen Anforderungen entsprechen.
So soll eine Folierungsanlage gekauft werden, die extrem arbeits- und personalintensive Arbeitsschritte wie Blattzählung und Archivsignatur automatisch vornehmen kann. Rund eine halbe Million Euro kostet eine "elektrostatische Reinigungsanlage, die den Prozess der Trockenreinigung von trocken geborgenem oder gefriergetrocknetem Archivgut enorm beschleunigen wird", so die Verwaltung. Dies geschehe derzeit noch per Hand mit einem Latexschwamm. Die so frei werdenden Arbeitskräfte könnten dann für andere Restaurierungsarbeiten eingesetzt werden. Schließlich müssten 90 zusätzliche Arbeitsplätze mit EDV und Möbeln ausgestattet werden.
Am Montag muss der Hauptausschuss den Wunsch der Verwaltung beraten
Selbstkritisch merkt die Verwaltung an, dass die Ursprungsplanung "mangels hinreichender Erfahrungswerte" falsch eingeschätzt wurde. So könne etwa in den Kooperationszentren wie Wermsdorf in Sachsen und demnächst in Hamburg nicht auf die Einrichtung und Werkstätten vor Ort zurückgegriffen werden. Hier müsse Köln für die erforderliche Ausstattung sorgen. Der Hauptausschuss des Rates wird auf seiner Sitzung am Montag darüber beraten.
Das Historische Archiv der Stadt Köln war im März 2010 in eine vor dem Gebäude liegende Baugrube der neuen Nord-Süd-U-Bahn gestürzt. Bei der Katastrophe kamen auch zwei Menschen ums Leben. Die Bergung der wertvollen Dokumente gilt inzwischen als abgeschlossen, rund 95 Prozent der Bestände konnten gerettet werden. Deren Restaurierung, so Schätzungen, wird rund 400 Millionen Euro kosten und gut 40 Jahre dauern. Das neue Archiv in der Nachbarschaft des Gerichtszentrums am Eifelwall soll 86 Millionen Euro kosten und Ende 2015 eröffnet werden.

























