27. 05. 2012
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Dr. Mustafa Yilmaz soll Kölner Gesundheitsamt leiten
Dr. Mustafa Yilmaz (41) soll neuer Leiter des Kölner Gesundheitsamtes und damit Nachfolger von Dr. Jan Leidel werden. Wie die Kölner Stadtverwaltung am heutigen Donnerstagmittag bekannt gab, soll der 41-Jährige als Personalvorschlag im Hauptausschuss des Kölner Rates als einziger Kandidat vorgeschlagen werden. Leidel selbst wird am morgigen Freitag offiziell in den Ruhestand gehen. Er stand dem Kölner Gesundheitsamt seit 24 Jahren vor. Amtsbeginn seines Nachfolgers ist nach Auskunft des Kölner Presseamtes der 1. Dezember 2009.
Yilmaz wurde in Adana/Türkei geboren und absolvierte sein Medizinstudium zwischen 1988 und 1998 an der Westfälischen Wilhems-Universität in Münster. 1998 promovierte der damals 30-Jährige im Fach Neurologie. Bereits ein Jahr zuvor begann Yilmaz seine berufliche Karriere im öffentlichen Gesundheitsdienst. Seine erste Station war das Gesundheitsamt Recklinghausen, wo er bis 2001 als Arzt arbeitete. Anschließend absolvierte er an verschiedenen Orten seine Facharztausbildung zum "Facharzt für Allgemeinmedizin" und "Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen". Seit 2003 ist Yilmaz in Diensten des Kreises Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen. Dort bekleidete er zunächst den Posten des stellvertretenden Leiters des dortigen Gesundheitsamtes, ehe er ein Jahr später Leiter des Amtes wurde. Parallel bildete sich Yilmat an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf weiter und erhielt dort im Oktober vergangenen Jahres den akademischen Grad "Magister of Public Health" (MPH).
In einer ersten Stellungnahme nannte Yilmaz die Schließung der Versorgungslücken von "Menschen in besonderen Lebenslagen" als einen seiner Tätigkeitsschwerpunkte. Als Beispiele nannte er Senioren, arme Kinder und Menschen mit Zuwanderungshintergrund. Gesundheitsdezernentin Marlis Bredehorst begrüßte den Personalvorschlag. "Mit Dr. Yilmaz erhält das Kölner Gesundheitsamt einen neuen Leiter mit weitreichender Fachkompetenz, hohen kommunikativen Fähigkeiten sowie interkultureller Kompetenz", so Bredehorst.
Kommentar
Endlich, mag man sagen. Der Personalvorschlag ist aus zweierlei Hinsicht bemerkenswert. Zum einen drohte gerade Kritik daran aufzukommen, dass für den scheidenden Leiter noch kein Nachfolger gefunden werden konnte. Zum zweiten gab es in den Führungspositionen der Kölner Stadtverwaltung bislang viel zu wenig Personal mit interkultureller Kompetenz und einem Zuwanderungshintergrund. Dr. Yilmaz wird als erster Amtsleiter mit einem türkisch klingenden Nachnamen hier eine wichtige Pionierrolle übernehmen und das tut einer multi-ethnischen Stadt wie Köln mehr als gut.
Dabei ist der "Neue", der zuvor noch von den Gremien gewählt werden muss, alles andere als ein Kompromisskandidat. Als ausgewiesener Experte für öffentliches Gesundheitswesen könnte Yilmaz die Bemühungen der Stadt um die bestmögliche Versorgung auch breiter bislang eher unterversorgter Bevölkerungsschichten um Einiges glaubwürdiger machen. Ganz davon abgesehen, ist Yilmaz einer von immer mehr Vorreitern, die es trotz oder gerade wegen ihrer Biografie in hohe und höchste Positionen schaffen. Man möge den Ewiggestrigen zurufen: Seht her, die Integration funktioniert und sie funktioniert immer besser. Insofern ist die Ernennung eines kompetenten Spitzenbeamten mit türkischem Zuwanderungshintergrund ein erster wichtiger Schritt, aber doch eigentlich nichts anderes als gelebte Realität. In jedem Fall ist der Vorschlag eine gute Wahl!

























