27. 05. 2012
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vKöln-Dellbrück: Außengelände der städtischen Kita bleibt erhalten
Am östlichen Kölner Stadtrand sah die Welt am letzten Weihnachtsfest noch in Ordnung aus. Wenige Tage später und noch im alten Jahr brannte die Liegenschaft des größten integrativen Kindergartens nieder. Was nicht Opfer der Flammen wurde, musste abgerissen werden, argumentiert die Stadtverwaltung. Nach dem neuen Jahr kamen zudem Gerüchte auf, dass ein potenzieller "Investor" einen Großteil des Areals für Wohnungsbau, vorzugsweise in Einfamilienhaus-Bauweise, umnutzen will. Auf dem letzten Dellbrücker Forum (Ende Februar 2010) wurde as Gerücht dann öffentlich gestellt und nach eben jenem ominöse "Großinvestor" gefragt. Oberbürgermeister Jürgen Roters sagte zu, sich persönlich der Sache annehmen zu wollen. Doch fiel zu regeln gab es eigentlich nicht. Bereits am 10. März wurden die Elternvertreter auf einer Abendveranstaltung über den neuesten Stand der Dinge informiert. Der rechtsgültige Bebauungsplan sieht als einzigen Nutzungszweck an dieser Stelle eine Kindertageseinrichtung vor, andere Nutzungen sind folglich nicht vorgesehen, stellten die Liegenschaftsexperten und Stadtentwickler klar. Die gute Nachricht lautet also: das rund 9000 Quadratmeter große Gelände bleibt im Ganzen erhalten. Aufatmen bei den Mitgliedern des Fördervereins und den Eltern. Die Verwaltung habe lediglich eine Prüfung vorgesehen, da die Größe des Außengeländes die üblichen städtischen Standards deutlich übertrifft, hieß es dazu in der Verwaltungsvorlage. Auch die angrenzende Fläche entlang des Dellbrücker Mauspfades ist als Parkfläche ausgewiesen und darf ebenfalls nach derzeitigem Planungsrecht nicht bebaut werden.
Ohne Gegenstimme hatte der Kölner Jugendhilfeausschuss (JHA) am vergangenen Dienstag beschlossen, die Ausführungen der Verwaltung hinsichtlich der geklärten Grundstückslage zur Kenntnis zu nehmen. Gleichzeitig stellte die Kölner Fachverwaltung erste Vorüberlegungen an, wie die neu zu errichtende Kita aussehen soll und vor allem was sie kosten soll. Die neue Einrichtung muss vor allem eines sein: "multi-funktional". Damit gemeint ist ein flexibel nutzbares Gebäude mit einer integriert pädagogischen Nutzung Und es soll nicht nach ein paar Jahren und der ersten Nutzungsänderung erneut baulich verändert werden müssen, wie ein Vertreter der Fachverwaltung ausführte. Die Verantwortliche kalkulieren eine jährige Rendite in Höhe von 288.000 Euro, die an den städtischen Eigenbetrieb Gebäudewirtschaft fließen. Das Gebäude soll ausreichend Platz für sechs Gruppen bieten. Vor dem Brand wurden fünf der sechs Gruppen als integrative Hortgruppen mit zusätzlichem Fachpersonal betreut, die sechste Gruppe hatte nur Kinder ohne Handicaps. Die Kita gehört zum Portfolio städtischer Kindertageseinrichtungen.
Trotz der guten Nachricht gab es aber auch Kritik. "Nach dem Brand hat die Stadt das komplette Inventar auf den Müll geschmissen, unter anderem auch Therapieräder", beschrieb die Vorsitzende des Fördervereins, Anke Stockdreher, den ihrer Meinung nach "allzu großzügigen Umgang mit der alten Ausstattung". "Wir konnten nur sehr wenig Sachen im Außenbereich retten. Dabei sind bekannte und vertraute Spielgeräte für Kinder mit Behinderungen von überragender Bedeutung", so Stockdreher weiter. Besonders bitter: Der erst kürzlich mit Spendengeldern eingerichtete Werkraum komplett abgebaut wurde, obwohl er nach Aussage Stockdrehers nahezu unversehrt war. Insgesamt hat die städtische Einrichtung vor dem Unglück, das höchstwahrscheinlich aufgrund eines defekten Sicherungskastens zustande kam, rund 100 Kinder betreut, 30 davon entsprechend mit zusätzlichem Förderbedarf. Auch ein acht kleines Schwimmbad wird wohl nicht zu retten sein, befürchtet Stockdreher. Dabei war das Bad durch den Brand ebenfalls kaum in Mitleidenschaft gezogen. Hoffnung machen sich die Förderer und Betroffenen vor Ort kaum, dass die Stadt den Neubau um das Schwimmbad herum bauen wird. Übnerhaupt müsse man nun die vielen speziellen Therapiegeräte beschaffen. Ein hochmodernes Therapierad für behinderte Kinder kostet zumeist weit mehr als 1000 Euro. Allerdings hatte das Jugendamt die nicht gänzlich zerstörten Spezialgeräte für nicht mehr sicher erklärt und damit der Entsorgung zugeführt. Etwas zu voreilig, wie nicht nur Stockdreher empfindet.
Aber statt zu jammern, haben die Betroffenen kurzerhand eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Für die Unterstützung der Bemühungen um eine möglichst angemessene Ausstattung der neuen Kita haben sich inzwischen schon fast 10.000 Euro angesammelt, rund die Hälfte davon stammt aus einer Großspende des Versicherungsunternehmens Generali, wie die Fördervereinsvorsitzende stolz berichtet. "Wichtig ist erst einmal, dass wir am alten Platz bleiben können und uns das Grundstück nicht genommen wird", damit überwog am Ende die Zufriedenheit, die größte Sorge vom Tisch zu haben und der abschließende Dank an die vielen großen und kleinen Spenderinnen und Spender.

























