27. 05. 2012
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Städtische Finanzen entwickeln sich weiter positiv
Die frohe Kunde: Der Stadtkämmerer darf sich erneut über eine
Verbesserung des Ertrags-/Aufwandssaldos in Höhe von über 30 Millionen
Euro freuen.
Größter Einnahmeposten für den städtischen Haushalt bleibt die
Gewerbesteuer. Mit einem so genannten „Anordnungssoll“ in Höhe von
997,3 Millionen Euro erreicht diese Ertragsposition bereits jetzt fast
den geplanten Haushaltsansatz in Höhe von 1,03 Milliarden Euro. Dank
der nach wie vor robusten Konjunktur liegen vor allem die
Vorauszahlungen der Gewerbesteuer bereits Mitte August über dem
geplanten Soll (107,3 Prozent oder 803,7 Millionen Euro). Dank dieser
positiven Einnahmeentwicklung konnten zudem die befürchteten Einbußen
aufgrund der Anfang 2008 in Kraft getretenen Unternehmenssteuerreform
teilweise kompensiert werden, argumentiert die Fachverwaltung. Für die
nun bekannt gegebene Verbesserung hat die Gewerbesteuer jedoch nichts
beigetragen, vielmehr bestätigt die Verwaltung damit den
Haushaltsansatz ausdrücklich.
Verbesserungen im Personal- und Sozialbereich
Deutliche Verbesserungen verzeichnete die Kämmerei hingegen in den
beiden Bereichen Personal und Soziales. Hier wies der jüngste Bericht der Kämmerei
Verbesserungen in Höhe von 16 bzw. 12,8 Millionen Euro aus. Im
Personalbereich dürfte sich die Freude darüber allerdings in Grenzen
halten. Die neu berechneten Personalausgaben, insbesondere die
Zuführungen zu den Personalrückstellungen basieren auf dem Stand des
31. Dezember 2006. Eine notwendige Neuberechnung dürfte nach Einschätzung der
Fachverwaltung zu höheren Aufwendungen führen. Die sind derzeit
allerdings noch nicht kalkulierbar, hieß es in der Mitteilung weiter.
Bei den Sozialausgaben hilft ein auf Bundesebene zurückgezogener
Gesetzentwurf, der ursprünglich eine Reduzierung der Bundeserstattung
an der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung vorsah. Alleine
hierdurch verbucht die Verwaltung voraussichtlich Mehrerträge in Höhe
von 5,8 Millionen Euro. Rückforderungsansprüche bei den Hilfen zur
Gesundheit bringen zwei weitere Millionen Euro. Mehraufwendungen in
Höhe von 1,8 Millionen Euro im Bereich der Pflege wurden durch höhere
Erstattungen des LVR ausgeglichen. Auch bei den Aufwendungen
entwickelte sich der Bereich Soziales besser als ursprünglich zunächst
angenommen. Insgesamt verbessern sich die Aufwendungen um 3,7 Millionen
Euro. Drei Millionen weniger mussten für Leistungen nach dem
Asylbewerberleistungsgesetz ausgegeben werden. Grund: Die Fallzahlen
sind zuletzt drastisch gesunken. Auch bei den Ausgaben für Hilfen zum
Lebensunterhalt (3. Kapitel SGB II) und bei der
Wiedereingliederungshilfe für behinderte Menschen (SGB XII) musste die
Stadt weniger aufwenden als im Haushaltsplan vorgesehen.
Die anderen Bereiche entwickelten sich weitgehend im Rahmen. Mit 4,1
bzw. zwei Millionen Euro an Verbesserungen sind die Bereiche
Abfallbeseitigung und Stadtbahn noch zu erwähnen. Während im Abfallbereich
vor allem die AVG einen Teil der bereits gezahlten Betriebskosten
erstatten kann und auch die Sach- und Dienstleistungen in diesem
Bereich um voraussichtlich 600.000 Euro unter dem Haushaltsansatz
bleiben, führt ein Personalengpass bei der Nord-Süd-Stadtbahn zu einer
weiteren Einsparung in Höhe von zwei Millionen Euro. Doch was den
Haushalspolitiker freuen dürfte, stellt sich aus Sicht der
Fachverwaltung als Problem dar. So konnten wichtige Positionen bei den
Projekten Rheinbrücken und Ertüchtigung Kölner Rheintunnel nicht
besetzt werden. Hier werden die Kosten wohl erst etwas später haushaltsrelevant. Auch die
Stadtkämmerei dämpft am Ende ihrer Mitteilung allzu hoffnungsfrohe
Erwartungen. Trotz der aktuellen Zahlen kann nicht ausgeschlossen
werden, dass die Verbesserungen zum Jahresende noch nach unten
korrigiert werden müssen.
Der Ausschuss nahm die Mitteilung wohlwollend zur Kenntnis. Allerdings
regte der Ausschuss eine Diskussion darüber an, wie die erzielten
Überschüsse auf das neue Haushaltsjahr übertragen werden könnten.
Besonders in Köln ist dies eine topaktueller Punkt. So rechnet die
Kämmerei in diesem Haushaltsjahr mit einem leichten Überschuss von elf
Millionen Euro (Haushaltsplan), im kommenden Jahr allerdings mit einem
deutlich höheren Fehlbetrag.

























