Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





27. 05. 2012
Seite drucken

Erweiterter Selbstmord: Familientragödie trotz angenommener Hilfe


17.03.2010 09:21 von:

Schlagwörter: Köln,Jugendamt,Stadtverwaltung,Hilfsangebot,erweiterter Selbstmord,Hintergrund,B

Der erweiterte Selbstmord des 33-jährigen Mannes, der gemeinsam mit seinem ebenfalls toten neunährigen Sohn am Montag dieser Woche in einem Baggersee im Kölner Stadtteil Rath/Heumar geborgen wurde, hat eine Vorgeschichte. Wie die Stadt am gestrigen Dienstag bekannt gab, war der Neunjährige im Kölner Jugendamt kein Unbekannter. Bereits seit dem Jahr 1999 waren die heute 38-jährige Mutter sowie die Geschwister des kleinen Jungen und auch der Neunjährige dem Jugendamt bekannt. Die Mutter, die vom leiblichen Vater des Kindes getrennt lebte, nahm seit dem Jahr 2006 sogar verschiedene Unterstützungsangebote vom Kölner Jugendamt an. So war der inzwischen verstorbene Neunjährige im Jahr 2006 unter anderem acht Monate lang in einer heilpädagogischen Einrichtung untergebracht. Auf Wunsch der Mutter kehrte der Junge damals in den Haushalt der heute 38-Jährigen zurück. Ihr wurde nach der Trennung das alleinige Sorgerecht zugesprochen. Allerdings wurde der Junge zunehmend verhaltensauffällig und wurde ab November vergangenen Jahres mit dem Einverständnis der Mutter erneut in einer heilpädagogischen Einrichtung betreut. Zu diesem Zeitpunkt soll die Mutter, die mit ihrem jetzigen Ehemann zwei weitere Kinder aufzog, mit der Erziehung des Kindes aus erster Ehe offenbar überfordert gewesen sein, erklärte die Stadt weiter.

Jedes zweite Wochenende kehrte er zur Mutter zurück, während er die Sonntage bei seinem Vater verbrachte. Das geschah auch am 14. März dieses Jahres. Ein geplanter Selbstmord, wie er nun als wahrscheinliche Todesursache angenommen wird, war allerdings weder vom Jugendamt noch vonseiten der Mutter im Vorfeld erkennbar gewesen, wie die Stadt betonte. Über den Verbleib des Jungen gab es jedoch eine Auseinandersetzung. So beanspruchte der Vater das Sorgerecht des Jungen, kam allerdings in der Vergangenheit seinen Aufsichtspflichten mehrfach nicht nach. Da das alleinige Sorgerecht bei der Mutter lag, beschränkte das Jugendamt den Umgangskontakt ab August vergangenen Jahres auf Besuche am Tag. Am Tag nach dem erweiterten Selbstmord boten Mitarbeiter des Gefährdungsmeldungssofortdienstes der Familie erneut ihre Unterstützung an. Diese wurde jedoch von der Mutter des Jungen und dem Vater der beiden jüngeren Kinder abgelehnt. Die Stadt will aber auch weiterhin engen Kontakt zur Familie halten, hieß es dazu abschließend.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse