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27. 05. 2012
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Zweiter Durchgang zum Turbokreisel an der Roonstraße


05.07.2011 23:39 von:

Schlagwörter: Köln,Roonstraße,Lindenstraße,2011,Juni,Verkehrsausschuss,Provisorium,Kreisverkeh

In einer lebhaften Debatte beschäftigte sich der Kölner Verkehrsausschuss auf seiner letzten Sitzung am vergangenen Dienstag mit dem geplanten "Turbokreisel” an der Ecke Lindenstraße / Roonstraße. Die Maßnahme steht im Zusammenhang mit dem Abbau von Lichtsignalanlagen auf Kölner Stadtgebiet, oder wie es in der Beschlussvorlage steht: der " Ersatz von Lichtsignalanlagen durch den Einsatz alternativer Knotenpunktbetriebsformen". Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat der Ausschuss dabei mehrheitlich ein "Provisorium" beschlossen. Dabei hatte die CDU mit einem Änderungsantrag noch versucht, dem Votum der Bezirksvertretung Innenstadt und der damit verbundenen Sperrung der Durchfahrt in Richtung Ringe einen Prüfauftrag an die Verwaltung entgegen zu stellen. Nach einem Jahr öffentlicher Debatte in Ausschuss und BV (mit Unterbrechungen) und einer umfänglichen Analyse des Verkehrsaufkommens mit Stauspitzen und überarbeiteten Verkehrswegebeziehungen für Fußgänger und Radfahrer will man nun doch das "Verkehrsexperiment am lebenden Objekt", wie die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Bettina Tull, ausführte.

"Nun also soll der Kreisverkehr zunächst einmal mit mobilen Elementen geprüft werden, wie der Leiter des Kölner Amtes für Straßen und Verkehrstechnik, Klaus Harzendorf, erläuterte. Zwar wolle man die provisorische Lösung so einfach und damit kostengünstig wie möglich realisieren. Trotzdem kommen auf den städtischen Haushalt Kosten zu. Das liege unter anderem auch an baulichen Eingriffen zur Entwässerung in den Seitenbereichen. Eine Optimierung der Ampelanlage sei aus Sicht der Stadtverwaltung die schlechtere Lösung, da sich auch bei Optimierung der Linkabbiegerverkehre die Sicherheit des Unfallschwerpunktes nicht wirklich verbessern lasse. Die Kosten eines Provisoriums werden auf knapp 190.000 Euro veranschlagt, erläuterte die Fachverwaltung in einer schriftlichen Stellungnahme. Die Gesamtbaukosten eines mehrstreifigen Kreisverkehrs belaufen sich hingegen nach derzeitiger Kalkulation auf rund 251.000 Euro. Durch den nachträglichen Umbau des Provisoriums entstünden Mehrkosten in Höhe von 176.000 Euro, hieß es in der schriftlichen Stellungnahme weiter.

Grüne gegen CDU und FDP

In der politischen Debatte im Ausschuss zeigten sich dann erneut die gegensätzlichen Einschätzungen zur zukünftig optimalen Lösung dieser vielbefahrenen und damit "hochbelasteten" Kreuzung. Mit einer durchschnittlichen Verkehrsfrequenz von 19.000 Fahrzeugen pro Tag gehört die Roonstraße im Kreuzungsbereich zu den Verkehrsknoten, die dringend entzerrt werden müssten. Verschärfend kommt hinzu, dass mit der Berufsschule in der Lindenstraße ein echter Frequenzbringer für Fußgängerinnen und Fußgänger existiert. Grünen-Stadträtin Tull wiederholte dabei ihre Forderung nach einem einfachen, sprich einspurigen, Kreisverkehr. Die maximale Verkehrskapazität für einen einspurigen Kreisverkehr liege nach gängigen verkehrstechnischen Standards bei 25.000 Fahrzeugen pro Tag, argumentierte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen. "Wir sind überzeugt, dass das funktioniert", bekräftigte Tull.

"Nach Abwägung der Argumente sind wir der Überzeugung, dass ein einfacher Kreisverkehr am wenigsten praktikabel ist", konterte Karsten Möring, verkehrspolitischer Sprecher der CDU. Er, seine Fraktion und die Liberalen im Stadtrat machten sich am vergangenen Dienstag erneut für den so genannten (zweispurigen) Turbokreisel stark. Allerdings enthielt sich die CDU-Fraktion in der abschließenden Abstimmung zur Verwaltungsvorlage mit Alternative 1, dem zweispurigen Kreisverkehr. Lediglich FDP-Ratsfrau Christtraut Kirchmeyer stimmte für diese Lösung. Während Möring auch andere verkehrslenkende Maßnahmen nicht gänzlich ausschließen wollte, lehnte Kirchmeyer auch den Verkehrsversuch ab. "Wir wissen ja, wie lange solche Provisorien halten können", gab die Vertreterin der Liberalen ihrer Befürchtung Ausdruck. Änderungsantrag und Verwaltungsvorlage wurden mit der Mehrheit von SPD und Grünen abgelehnt.

Eine einspurige Kreisverkehrlösung dürfte jedoch ebenso schwierig werden. Das liegt zum Teil an der Zurückhaltung der verkehrspolitischen Sprecherin der SPD-Fraktion, Susana dos Santos Herrmann. Schon in der BV Innenstadt enthielten sich die Sozialdemokraten bei der Abstimmung über den umstrittenen Sperrbeschluss für die Lindenstraße in Richtung Innenstadt. Zum zweiten sprechen auch sachliche Argumente gegen einen einfachen Kreisverkehr. Darauf machte Amtsleiter Harzendorf aufmerksam. Zwar stimmt die Richtzahl für die maximale Kapazität von 25.000 Fahrzeugen pro Tag für einen einspurigen Kreisverkehr. Das gelte aber nur für normale Fußgängerströme, und das sei eben hier nicht der Fall. Der Grund für die Zurückhaltung der SPD-Vertreterin ist ebenfalls kurz erkärt. Dos Santos Herrmann leitete die Sitzung, weil der Ausschussvorsitzende Manfred Waddey verhindert war.


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