27. 05. 2012
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Integrationskurse: Von Integrationsmüdigkeit keine Spur
Die Zahlen geben dabei auch die Bemühungen der Stadtverwaltung wieder, die mit den Bemühungen staatlicher Stellen um bestmögliche Integration durch begleitende Bildungsangebote gerecht zu werden. Mit einer Durchfallquote von 3,52 Prozent im vergangenen Jahr 2010 wird die in den Medien kolportierte Zahl um Längen unterboten, wie Hammelrath betonte. “Von Integrationsunwilligkeit kann keine Rede sein”, kommentierte Grünen-Ratherr Ossi Helling die Ergebnisse. Vielmehr gehe es bei der Integrationsarbeit gar nicht mehr darum, die Bildungsgänge isoliert zu betrachten. Längst und seit langem bemüht sich vor allem die Regionalstelle RAA um eine Vernetzung der Bildungsangebote von VHS, Schulen und anderen Bildungsträgern. Zuletzt wurden verstärkt so genannte Einführungsklassen an Berufskollegs gebildet, die eine Lücke im Bildungssystem schließen sollen. Dabei geht es um die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die mit ihrer bisherigen Bildungsbiografie eher zu den Verlierern gehören. Sie sollen anschließend die Perspektive Berufskolleg mit Schulabschluss angehen, um so Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu erhalten. Auch eine aktive Einbindung des (schulischen) Lehrkörpers wird beispielsweise über Lehrer- und Erzieherfortbildungen gewährleistet. Verschiedene berufsspezifische Kursangebote (Xenos oder türkische Sprachzertifikate) sollen dem Nachwuchs zugute kommen und einen besseren Übergang Schule – Beruf gewährleisten.
Allerdings gíbt es auch Handlungsbedarf. So kritisierte SPD-Ratsfrau Gonca Mucuk (SPD), dass Teilnehmer von Kursangeboten, beispielsweise Integrations- oder Einbürgerungskursen keine Kinderbetreuung anbieten. “Sie legen den Finger in die Wunde”, bestätigte Hammelrath. Allerdings gebe es auch arbeitsrechtliche Hintergründe für diesen Mangel. So sind die meisten pädagogischen Fachkräfte in den Kursen freiberufliche Dozenten. Für die Kinderbetreuung ist jedoch aus verschiedenen formaljurististischen Notwendigkeiten eine Festanstellung zwingend erforderlich. Dies jedoch mache eine Stellenzusetzung erforderlich, die angesichts der derzeitigen Haushaltssituation mindestens “schwierig” in der Umsetzung sein wird, so Hammelrath weiter. Auch die Tatsache, dass immer mehr Jugendliche und junge Menschen nach Deutschland und damit auch nach Köln kommen, stellt die Verantwortlichen des Kölner Amtes nach Aussage ihrer Leiterin vor “große Probleme”. So berichtete Hammelrath auch von Enreisenden, unter anderem aus Spanien. Hier gebe es eine Jugendarbeitslosigkeit von 40 Prozent. “In der Regel sind die gut ausgebildet, benötigen aber Unterstützung beim Erlernen der Sprache”, führte Hammelrath aus. Hier bietet sich eine intensivere Zusammenarbeit mit den Kölner Schulen an.
Die Regionalstelle RAA beschäftigt elf Vollzeitstellen nach Stellenplan. Hinzukommen acht pädagogische Fachkräfte im Amt für Weiterbildung (VHS), wie die Verantwortlichen abschließend erläuterten.

























