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23. 08. 2014
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Kita-Streik ist zu Ende


27.07.2009 20:15 von:

Schlagwörter: Tarifstreit,Arbeitgeber,Gewerkschaft,Erzieher,Entlohnung,Gesundheit,Ende,Komprom

Der Streik der Erzieherinnen um einen Gesundheitstarifvertrag ist am heutigen Montag mit einem Kompromiss zu Ende gegangen. Damit verbunden sind auch moderate Lohnsteigerungen von durchschnittlich 120 Euro pro Monat und Angestellte. Nach Angaben der Arbeitgeberseite werden damit die kommunalen Haushalte bundesweit um 500 bis 700 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich belastet. In Deutschland arbeiten insgesamt 220.000 Erzieherinnen und Erzieher, längst nicht alle davon in Kindertagesstätten. Die achte Verhandlungsrunde begann bereits am Donnerstag vergangener Woche und endete mit dem Kompromiss am heutigen Tage. Die Eltern können sich damit ab sofort wieder darauf verlassen, dass ihr Nachwuchs in den öffentlichen Kitas ab dem neuen Schuljahr wieder uneingeschränkt betreut werden kann. Zuletzt gab es wachsenden Unmut über die Streiks und die damit verbundenen Ausfallzeiten. Besonders Alleinerziehende hatten unter den Ausfällen der Kitas gelitten. Mehrfach wurden die Kölner Kindertagesstätten bestreikt, die bereit gestellten Notfallplätze an nicht vom Streik betroffenen Kindergärten wurden häufig von den Kindern selbst abgelehnt. Sie sträubten sich, in einer für sie fremden Umgebung betreut zu werden.

Beide Seiten beharren auf alten Argumenten

Auch wenn Arbeitgeber, die Gewerkschaft ver.di und die Bildungsgewerkschaft GEW dem Kompromisspapier zugestimmt haben, der grundsätzliche Streit um eine gerechte Entlohnung sei nun zur Zufriedenheit aller gelöst. Zwar lobten beide Seiten die Einigung im Grundsatz, äußerten weiteren Handlungsbedarf bzw. Kritik an den Folgen. Während die Arbeitgeberseite vom Verband der kommunalen Arbeitgeber kritisierten, hatten sich die Gewerkschaften weitreichendere Zugeständnisse der Verhandlungspartner in Sachen Gesundheitsschutz gewünscht. So dauerte der Streik sogar einen Tag länger als eigentlich gewünscht. Schon am gestrigen Sonntag standen die wesentlichen Parameter der Vereinbarung, sie mussten jedoch am heutigen Montag erst von den Gremien der Gewerkschaft ver.di beschlossen werden. Auf der anderen Seite rücke nach Angaben der kommunalen Arbeitgeber das Ziel eines beitragsfreien Kindergarten erst einmal in weite Ferne.

In Köln arbeiten derzeit rund 3000 Erzieherinnen und Erzieher in der Stadtverwaltung, der größte Teil davon in den über 220 städtischen Kindertagesstätten. Die Einigung der beiden Tarifparteien wird nach Angaben der WDR-Lokalzeit den städtischen Haushalt mit rund 4,3 Millionen zusätzlichen Euro pro Jahr belasten. Köln gehe es aber vergleichsweise gut, mehr als die Hälfte aller Kommunen alleine in Nordrhein-Westfalen befinden sich derzeit schon in der Haushaltssicherung oder sogar in einem Nothaushalt. Aus deren Stadtverwaltung war bereits am Tag der offiziellen Verkündung der Einigung zu hören, dass der Bund diesen Kommunen zusätzlichen Hilfen geben müsse. Nach Ansicht der Städtetagspräsidentin, Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth, werde der Kompromiss tiefe Löcher in die Stadtkassen reißen. "Besonders einschneidend ist dies für Städte, die bereits mit hohen Defiziten zu kämpfen haben", so Roth abschließend.







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