27. 05. 2012
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Stadtrat beschließt Workshopverfahren für Breslauer Platz
Lediglich die FDP hatte gegen das Ansinnen gestimmt.
Dabei plädierten die Vertreter der drei Antragsteller trotz
angedeuteter inhaltlicher Differenzen für ein solches Verfahren. Die Anforderungen
an eine städtebaulich ansehnliche Lösung sind dabei beträchtlich. Der
Breslauer Platz, dort vorgesehen unter anderem ein Busbahnhof, soll zum
einen das Kunibertsviertel im Norden näher an den Bahnhof heranrücken,
zum zweiten muss er einen nicht unerheblichen Teil der täglich rund
200.000 bis 250.000 Bahnreisenden weiterleiten und drittens muss er bei
allen verkehrlichen Problemen auch noch fünf bis sechs Meter
Höhenunterschied überwinden. Keine einfache Aufgabe also.
Neue Ideen für eine verbesserte Planung
Die nun favorisierte Lösung mit einer an den Bahnhof heranreichenden
Blockrandbebauung (der ausdrückliche Favorit des
Stadtentwicklungsdezernenten) steht ganz im Zeichen der „Restaurierung
des alten Stadtgrundrisses“, wie die stadtentwicklungspolitische
Sprecherin der Grünen Barbara Moritz erklärte. „Hier muss man was
finden, was städtebaulich adäquat ist. Wir brauchen mehr
Ideenreichtum“, ergänzte der Vorsitzende des
Stadtentwicklungsausschusses Karl Klipper. Und
SPD-Stadtentwicklungsexpertin Dr. Eva Bürgermeister forderte, die
zukünftige Gestaltung für verschiedene Nutzungsvarianten offen zu
halten und dabei die Wegebeziehungen mit Verkehrs- und Stadtplanern
gemeinsam zu erarbeiten. Kleinster gemeinsamer Nenner ist hierbei ein
so genanntes Werkstattverfahren, dass die unterschiedlichen Fachplaner
an einen Tisch bringen soll. Am Ende soll eine Fachjury zu einem
eindeutigen Ergebnis kommen, auf dessen Grundlage man die weiteren
Planungen durchführen könne, forderte Klipper, der am gestrigen
Donnerstag seinen Geburtstag beging.
DFB-Fußballmuseum sorgt für frischen Wind
Bewegung in die Beratungen und Diskussionen brachte in den vergangenen
Wochen die Ankündigung des Deutschen Fußball-Bundes, am Standort
Breslauer Platz ein Fußball-Museum errichten zu wollen. Doch der so
erzeugte „Wind“ kam nicht nur aus einer Richtung. Während SPD und CDU
die Initiative des DFB als „große Chance“ begrüßten, ärgerte sich
Grünen-Fraktionschefin Moritz auf der gestrigen Sitzung über die
Vorgehensweise des DFB. „Ich hab mich geärgert über die Bestimmtheit
des DFB. Köln darf durchaus selbstbewusst sein, ein DFB-Museum muss
sich ins Stadtgefüge einpassen“, erklärte Moritz. FDP-Fraktionschef
Ralph Sterck betrachtet hingegen das ganze Vorgehen kritisch. „Der
Workshop greift zu kurz“, so sein Fazit. Stattdessen machte Sterck auf
einen Antrag seiner Fraktion aus dem Jahre 2006 aufmerksam, in dem er
einen Wettbewerb nach strengen Regeln forderte. „Es kann nicht sein,
dass die Gewinner des letzten Wettbewerbs nun mit der Organisation
eines Workshops betreut werden, obwohl andere Planer schon damals
zukunftsweisende Entwürfe vorbrachten. Die Stadt steht vor den Scherben
ihrer eigenen Planung“, so die Kritik Stercks. Allerdings habe die
Debatte um das DFB-Museum in der Tat für Bewegung gesorgt, so die
Hoffnung des FDP-Politikers.
Befürchtungen, dass sich die Stadt allzu leicht auf die Forderungen des
DFB einlässt, konterte Baudezernent Bernd Streitberger mit dem Hinweis.
„Wenn es nach dem DFB ginge, stünde auf dem Breslauer Platz zukünftig
ein goldener Fußballschuh. Auch die Tieferlegung der Rheinuferstraße
ist ein schöner Traum, aber wir müssen nun Entscheidungen treffen“,
erklärte Streitberger den Ausschussmitgliedern. Im Gegensatz zu einigen
Kommunalpolitikerin sieht Streitberger allerdings großen Termindruck.
Mit dem nun beschlossenen Workshopverfahren soll die Planung „zügig und
qualitätsvoll“ durchgeführt werden. Denn ab dem 1. Januar soll auf dem
Breslauer Platz gebaut werden, so das Ziel Streitbergers.

























